Prien – Nach sieben Jahren ist wieder ein Schäfflertanz in Prien angekündigt gewesen. Dieser traditionelle Tanz ist der Legende nach 1517 erstmals von Schäfflern in München aufgeführt worden.
Laut Legende sollte er die Menschen nach einer Pestepidemie wieder auf die Straßen locken. Das „auf die Straßen locken“ hat auch in Prien im Jahr 2026 funktioniert. So füllte sich kurz vor 11 Uhr der Marktplatz mit schaulustigen Besuchern, die den Tanz der Kirchheimer Schäffler sehen wollten.
Defiliermarsch
beim Glockenschlag
Pünktlich mit Glockenschlag ertönte dann auch der bayerische Defiliermarsch, der traditionell zum Einmarsch und zur Aufstellung gespielt wird. Angeführt von der Blaskapelle Kirchheim wurden die traditionell rot-schwarz gekleideten Schäffler mit Applaus begrüßt und begannen umgehend ihren Tanz im typischen Schleifschritt mit den sieben symbolbehafteten Tanzfiguren. So wurde mit der ersten Figur, der „Schlange“, der Lindwurm dargestellt, der die Pest verbreitet.
Zahnräder drehen
sich wieder
„Laube“ und „Kreuz“ drückten Angst vor der Pest beziehungsweise Glaube und Hoffnung aus. Die „Krone“ stand für den Dank an das Haus Wittelsbach, dass der Tanz alle sieben Jahre aufgeführt werden durfte, und die „Vier kleinen Kreise“ sollten symbolisieren, dass sich die Zahnräder wieder drehen und das Leben wieder weitergeht.
Die Kirchheimer Schäffler hatten natürlich auch ihre Vortänzer, Fassschlager, Reifenschwinger und drei Kasperl dabei. Letztere animierten, brachten das Publikum mit Witzen zum Lachen und sorgten für rote und blaue Herzen auf den Gesichtern der Zuschauer. Die Reifenschwinger jonglierten auf einem Fass stehend gekonnt mit zwei, jeweils mit einem gefüllten Schnapsglas bestückten Reifen, ohne einen einzigen Tropfen zu verschütten. Der Inhalt wurde dann lieber für die „Gesundheit getrunken“, und das Glas wurde dann einem Kasperl in dessen Hut zugeworfen.
Sein Geschick beim Glasfangen durfte auch Toni Hötzelsperger unter Beweis stellen. Er hatte den Auftritt der Kirchheimer Schäffler in Prien vermittelt und bekam als Erinnerung ein Mannschaftsfoto. Vom mancherorts praktizierten Politiker-Derblecken blieben die drei anwesenden Bürgermeister der Marktgemeinde verschont.
Dafür gab es einen Dank für die Auftrittsmöglichkeit in Prien an den ebenfalls „beherzten“ Bürgermeister Andreas Friedrich und vom Publikum kräftigen Applaus, bevor sich die Schäffler zu ihrem nächsten Auftritt auf der Herreninsel auf den Weg machten.
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