Zum Artikel „Projekt des Arbeitskreises Ortsentwicklung“ (Lokalteil):
Gut, dass Redakteur Patrick Nägele das Projekt „Arbeitskreis Ortsentwicklung“ wieder ans Licht gezogen hat. Der Schlussbericht des kompetenten Gremiums unter Leitung von Prof. Pridik ist am 1. Juli 2011 – vor 15 Jahren! – erschienen und seitdem verschwunden. Als damalige Gemeinderätin habe ich nicht erlebt, dass dieses gewichtige, sorgfältig erarbeitete und in zig Arbeitsblättern (Lagepläne, Entwurfsstudien, Ansichtsskizzen) hervorragend aufbereitete Konvolut auch nur einmal in den folgenden Bauausschüssen oder entsprechenden Versammlungen zurategezogen wurde. In der im Artikel abgebildeten Seestraße, als Beispiel „für großes Potenzial“, sind in letzter Zeit mehrere Wohnblocks entstanden, aber von der Vision einer „Promenade zum See“ ist nichts realisiert oder auch nur angedacht worden. Gäste ziehen nach wie vor ermüdet ihre Rollkoffer die triste Seestraße entlang, und die zahlreichen Neu-Anwohner werden im Sommerhalbjahr wenig Chancen haben, aus ihrer Einfahrt herauszukommen, wenn eine nicht enden wollende Autoschlange sich vom Hafen zum Ortskern quält. Eine Situation, die sich mit dem neuen Prädikat „Kulturerbe Herrenchiemsee“ wohl noch verschlimmern wird. Wir brauchen keinen neuen Arbeitskreis, aber Bürgermeister und Gemeinderäte, die die „Ortsentwicklung“ beherzt anpacken.
Dr. Claudia Trübsbach Prien