Prien – Der Leiter der Abteilung Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung, Tobi Huber, stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung seine Gedanken zur Steuerung des Leerstands und der Standortentwicklung vor. Er schlage vor, ein zusätzliches jährliches Budget in Höhe von 100.000 Euro zur Wirtschaftsförderung, den Erhalt des Ortszentrums und der Bekämpfung der Leerstände einzustellen. Er denke an ein aktives Leerstands-Management, bei dem Eigentümer sowie potenzielle Nutzer angesprochen und zusammengebracht würden. Es solle eine temporäre Nutzung als Zwischenlösung sowie eine dauerhafte Miete möglich sein. Dafür solle auch die Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein „Prien Partner“ verstärkt werden. Er wolle eine Plattform „Wirtschaftsstandort Prien“ ins Leben rufen, die mit einer Kampagne – etwa mit Videos, in denen die Vorteile des Tourismus-Standorts aufgezeigt würden – beworben werde. Zurzeit kümmere er sich allein darum, er plädiere für Unterstützung dabei.
Karina Dingler (ÜWG) erklärte, es sei ein Problem, wenn Eigentümer ihre Geschäfte lieber leer stehen lassen würden, anstatt die Miete zu reduzieren. Viele Einzelhändler würden aufgeben, weil sie die Pacht nicht mehr bezahlen könnten. Eine Zwischennutzung, insbesondere für Künstler begrüße sie. Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) erklärte, er verstehe auch die Vermieter, die vielleicht eine Finanzierung laufen und somit Ausgaben zu stemmen hätten. Kersten Lahl (BfP) sagte, er finde den Ansatz grundsätzlich richtig, dies seien Investitionen für eine Wertschätzung. Oft schließe sich bei einer Ladenschließung der nächste Leerstand in der Nachbarschaft an, da die Laufkundschaft ausbliebe. Daher seien die Touristen wichtig, da sie vor Ort einkaufen würden. Gunther Kraus (CSU) lobte den Ansatz als gute Idee, die man weiterverfolgen solle. Man müsse dabei auch an die Arbeitskräfte denken, die oft fehlten.
Das Gremium beschloss einstimmig, ein Budget in Höhe von 60.000 Euro jährlich für diese Wirtschaftsförderung einzurichten. wp