Grassau – Mit 28 neuen Wohnungen unterschiedlicher Größe könnte dem Problem des Wohnungsmangels in Grassau ein Stück entgegengewirkt werden. Besonders positiv wertete der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Versprechen des Bauträgers, für die Hälfte der Wohnungen den Mietpreis von elf Euro je Quadratmeter nicht zu überschreiten. Dies liegt unter dem üblichen Mietpreis im Gemeindegebiet. In der jüngsten Sitzung votierte der Rat für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan und sichert sich damit ein Mitspracherecht.
Elf Euro je
Quadratmeter
Nachdem in einer vorausgegangenen Sitzung dieses Wohnbauprojekt vom Marktgemeinderat begrüßt wurde, ging Planer Peter Sprus weiter ins Detail. Geplant sind zwei Gebäude in der Nähe des Sportplatzes mit Garagenbau als Abgrenzung und Schallschutz zum Fußballplatz sowie zwei Wohngebäude mit jeweils 14 Wohnungen in unterschiedlichen Größen. Die Hälfte der Wohnflächen darf, so Kattari, die Gemeinde vermitteln, und zwar zu einem Kaltmietpreis von elf Euro. Der Rathauschef informierte, dass hier ein vorhabenbezogener Bebauungsplan sinnvoll sei, da dieser der Gemeinde Möglichkeiten biete, einiges im Vorfeld zu regeln.
Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von 0,6 Hektar (6.000 Quadratmeter) mit Ausgleichsflächen. Analog zum Bebauungsplan solle ein Durchführungsvertrag mit dem Bauträger abgeschlossen werden, in dem unter anderem die Hauptwohnsitzbindung, um Ferienwohnungen vorzubeugen, aufgenommen und auch die Mietpreisobergrenze fixiert wird. Mit einem entsprechenden Planungsbüro, so Kattari, wurde in Kontakt getreten. Geplant sind zwei Gebäude mit drei Stockwerken sowie eine zweistöckige Parkgarage mit Flachdach. Diese Parkgarage soll eine abschirmende Wirkung zum Sportgelände haben. Vorgeschlagen sind 14 Wohneinheiten je Gebäude. Pro Wohneinheit müssen zwei Stellplätze nachgewiesen werden.
Die unterschiedlichen Wohnungsgrößen lassen ein breites Spektrum an künftigen Mietern erwarten, vermutet der Rathauschef. Dr. Winfried Drost (UGL) betonte, dass unbedingt auf eine Indexmiete verzichtet werden müsse, da diese Miete mehrfach erhöht werden kann. Bürgermeister Kattari sprach sich ebenfalls gegen die Indexmiete aus und erklärte, dass dies im Verfahren geregelt werde.
Ein Problem sprach Tom Hagl (CSU) an: Wenn eine derzeit sozial etwas schlechter gestellte Person eine dieser vergünstigten Wohnungen erhält und später gut verdient, kann diese dennoch dort wohnen bleiben. Dies ist aus Städten bekannt. Hierfür ein Verfahren und Kriterien zu entwickeln, wird Aufgabe des Marktgemeinderats, so Kattari. Sepp Grießenböck (FW) betonte, dass eine negative Auswirkung auf den Sportplatzbetrieb ausgeschlossen sein muss. Franz Pletschacher (BP) sprach die Straßenbreite der Erschließungsstraße an. Das Aichfeld habe eine breite Anliegerstraße, so Kattari.
Laut Richard Schreiner sei es ein Glücksfall, diese Sozialwohnung zu bekommen. Hier entgegnete Kattari, dass es sich nicht um Sozialwohnungen handeln wird, dennoch werden die Mieten unter Neubauniveau liegen.
Laut Daniela Ludwig (CSU) habe die Gemeinde nur auf die Hälfte der Wohnungen Einfluss und fragte, ob die anderen Wohnungen ebenfalls vermietet oder als Wohneigentum verkauft werden. Laut Kattari sollen dauerhaft Mietwohnungen entstehen. Für Ferienwohnungen sei eine Nutzungsänderung nötig. Was passiert, wenn ein Mieter zahlungsunfähig wird, fragte Franz Heuberger (SPD). „Muss dann die Gemeinde einspringen?“ Laut Rathauschef seien solche Fragen im Durchführungsvertrag zu regeln.
Schließlich entschied sich der Rat für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Das Planungsziel ist, zwei Mietshäuser mit höchstens 14 Wohnungen pro Haus zu errichten. Die Häuser werden als dauerhafte Wohnungen geplant. Zudem ist ein Durchführungsvertrag zu erarbeiten, in dem 50 Prozent der Wohnfläche der örtlichen Bevölkerung vorbehalten sind. Die Auswahl der Mieter treffe der Markt Grassau. Die anfängliche Miete darf elf Euro nicht überschreiten. Beide Gebäudeeinheiten sind als Mietwohnungen zu gestalten und nicht als Ferienwohnung.
Höchstens 14
Wohnungen pro Haus
Zudem müssen geeignete bauliche Maßnahmen ergriffen werden, um die künftigen Bewohner vor Lärm ausgehend vom Sportplatz zu schützen. Diese große Baumaßnahme wird den Markt Grassau in den nächsten Monaten weiter begleiten.