Bergen setzt auf Mittagsbetreuung

von Redaktion

Elternwunsch nach Flexibilität entscheidend – Kosten bleiben

Bergen – Der Anspruch auf Ganztagesbetreuung ab Schuljahresbeginn besteht bereits. Nun stand zur Debatte, ob die sich in Bergen seit Jahren bewährte Mittagsbetreuung fortgeführt oder eine Offene Ganztagesschule eingeführt werden sollte. Einhellig entschied sich der Rat für eine Mittagsbetreuung. Der Anspruch auf eine Ganztagesbetreuung werde der ersten Jahrgangsstufe gewährt und diesem werde bereits heute durch die Mittagsbetreuung Rechnung getragen. Rathauschef Schneider betonte, die Mittagsbetreuung habe sich über die Jahre etabliert, was sich auch in den Zahlen deutlich zeige. Von den 125 Kindern, welche die Grundschule Bergen besuchen, nutzten über 80 die Mittagsbetreuung. Mehr Kinder könnten derzeit nicht aufgenommen werden.

Schneider wies darauf hin, dass der Schulhausbau gefördert werde, wenn neue Ganztagesplätze geschaffen würden. Für den Umbau und die Ausstattung der Schule seien in den nächsten Jahren vier Millionen Euro vorgesehen. Diese zusätzlichen Betreuungsplätze würden auch benötigt, da sich in den beiden Coronajahren die Geburtenzahl auf 50 und 51 erhöht habe und sich somit auch die Schülerzahl in den kommenden Jahren erhöhen werde. Der Rathauschef berichtete weiter, dass folglich 160 Plätze als Bedarf angemeldet, genehmigt und auch gefördert würden. Schneider erklärte, der Unterschied zwischen Mittagsbetreuung und offener Ganztagesschule sei nicht groß. Die Mittagsbetreuung sei flexibler sowie sozial- und freizeitpädagogisch ausgerichtet.

Das Mittagessen sei nur für die langen Gruppen verbindlich. In der offenen Ganztagesschule liege der Fokus auf der Hausaufgabenbetreuung. Die offene Ganztagesschule sei kostenfrei, während für die Mittagsbetreuung die Eltern einen Betrag leisten müssten. Für die Buchungszeit von 11 bis 14 Uhr würden 53 Euro und für die lange Buchungszeit bis 15.30 Uhr 73 Euro fällig. Laut Schneider liege der Elternwunsch bei einer Mittagsbetreuung. Seien alle Eltern einverstanden, könne es bei 15.30 Uhr bleiben, andernfalls erhöhe sich die Buchungszeit auf 16 Uhr. Monika Mitterer (Grüne Liste), ehemalige Schulleiterin, wusste, dass die Eltern lieber eine Mittagsbetreuung wünschten, die bei den Buchungszeiten flexibler sei. Herbert Berger (ÜW) interessierte sich, ob auch in den Ferien eine Betreuung bestehe. Bisher werde die Mittagsbetreuung nur während der Schulzeit angeboten. Die Ferienbetreuung sei ein eigenes Thema, denn auch in den Ferien gebe es ein Recht auf Betreuung. Hierfür übernehme der Staat jedoch keine Förderung, informierte der Rathauschef. Auch müsse die Betreuung nicht im Ort sein. Zumutbar sei ein Fahrweg bis zu 30 Kilometern in eine Betreuungseinrichtung. Dieses Thema der Ferienbetreuung müsse im Schulverbund gelöst werden, so Schneider.

In den derzeit aktuellen Betreuungskosten sei die halbe Stunde Erhöhung der Betreuungszeit noch nicht eingerechnet. Die Kosten der Betreuung für fünf Tage pro Woche und bis 14 Uhr blieben bei 53 Euro. Verändern würden sich die Gebühren für die lange Gruppe, je nachdem, wie viele Tage benötigt würden. Bei zwei Tagen pro Woche würden 50 Euro fällig, für drei Tage Betreuung zahlten Eltern 63 Euro, vier Tage kosteten 68 Euro und fünf Tage 73 Euro. Die Gebühren gestalteten sich damit flexibler und nach Buchungsbedarf. Damit bleibe das Angebot bedarfsgerecht und familienfreundlich, so der Rathauschef. Das Mittagessen müsse, wie bereits jetzt, von den Eltern zusätzlich gebucht und gezahlt werden. Einstimmig votierte der Rat für die Beibehaltung der Mittagsbetreuung. Das sechsköpfige Team der Mittagsbetreuung werde demzufolge auch erhalten bleiben. tb

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