Rimsting – Ein ehemaliger Kuhstall im Rimstinger Ortsteil Reit hat den Besitzer gewechselt. Die neue Eigentümerin sieht eine gänzlich andere Nutzung vor: Statt Kühe sollen in Zukunft Pferde in einem gewerblich betriebenen Offenstall in Reit ihr neues Zuhause finden. Das detailliert ausgearbeitete Konzept der Eigentümerin lag den Räten vor und fand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erfreute Zustimmung des Gremiums.
Biologisch
und artgerecht
Die Verwaltung hatte dem Antrag das Konzept der Bauwerber beigefügt. In ihrem Schreiben erläuterten die Antragsteller im Detail ihre Planungen und verwiesen dabei auch auf ihre Erfahrungen. Sie führen schon seit fünf Jahren einen ausschließlich gewerblich betriebenen Offenstall für Pferde in einer Gemeinde in der Nähe des Simssees.
„Der momentan betriebene Stall ist angemietet und für einen langfristigen und dauerhaften Betrieb benötigen wir diesbezüglich einen eigenen Pferdestall“, führten die Antragsteller an. Dafür solle der bestehende Kuhstall Reit 1 in Rimsting komplett in einen Offenstall für Pferde umgebaut werden. „Wir legen größten Wert auf das Wohlergehen, die Gesundheit und die artgerechte Haltung unserer Pferde und betreiben unseren Betrieb biologisch“, betonten sie in ihrem Antrag.
Geplant sind drei bis vier separate Pferdegruppen mit Koppelzugang sowie eine innen liegende Lauffläche, damit sich die Tiere auch bei ungünstiger Witterung frei bewegen können.
Ergänzt werden soll das Offenstall-Angebot durch drei große Innenboxen für Krankheitsfälle. Auch wenn ein Pferd zum Beritt nur über eine gewisse Zeit im Stall verweilt, stehen diese zur Verfügung.
Neben einer sachgerechten Futter- und Materiallagerung sollen auch Lagermöglichkeiten für die Reitausrüstungen und weiteres Equipment in separaten Bereichen geschaffen werden. Für die Pflege und Versorgung der Pferde soll ein Waschplatz mit rutschfestem Boden (frostsicherer Wasseranschluss), die Installation eines Pferdesolariums und ein Aufsattelbereich mit Anbindemöglichkeiten gebaut werden.
Die Außenansicht des Gebäudes werde nicht verändert; lediglich im Innenbereich seien große Veränderungen vorgesehen. Ein ehemaliges Fahrsilo soll in einem Teilbereich abgebrochen werden. In diesem nördlichen Bereich soll ein Reitplatz entstehen. Ergänzt wird dies durch Koppeln im südlichen Teil des Geländes und einen Obstanger.
Von den gesamten Planungen sei das bestehende Wohnhaus nicht betroffen, denn es sei nicht mitverkauft worden. Allerdings werde für dieses eine separate Zufahrt erstellt.
Einstimmiges „Ja“
zur Umnutzung
Die Verwaltung erklärte, dass das Bauvorhaben nach § 35 Abs. 2 und Abs. 4 BauGB zu beurteilen sei. Sie unterstrich, dass es sich um eine sinnvolle Nutzung einer bereits bestehenden Bausubstanz handele, deren landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr gegeben sei. Geschlossen folgte der Rat der Empfehlung der Verwaltung.
Stephan Walter (Grüne) fasste zusammen: „Ich bin absolut dafür“, erklärte er, und sah vor allem als positiv an, dass aus dem ehemaligen Kuhstall etwas anderes entstehe.