Staudach-Egerndach – Diese Jahresversammlung des Alpenvereins Sektion Achental im Gasthof Mühlwinkl hatte alles: viele interessierte Gäste, spannende Abenteuererzählungen, Familienunternehmungen, Arbeitsberichte und auch sehr emotionale Danksagungen und Rückblicke.
Peter Parsiegla, stellvertretender Vorsitzender leitete unter den aufmerksamen Augen des erkrankten Vorsitzenden Hermann Roth die Versammlung und blickte auf ein aktives, mit 150 Angeboten an Bergerlebnissen gefülltes Jahr zurück. Er erinnerte an die unterschiedlichen Wandergruppen, die sich regelmäßig treffen, aber auch an Skitouren, Mehrtagestouren, Hochtouren, an den Kletterkurs für Erwachsene und den Erste-Hilfe-Kurs für Trainer und Wanderführer.
Er informierte zudem aus der Jahreshauptversammlung des Dachvereins und leitete über zur internen Mitgliederverwaltung. Zum Jahreswechsel gehörten der Sektion 2.619 Mitglieder an und die Sektion wächst weiter, wie der Januar mit weiteren 168 Mitgliederneuanträgen zeigt. Organisiert wurde die Verwaltung von Monika Roth, die ihre Aufgabe an Monika Wehking weiterreichte. Interessantes ist für dieses Jahr geplant. Ein Erste-Hilfe-Kurs wird noch im Februar folgen und auch Sektionsabende werden weitergeführt. Ziel des Sektionsausflugs ist noch nicht, wohl aber das Datum, 7. bis 9. August, bekannt. Sehr erfreulich sei, dass die Brunntalhütte am Achberg auch den Sektionsmitgliedern über ein Buchungssystem offensteht, wenn sie fertig saniert ist. Die Hütte verfügt dann über zwei Schlafräume mit jeweils sechs Betten.
Detaillierter über das Jahresgeschehen informierten die einzelnen Spartenleiter. Den Anfang machten die Jugendreferentinnen, die über Langlaufen und Ausflüge, Skifahren und Bouldern sowie ein interessantes Hüttenwochenende Auskunft gaben. Die Familiengruppe brach zu drei Wanderungen mit 33 Teilnehmern auf. Über die Wintermonate wird zudem ein sonntäglicher Klettertreff in der Kletterhalle Bernau angeboten.
Mit eindrucksvollen Bildern stellte Michael Trautmann seine ein- und mehrtägige Touren unter anderem im Ötztal vor. In diesem Winter seien zwölf Veranstaltungen geplant. Pragerhütte und Großvenediger waren im vergangenen Jahr ein besonderes Ziel. Die Bouldergruppe stellte wiederum Franzi Bauer vor und informierte, dass das Kinderbouldern in der Marquartsteiner Turnhalle nun bereits seit zehn Jahren angeboten und von Martin Mayer und Charly Tonkovic geleitet werde und die Kurse immer voll sind. Die Dienstags-Wandergruppe fasste Leiter Parsiegla zusammen und informierte über 44 Touren. Jeden Monat wurde ein anderes Ziel gewählt und eine besondere Tour war die Zweitageswanderung mit Überschreitung der Nagelflugkette. Insgesamt beteiligten sich 350 Personen an den Touren. Auch dieses Jahr sind wieder Touren geplant. Diese werden auf der Homepage beschrieben. Die Senioren-Donnerstag-Gruppe wurde von Günter Altinger an viele schöne Ziele bei 40 Touren geführt. „Es war schön mit der Gruppe unterwegs zu sein“, schwärmte er. Für Berufstätige gibt es spezielle Wochenendangebote, geleitet von Elfriede Steil. Durchgeführt wurden sechs Touren inklusive einer Geigelsteinüberschreitung. Sepp Auer fügte hinzu, dass für dieses Jahr drei Touren geplant sind.
Für die Wegepaten sind die Wanderungen meist mit Kontrollen und Arbeit verbunden, wie Wegereferent Gerfried Bock berichtete. So wurden die zehn Wege im Arbeitsgebiet von neun Wegepaten überprüft. Er bat alle Wanderer auf diesen Wegen Unregelmäßigkeiten zu melden. Von einem positiven Ausbildungsstand konnte Ausbildungsleiter Wolfgang Kania berichten. Derzeit verfügt die Sektion über 22 Tourenleiter. „Was ihr leistet, ist enorm“, so Peter Parsiegla an alle ehrenamtlichen Tätigen in der Sektion gerichtet. Dieses Lob galt auch dem Schatzführer Bruno Bleicher, der eine ordentliche, übersichtliche Kassenführung aufzeigte, die ihm von den Kassenprüfern Herbert Häger und Manfred Diezinger nur Bestnoten einbrachte.
Nach der Leistungsschau widmete sich die Versammlung der Neuwahl der Vorstandschaft. 2017 wurde Hermann Roth zum Vorsitzenden gewählt und Peter Parsiegla wurde Stellvertreter. Nun meldete sich Hermann Roth zu Wort, erzählte wie er zur Sektion und zum Amt des Vorsitzenden kam, wie gerne er in den Bergen unterwegs war und wie seine Bewerbung damals lief. Seine Sporen durfte er sich erst einmal als Wegereferent verdienen und stieg zwei Jahre später die Karriereleiter zum Vorsitzenden hinauf. Amüsiert erzählte er, dass es auch keinen Gegenkandidaten gab. Nach neun Jahren müsse er nun diese Stellung abgeben, nachdem ein Schicksalsschlag sein Leben auf den Kopf gestellt habe. Er erzählte von seiner Krankheit, während die Gäste mit den Tränen kämpften, und erntete zum Schluss stehende Ovationen für seine Arbeit, seinen Team- und Kampfgeist aber auch für seine offenen, emotionalen Worte.
Um so erfreulich war es eine Nachfolgerin benennen zu können. So stellte sich Karoline Widor vor. Sie gehe gerne in die Berge und nenne Marquartstein seit acht Jahren ihre Wahlheimat. Sie verfüge über die notwendige Kompetenz zur Führung des Vereins und wäre gerne ein Teil der Sektion, erklärte die Medienfachwirtin, die auch als Baumfrisörin bekannt sei. Einstimmig wurde sie zur Vorsitzenden gewählt. Für den stellvertretenden Vorsitz konnte kein Kandidat gefunden werden und so bleibt Peter Parsiegla weiterhin der Stellvertreter. Schatzmeisterin wurde Monika Wehking und löst damit Bruno Bleicher ab. Schriftführer bleibt Lothar Kappen. Die Sektionsjugend wird von Franzi Bauer und Jenny Osterwold vertreten. In den Beirat gewählt wurden zudem Gerfried Bock, Wolfgang Kania und Peter Parsiegla. Letztlich wurden auch die Kassenprüfer Manfred Diezinger und Herbert Häger in ihren Ämtern bestätigt. tb