Traunstein – Tausende Mitwirkende und Zuschauer verwandelten die Traunsteiner Innenstadt am Samstag in eine große Faschingsmeile. Ein bunter Gaudiwurm mit knapp 70 Wagen und Fußgruppen schlängelte sich pünktlich um 14 Uhr vom Festplatz aus durch die Stadt. Angeführt von den Gastgebern der Veitsgroma Zunft führte die Zugstrecke über die Salinen- und Maxstraße, ehe sich der Faschingszug am Stadtplatz auflöste und in eine ausgelassene Party überging.
„Wir sind mit dem diesjährigen Traunsteiner Faschingszug sehr zufrieden“, betonte Präsidentin Josefine Berny. Sie zeigte sich begeistert von der „großartigen Stimmung“ und dem reibungslosen Verlauf. Rund drei Stunden nach dem Start rollte der letzte Wagen an der Sprechertribüne am Maxplatz vorbei.
Sicherheitskräfte
zeigen sich zufrieden
Auch bei den Sicherheitskräften gab es am Ende zufriedene Gesichter. „Alles ist wie geplant verlaufen“, informierte Traunsteins Kommandant Christian Schulz. Insgesamt waren 28 Feuerwehrleute und 23 Sanitäter sowie Einsatzkräfte der Polizei vor Ort, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Florian Zeltsperger, Bereitschaftsleiter beim BRK in Traunstein, berichtete: „Unsere ehrenamtlichen Helfer mussten 29-mal Hilfe leisten, überwiegend bei kleineren Blessuren. Neun Personen wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht.“
„Traunstein ist als Faschingshochburg zurück“, freute sich Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer am Rande der Veranstaltung. „Trotz des nasskalten Winterwetters kamen Tausende Menschen in die Stadt, um gemeinsam ausgelassen und friedlich die närrische Zeit zu feiern und einen bunten Faschingszug zu erleben“, so seine Einschätzung.
Der Zug wurde von den Gastgebern der Veitsgroma Zunft angeführt, die mit ihrem Fanfarenzug und zahlreichen Mitgliedern ein prächtiges Bild boten. Auf ihrem Wagen befanden sich unter anderem Oberbürgermeister Hümmer und seine Frau Veronika, verkleidet als Königspaar. Wie viele andere warfen sie fleißig Süßigkeiten und kleine Geschenke in Richtung der wartenden Kinder.
Besonders die Fußgruppen der Faschingsvereine aus Kammer, Trostberg, Chieming, Waging am See, Tittmoning und Teisendorf sorgten mit ihren Darbietungen immer wieder für Aufsehen und erhielten kräftigen Applaus. Die Stadtmusik Traunstein begeisterte mit handgemachter Musik. Einen weiteren musikalischen Höhepunkt des Faschingszugs bot die brasilianische Trommlergruppe „VemComigo“. Auch der Fanfarenzug der Feuerwehr Trostberg sowie die Faschingsmusik aus Waging heizten den Zuschauern in Traunstein mit schwungvollen Klängen ein.
Viele Gruppen und Wagenbauer hatten ihre Auftritte mit großem Engagement und Liebe zum Detail vorbereitet. Zu den Glanzlichtern zählten die „Vachendorfer Harlekin Girls“ und die „Dirlinger Flamingos Showtanzgruppe“. Auch die Gruppe „Elfenfit“ sowie die „Papageilen Wonneberger Mamageile“ beeindruckten mit prächtigen Kostümen.
Mit der Forderung „In drei Sekunden vom Campus Chiemgau in die Traunsteiner Innenstadt“ und dem Wunsch nach einer U-Bahn für die Große Kreisstadt setzten die Traunsteiner Grünen ein augenzwinkerndes Zeichen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Für alpenländische Klänge sorgten die Feldwieser Alphornbläser. Die „de Vogelwuiden Waginger“ traten als Sonntagsfahrer auf, und auch die Berchtesgadener Goassenzunft bereicherte den Umzug mit eindrucksvollen Masken. Die „Oidenmarkter Bochrat’z“ glänzten gemeinsam mit weiteren Vereinen aus und um Altenmarkt mit aufwendig gestalteten Kostümen und Fahrzeugen.
Unter dem Motto „Venezianische Nächte“ nahmen sie sich den Fasching in Venedig zu eigen und feierten „Venezianische Nächte“ auf den Straßen der Stadt Traunstein.
Zahlreiche weitere Teilnehmer aus dem gesamten südostbayerischen Raum reihten sich in den Zug ein – viele nahmen dafür eine längere Anfahrt in Kauf. Aktuelle Themen griffen ebenfalls mehrere Gruppen auf: Der Burschenverein Nußdorf und die Faschingssandler widmeten sich der Wehrpflichtdebatte, die Teilnehmer des „Faggestoi“ nahmen das Hobby Horsing humorvoll aufs Korn. Die Gruppe „Limberg/Boadahausen“ übte Kritik an der Krankenhausreform, während die Mooshammer Hütte und die „Faschingsgemeinschaft SVEO“ Beispiele zur Optimierung der Altenheime lieferten.
Mietpreisbremse
als Thema
Die Allerfinger Hüttn thematisierte die Mietpreisbremse. Einen sehenswerten Wagen zum Thema „150 Jahre Telefon“ präsentierte der Montagsstammtisch Maisenberg/Taufkirchen. Insgesamt war die Themenauswahl breit gefächert und reichte von Bauernhofmotiven über „Shaun das Schaf“, Mallorca, Lufthansa, „Der Münchner im Himmel“, Las Vegas, „Fluch der Karibik“, Lucky Luke, Harry Potter, Weltall, Kaminkehrer und Formel 1 bis hin zu „Manta Manta“.
Danke an alle
Helfer und Gruppen
Zum Abschluss des Zuges bedankte sich Josefine Berny bei allen Helfern. „Ohne den großartigen Einsatz unzähliger Vereinsmitglieder wäre das alles nicht zu schaffen“, betonte sie. Ein besonderes Dankeschön richtete sie an alle teilnehmenden Vereine und Gruppen: „Sie alle haben einen tollen Beitrag zu einem rundum gelungenen und äußerst unterhaltsamen Traunsteiner Faschingszug 2026 geleistet.“