Harald Beyer fordert Ende der „Ein-Parteien-Dominanz“

von Redaktion

Wählergemeinschaft „Wössen Mitnand“ stellt Team vor – Mehr Bürgerbeteiligung als Ziel

Unterwössen – Die Wählergemeinschaft „Wössen Mitnand“ mit Bürgermeisterkandidat Harald Beyer an der Spitze hat ihr Team für die Kommunalwahl vorgestellt. Rund 60 Teilnehmer besuchten die Versammlung im Wössner Gemeindesaal des Alten Bades, darunter auch Bewerber anderer Parteien und Wählergruppen für einen Gemeinderatssitz.

Der 58-jährige Werkzeugmachermeister Harald Beyer, Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe, stellte sich vor. Er habe 19 Jahre lang selbstständig gearbeitet, oft 14 bis 16 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Im Jahr 2024 verkaufte er seinen Maschinenpark und Kundenstamm und vermietete die Halle – bewusst, wie er betonte. Sein unternehmerisches Denken wolle er nun in die Gemeindepolitik einbringen: transparent, wirtschaftlich durchdacht und lösungsorientiert.

Inhaltlich setzte Beyer drei Schwerpunkte: Handwerk und Gewerbe stärken, damit Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort bleiben, die Jugend stärker einbinden und mit ihr Freizeitangebote entwickeln sowie die Vereine unterstützen, die er als „Rückgrat unseres gesellschaftlichen Lebens“ bezeichnete. Deutlich wurde Beyer bei der Bewertung der aktuellen politischen Lage. Wenn Erster und Zweiter Bürgermeister derselben Partei angehörten, halte er das für problematisch. „Unsere Gemeinde braucht keine Ein-Parteien-Dominanz“, sagte er. Stattdessen brauche es Zusammenarbeit und Sachpolitik. Parteipolitik habe auf kommunaler Ebene aus seiner Sicht keinen Platz. Dass er, Beyer, zugezogen sei, sehe er nicht als Schwäche, sondern als Stärke. Mit klarem Blick von außen habe er Unterwössen bewusst als Wohnort gewählt. Deshalb bringe er einen unvoreingenommenen Blick mit. Gleichzeitig betonte er seinen Respekt vor den gewachsenen Strukturen und Traditionen im Ort.

Auf Listenplatz zwei kandidiert Tobias Maier, 26 Jahre alt, Groß- und Außenhandelskaufmann. In seiner Vorstellung verwies er auf seine ehrenamtliche Arbeit in Feuerwehr, Fußballverein und Burschenverein. Wer etwas verändern wolle, müsse mitarbeiten und nicht nur kritisieren, sagte er. Sein Schwerpunkt liege auf der Unterstützung der Vereine und einer offenen Kommunikation.

Michael Oberressl, selbstständiger Friseurmeister mit 13 Angestellten und zwei Auszubildenden, steht auf Platz drei der Liste. Der verheiratete Familienvater engagierte sich über Jahrzehnte in Vorstandschaften der Musikkapelle und im Gewerbeverein. Entscheidungen sollten sachlich und mit Blick auf alle Generationen getroffen werden, betonte er. Ihm gehe es um konkrete Verbesserungen bei Infrastruktur, Schulwegen und Ortsentwicklung – nicht um Parteipolitik. Thomas Ager, Augenoptikermeister und seit 2014 Gemeinderat, kandidiert erneut. Er schilderte die Entstehung der Wählergemeinschaft: Im Januar 2025 habe ein Gespräch am Balsberglift den Anstoß gegeben. Man habe diskutiert, kritisiert und weitergedacht – daraus sei schließlich die neue Gruppierung entstanden. Ager plädierte für die Wiedereinführung von Fachausschüssen, beispielsweise für Bau, Ortsentwicklung oder Finanzen. Kein Gemeinderat könne in allen Themen Experte sein.

Auf Platz fünf steht Daniela Walter, 46 Jahre alt, Industriekauffrau bei Bosch Hausgeräte. Seit 2012 lebt sie in Unterwössen. Ein Schwerpunkt ihrer Rede war die Transparenz in der Gemeindepolitik. Protokolle öffentlicher Sitzungen, Präsentationen und Abstimmungsergebnisse sollten – unter Beachtung des Datenschutzes – leichter zugänglich sein. Als Beispiel nannte sie andere Kommunen, in denen Niederschriften online einsehbar seien. Zudem warb sie für regelmäßige Bürgergespräche, Themenwerkstätten und Stammtische, um Ideen frühzeitig aufzugreifen. Die Wählergemeinschaft plant drei Formate der Bürgerbeteiligung: regelmäßige Bürgergespräche zwei- bis dreimal im Jahr, Bürgerworkshops zur Ortsentwicklung und Bürgerstammtische zu bestimmten Themen. Im Januar hatte ein erster Stammtisch zu digitaler Vernetzung stattgefunden, über 20 Bürger waren dabei gewesen. Für solche Ideen und Meinungen aus der Bürgerschaft möchte die Wählergruppe Sprachrohr und direkter Draht im Gemeinderat werden.lfl

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