„Mit einem vollen Rucksack an Erinnerungen“

von Redaktion

Pfarrer Rainer Maier verlässt nach vielen Jahren seinen Schaffensort in Marquartstein

Unterwössen – Musik, Tiramisu und Dank prägten den Abschied von Pfarrer Rainer Maier. Der trat nun zum letzten Mal in seiner Funktion als Leiter der evangelischen Kirchengemeinde der Erlöserkirche in Marquartstein auf. Im alljährlichen Dankabend für die Mitarbeiter und Unterstützer der Gemeinde verabschiedete er sich nach vielen Jahren im Achental nach Nürnberg.

„Für mich ist es heute der letzte Abend in dieser Funktion in der Kirchengemeinde Marquartstein.“ Mit diesen Worten wandte sich Pfarrer Rainer Maier im Wössner Gemeindesaal im Alten Bad an die versammelten Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Erlöserkirche Marquartstein. Sie kommen aus den Achentalgemeinden von Grassau bis Schleching. Nach vielen Jahren im Achental zieht er zurück in seine Heimatstadt. Er gehe mit gemischten Gefühlen und einem vollen Rucksack an Erinnerungen, sagte Maier.

„Mir ist in Marquartstein so viel Vertrauen entgegengebracht worden“, fuhr der Pfarrer fort. „Unterschiedliche Menschen sind auf unterschiedlichen Wegen mit mir zusammen gegangen.“ Der Abschied falle nicht leicht. Er freue sich zwar auf seine Familie und Menschen, die er von früher kenne – ein Heimkommen gewissermaßen. Andererseits lasse er auch viel zurück. Maier dankte allen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. „Für das Sichtbare und das Unsichtbare. Für das Durchhalten, das Mitdenken, das Mitbeten“, sagte er. In seiner Andacht hatte er zuvor aus der Bibel zitiert: „Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist.“ Übersetzt heiße das: „Gott liebt Vielfalt – und zum Glück ist niemand allein dafür zuständig.“

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich der scheidende Pfarrer zuversichtlich. „Die Kirchengemeinde Marquartstein läuft. Sie ist in guten Händen bei den Menschen, die dabeibleiben“, erklärte er. Das Büro, der Kirchenvorstand – die Gemeinde habe ein gutes, wertschätzendes Miteinander. „So mache ich mir um die Kirchengemeinde und ihre Zukunft keine Sorgen.“ Er beneide sogar seinen Nachfolger ein wenig. Das Pfarrer-Ehepaar aus Ruhpolding, Claudia und Andreas Buchner, vertreten ihn. „Die bringen jungen Schwung mit“, freut er sich.

Bürgermeister Ludwig Entfellner würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. „Wir befinden uns in schwierigen Zeiten. Die Mittel werden knapper und es wird spannend, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt: entweder zu mehr Ellenbogen oder zu mehr helfenden Händen“, sagte er. „Und ihr seid das beste Beispiel dafür, dass die helfenden Hände gebraucht werden.“ Besonders lobte er Diakon Michael Sörgel, der die Gemeinde in der Flüchtlingsbetreuung unterstützt habe: „Im Hintergrund völlig unaufgeregt, und immer, wenn wir ihn gebraucht haben, war er da.“

Wolfgang Diem und Beatrice von Kutschenbach spielten „Amazing Grace“ mit Klavier und Alphorn. „Wir spielen das allein für dich Rainer, die anderen dürfen zuhören, aber das Stück ist allein für dich“, unterstrich Diem. Die Gesangsformation Klangfarben sang, begleitet von Fabienne Nowak am Klavier. Und auch dieses Jahr wurde die Tanzeinlage des Ehepaares Hans und Birgit Klamer heftig beklatscht. Sie tanzten einen Walzer zum Titel „Halleluja“. Den ausklingenden Abend nutzten viele Gäste, um sich von Pfarrer Maier zu verabschieden und auf ein Wiedersehen zu hoffen. lfl

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