Chieming – Im Ort herrschte Ausnahmezustand, tausende Narren wollten sich bei trockenem und sonnigem Wetter nach Regenschauern den Gaudiwurm, der von Aufham über Pfaffing und die Theresienstraße quer durch den Ort zur Mutter-Kind-Klinik führte, nicht entgehen lassen und waren ausgelassen mit dabei. Begrüßt wurden die Zugteilnehmer durch das Chieminger Faschingsprinzenpaar Johanna I. und Andi II. von einem Balkon in der Ortsmitte an der Hauptstraße alle persönlich, mit Kamelle und Helau-Zurufen. Auch das Kammerer Prinzenpaar Simy II. und Nicolas I. warfen Süßigkeiten vom Prunkwagen.
Titanic, Wikinger und
edle Venezianer
71 Motivwagen und Fußgruppen – allen voran die Chieminger Blasmusik, die Chieminger Garden und das Prinzenpaar –, die sich besonders viel Mühe mit ihrer Maskerade machten, waren unterwegs. Einige Motivwagen nahmen die Aufrüstung der Bundeswehr aufs Korn, andere die Rente ab 70. Von der Titanic bis zu den Wikingern und von edlen Venezianern bis zu den wilden 80ern waren viele Themen vertreten.
Besonders farbenfroh zeigten sich die Mamageien vom Wonneberg und die wilden Hühner von Nußdorf auf ihren pinken Vespas. Auch Jubiläen wie 100 Jahre Lufthansa, 150 Jahre Telefon oder 66 Jahre Fred Feuerstein wurden mit Wägen detailliert und kreativ dargestellt.
Musikalisch und maskiert sorgten der Grabenstätter Musikverein, Blau-Weiß Kammer mit Garde und Prinzenpaar sowie die Chieminger Trachtenkapelle für Stimmung. Der Hörpoldinger Burschenverein trat mit einem Gamstanz und lauter Blaulicht-Sirene in Erscheinung, viele Faschingswägen hatten qualmende Öfen, Seifenblasenmaschinen oder auffrisierte Motoren installiert. Neben Musik aus der Konserve war der Lärmpegel durch Chieming ein einziges Spektakel.
Fast drei Stunden dauerte der Narrenzug, ehe es dann im Festzelt bei der Kurklinik mit DJ Reitei in die Verlängerung ging. Eine 50-Meter-Bar, eine Bierinsel und Brotzeit-Ausgaben standen bereit, um das Faschingsvolk bei ihren sozialen Kontaktaufnahmen in Partylaune zu stärken.
Die Präsidentin der Chieminger Faschingsfreunde, Lena Schroll, zeigte sich sehr zufrieden über die überwältigende Besucherschar, das friedliche Miteinander und den großen Zusammenhalt beim Aufbau des Festzeltes. „40 Leute halfen einen halben Tag lang beim Zeltaufbau mit“, sagte Präsidentin Lena Schroll.
Narrenzug dauert
fast drei Stunden
Polizei und Veranstalter zeigten sich zufrieden vom weitgehend harmonischen Ablauf der Großveranstaltung bis in den Abend hinein. „Die Hauptsache aber ist, dass es zu keinem Unfall kam – das ist eine große Verantwortung für einen kleinen Verein wie unseren“, war das Resümee von Präsidentin Lena Schroll.