Bernau – Um „die Verkehrssicherheit und die Attraktivität am Bahnhof zu erhöhen“, wünschen sich die Bernauer Grünen die Anbringung „eines Zebrastreifens zwischen dem Ausgang der Unterführung und dem Gehweg zur anderen Straßenseite“. Wie bei verkehrsrechtlichen Fragen und beantragten Änderungen üblich, wandte sich die Bernauer Verwaltung an die Polizeiinspektion Prien mit der Bitte um eine Stellungnahme. Die Ablehnung und deren Begründung erfolgten zeitnah und die Polizeiinspektion (PI) Prien führte in ihrer Antwort gleich mehrere Kriterien an, warum für einen Zebrastreifen an dieser Stelle die Voraussetzungen fehlen. Letztlich folgte die Mehrheit des Rats dieser Einschätzung.
Mehr Sicherheit
für Fußgänger
Am 21. Januar 2026 war der Antrag der Fraktion der Grünen im Bernauer Rathaus eingegangen und bereits zwei Tage später lag die schriftliche Stellungnahme der Polizeiinspektion (PI) Prien zum Sachverhalt vor. Als Begründung für ihren Antrag führten Sepp Genghammer und Heribert Burdick an, dass an dieser Stelle vor allem morgens viele Pendler und auch Schüler unterwegs seien, dadurch entstünde auch in der Tempo-30-Zone eine erhöhte Gefahrensituation. Ein Zebrastreifen verbessere die Situation für die Fußgänger, so der Antrag, und führe gleichzeitig zu einer Steigerung des Sicherheitsgefühls. Die Antragsteller stellten in ihrem Schreiben auch einen Zusammenhang zwischen der gewünschten Förderung der Nutzung des öffentlichen Verkehrs und einer Verbesserung des Bahnhofsumfelds her. „Die Kosten sind minimal und können aus dem laufenden Haushalt entnommen, gegebenenfalls aber auch 2026 eingeplant werden“, so der Antrag. In ihrer Stellungnahme ging die Polizeiinspektion Prien auf die grundsätzlichen Voraussetzungen für einen Fußgängerüberweg ein und konkretisierte dann ihre Einschätzung anhand des geforderten Standorts am Bahnhof in Bernau.
Zum einen sei der Bereich bereits eine Tempo-30-Zone, der angedachte Fußgängerüberweg reiche nach Einschätzung der PI Prien in eine Busbucht hinein, ebenso sei die notwendige Verkehrsstärke (Aufkommen) wohl nicht gegeben und „eine bauliche Querungshilfe kommt wegen der zu geringen Fahrbahnbreite und der örtlichen Gegebenheiten nicht in Betracht“, so die PI Prien. Sie bemängelte weiter, dass aufgrund der schmalen Gehwege auf beiden Seiten der Straße Passanten mit unterschiedlicher Motivation (Eilende, wie Weilende: Sprich Fußgänger, die den Zebrastreifen nutzen wollen, aber noch nicht können und Gehwegnutzer) ganz einfach zu wenig Platz finden. Außerdem sei keine ordnungsgemäße Beschilderung möglich, führte sie weiter an und wies darauf hin, dass auch die Zahl der Verkehrsunfälle dort „unauffällig“ sei.
„Sind wir an die Stellungnahme der Polizei wirklich gebunden?“, warb Sepp Genghammer für die Umsetzung des Antrags. „Zum Ausprobieren ist es aber doch a bisserl teuer“, wandte Irene Biebl-Daiber ein, und die Bürgermeisterin war sich sicher, dass die Gemeinde einen möglichen Fußgängerüberweg wieder „abbauen muss“. Katrin Hofherr (SPD) nannte den Antrag „begrüßenswert“, und die Stellungnahmen der PI Prien („Na ja!“) seien „oft keine Hilfe.“
Stellungnahmen
„oft keine Hilfe“
Franz Praßberger (ÜWG) wandte ein, dass die Gemeinde einen solchen Überweg nicht in „Eigenregie einfach aufbauen kann.“ „Die Polizei ist letztlich die entscheidende Instanz“, und als Gemeinde „sind uns da einfach die Hände gebunden“, erklärte Praßberger. Für Stefan Saur (WMG) standen „Kosten und Nutzen der Aktion in keiner Relation.“
Mit großer Mehrheit folgte der Bernauer Gemeinderat der Stellungnahme der Polizei Prien, dagegen stimmten Sepp Genghammer, Heribert Burdick (beide Grüne), Dr. Andreas Lang-Ostler (BL), Katrin Hofherr (SPD) und Thomas Herian (BL).