Sabine Eyrich liest aus ihrem kürzlich erschienenen Buch „Sisterhood statt Stutenbissigkeit“. Fotos Gaßner/Patch Work
Seeon-Seebruck – Wenn Christiane Gaßner über die „Female Business Week“ spricht, nennt sie diese ein „Herzensprojekt“. Die Leiterin der Kundenbetreuung organisiert die Woche vom 1. bis zum 7. März im „Patch.Work“ in Seeon-Seebruck. In den von Stefan Daxenberger geschaffenen Räumen finden Interessierte neben einem Arbeitsplatz auch sozialen Austausch und Weiterbildung.
Auch Männer
dürfen kommen
„In diesen Zeiten wird die Vernetzung und der Austausch immer wichtiger“, erklärt sie die Motivation hinter der Veranstaltungsreihe. Frauen sollen sich untereinander kennenlernen, voneinander lernen und neue Perspektiven entdecken. Dabei betont Gaßner ausdrücklich: „Männer sind auch explizit eingeladen.“ Das Verbindende sei ihr besonders wichtig und dass sich bereits Männer angemeldet hätten, freue sie sehr. Frauen seien besonders gut darin, sich in Themen und Projekte einzuarbeiten und Informationen zu sammeln: „Das Wissen haben viele Frauen, aber setzen es nicht um”, beobachtet Gaßner. Mit den Vorträgen möchte sie anderen Frauen Mut machen, sich zu trauen ins Tun zu kommen. Zum Beispiel sehe sie bei Frauen durchaus Interesse am Thema Finanzen, „aber sie informieren sich oft zu wenig”. Daher dreht sich der Montagabend rund um finanzielle Unabhängigkeit und Absicherung. Aus eigener Erfahrung plädiert sie in der Führungsetage für gemischte Teams: „Ich bin ein Fan von einer Doppelspitze – männlich, weiblich -– eil man sich da sehr gut ergänzt.” Gleichzeitig ermutigt sie Frauen zu mehr Sichtbarkeit. Viele machen gerne den Assistentenjob hinter dem Chef, statt selbst in den Vordergrund zu treten. „Wir haben im Chiemgau wirklich tolle Frauen, da muss sich keiner verstecken”, betont Christiane Gaßner.
Unternehmerinnen
im Handwerk
Neben der Eröffnung am Sonntag mit einem Grußwort der Bayerischen Staatsministerin für Arbeit, Familie und Soziales, Ulrike Scharf, und dem Abend rund um Finanzen geht es am Dienstag um Unternehmerinnen im Handwerk sowie am Mittwoch um künstliche Intelligenz. Am Donnerstag liest Sabine Eyrich aus ihrem kürzlich erschienenen Buch „Sisterhood statt Stutenbissigkeit“. Darin plädiert sie für „Sisterhood“ – also ein solidarisches Miteinander und die gegenseitige Unterstützung unter Frauen – statt destruktivem Konkurrenzverhalten. Letzteres habe sie selbst jahrelang erlebt, „in den unterschiedlichsten Bereichen, ob es die jungen Mütter sind, die sich profilieren müssen oder im Berufskontext“, erzählt sie.
Der Grund seien aus ihrer Sicht die noch immer begrenzten Aufstiegsmöglichkeiten: „Es gibt wenig Plätze für Frauen und wir müssen schauen, dass wir da reinkommen.” Dabei sollten Frauen sich gegenseitig unterstützen und sich füreinander freuen, statt neidisch zu sein. Gleichzeitig seien Frauen unglaublich strukturiert, beobachtete Eyrich: „Die können Pläne von oben nach unten abarbeiten.” Im Vergleich zu Männern seien Frauen oft schneller und müssten nicht alles diskutieren. „Eine Frau setzt dann einfach um.” Dennoch sei es wichtig, die Unterschiede zwischen Frauen, aber auch zwischen Mann und Frau, als Stärken zu begreifen und zu nutzen. Am Freitag stehen dann „Gründen, Scheitern und Neubeginn” im Fokus einer Lesung sowie Diskussionsrunde. Am Samstag reflektieren die Organisatoren zusammen mit Gästen die Woche voller Inspiration bei einem Brunch sowie einem abschließenden Kunstworkshop.
Wiederholung
im kommenden Jahr
Anmelden können sich Interessierte auf der Website des „Patch.Work“. Die Resonanz auf die erste „Female Business Week“ stimme Gaßner optimistisch. „Ich will das nächstes Jahr auf jeden Fall wieder machen”, kündigt sie an. Die „Female Business Week“ solle zu einer festen Institution im Chiemgau werden.