Grassau – Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste in Grassau ist auf 3,2 Tage gesunken, dafür kamen um fünf Prozent mehr Gäste bei etwa gleichbleibenden Übernachtungszahlen. Tourist-Informationsleiter Max Felber gab einen umfassenden Bericht und zeigte den Tourismus-Haushaltsplan, den die Marktgemeinderäte in der jüngsten Sitzung einstimmig befürworteten. Damit wird dieser nun in den Gesamthaushalt der Gemeinde eingefügt.
Zunächst ging Max Felber auf die personelle Situation der Tourist-Information ein, informierte, dass seit September wieder eine Auszubildende mitarbeitet und Renate Kotlowski zwar in den Ruhestand wechselt, aber dennoch für einen Tag in der Woche weiterhin mithilft.
Die Übernachtungen sind mit 125.000 um nur ein Prozent gestiegen, die Gästeankünfte hingegen um fünf Prozent auf 39.000 gestiegen. Felber bedauerte den Bettenrückgang im Zimmerangebot. Dafür sind hochwertige Ferienwohnungen hinzugekommen. Am meisten geworben wurde auf den sozialen Medien mit großer Reichweite. Sehr beliebt sei das digitale Tourenangebot mit 24 Touren. Dieses wurde über 200.000-mal heruntergeladen und sei ein gutes Instrument zur Besucherlenkung.
Des Weiteren ging Felber auf die Chiemgau-Karte, auf die neue Kugelbahn und die Informationstafeln ein, die im Frühjahr aufgestellt werden. Von Tom Hagl (CSU) nach der Wertschöpfung gefragt, meinte Felber, dass sich diese schwer beziffern lasse. Wie viel Geld ein Gast im Ort lasse, wird unterschiedlich gerechnet. Der Mehrwert zeigt sich zudem bei den guten Wanderwegen und dem touristischen Angebot, das auch den Einheimischen offen steht.
Die Zusammenarbeit mit dem Oberen Achental, dem „Achental Tourismus“, interessierte Olaf Gruß (SPD). Er vermisste zudem eine Auflistung wie viele Gäste aus dem Ausland kommen und welche Unterkunft am beliebtesten ist. Laut Felber werden 50 Prozent der Übernachtungen in den Hotels generiert. Gästezimmer gebe es fast keine mehr. Ferienwohnungen und Urlaub auf dem Bauernhof werden gut nachgefragt. Der Austausch mit dem Oberen Achental sei normal und man arbeite zusammen. Es sei nichts Spezielles geplant, so Felber.
Zum Haushalt erklärte Bürgermeister Stefan Kattari, dass der Abgleich in früheren Jahren bei rund 150.000 Euro lag. In diesem Jahr liege dieser bei 108.000 Euro. Zur Wertschöpfung meinte Kattari, dass der Tourismus viel für die örtliche Bevölkerung leiste. „Wir sind keine touristische Hochburg und haben auch keine negativen Auswirkungen. Wir sind nicht überlaufen und dennoch profitieren viele“, so Kattari. Für viele Bürger stelle dies seine wertvolle Erwerbsquelle dar. Ohne weitere Diskussion genehmigte der Rat den Tourismushaushalt, der in den Einnahmen mit 545.500 Euro und in den Ausgaben mit 653.500 Euro schließt. Das Defizit von 108.000 Euro trägt die Gemeinde. tb