„Das ist kein Kavaliersdelikt. So was macht man nicht“

von Redaktion

Seeon-Seebrucker Bürgermeister Martin Bartlweber spricht über zerstörte Wahlplakate, Straßenausbau und Parkprobleme

Truchtlaching – Mit über 100 Zuhörern war die Bürgerversammlung im „Chiao Chiao“ in Truchtlaching sehr gut besucht. Darunter auch die Mannschaft der Eisstockschützen des SV Truchtlaching, die in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) gratulierte im Namen der Gemeinde Seeon-Seebruck zu dem großartigen Erfolg und überreichte der Mannschaft unter großem Applaus ein Geschenk.

Wie in der Teilversammlung in Seebruck informierten der Bürgermeister und die Verwaltung auch in Truchtlaching ausführlich über das Gemeindegeschehen des vergangenen Jahres und gaben einen Ausblick auf bevorstehende Maßnahmen. So wird im Ortsteil Truchtlaching voraussichtlich noch heuer ein Projekt angepackt, das seit mehr als zehn Jahren auf der Agenda steht, aber immer wieder verschoben wurde: der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße mit Geh- und Radweg zwischen Truchtlaching und Pattenham. Wie berichtet, ist der Startschuss für dieses Projekt auf interkommunaler Ebene bereits gefallen. Für die Stadt Traunreut, die die Straße auf ihrem Gemeindegebiet zwischen Hörpolding und Hassmoning bereits ausbauen hat lassen, beginnt damit der zweite Bauabschnitt ab Hassmoning bis Pattenham in der Gemeinde Seeon-Seebruck. Die beiden Gemeinden hatten Mitte vergangenen Jahres vertraglich vereinbart, das 7,5-Millionen- Euro-Projekt, das mit rund 5,7 Millionen vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr gefördert wird, gemeinsam durchzuführen. Wie Bartl-weber mitteilte, werde zunächst die Traunreuter Teilstrecke ausgebaut und anschließend das 1,4 Kilometer lange Straßenstück auf Seeon-Seebrucker Seite. Je nach Baufortschritt könnte noch heuer mit dem Ausbau ab Pattenham begonnen werden. Die Straße wird 6,50 Meter breit und bekommt einen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg. Dieser knüpft von Pattenham kommend am Ortseingang von Truchtlaching an den bestehenden Geh- und Radweg an. Auf Eis gelegt wurde der sogenannte „Fritz-Hof“ an der Seeoner Straße in Truchtlaching. Auf dem ehemaligen „Kugler-Grundstück“ sollte eine Holzbausiedlung mit Reihenhäusern und Wohnungen entstehen. „Leider ist die Nachfrage nicht da“, bedauerte der Bürgermeister. Jetzt müsse über Alternativen nachgedacht werden. So könnten fünf Parzellen mit Ein- und Zweifamilienhäusern eine Richtung sein.

In der Diskussion brach Simon Daxenberger eine Lanze für das Gewerbe. Er vermisse eine Ausweisung von Gewerbegebieten und wolle wissen, was diesbezüglich in der Gemeinde geplant sei, sagte Daxenberger. Er bezeichnete es als Glück, dass die Privatbrauerei „Camba“ in der Gemeinde geblieben ist. „Solche innovativen Unternehmen müsse man unterstützen und nicht immer blockieren“, betonte Daxenberger.

Toni Langschartner missbilligte das beidseitige Parken in den Wohnsiedlungen. Auch kleinste Nebenflächen seien zugeparkt. Vor allem bei Schnee hätten die Räumfahrzeuge dadurch riesige Probleme. Für ihn stelle sich die Frage: „Ist es gedankenlos oder den Autobesitzern wurscht?“

Um eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung zu fördern, regelt in der Gemeinde Seeon-Seebruck eine Stellplatzsatzung die Anforderungen für Kraftfahrzeuge. Trotzdem mangelt es offensichtlich an Parkraum. Oft liegt es nach Auffassung des Bürgermeisters daran, dass die Autofahrer in den Familien immer mehr werden. Zur Verteidigung des Gemeinderats sagte er: „Wenn wir Wohnraum ausweisen, legen wir großen Wert darauf, dass genügend Stellplätze zur Verfügung stehen.“ Ein Rezept, wie das Park-Chaos in den Wohnsiedlungen behoben werden könnte, hatte er nicht parat. Ein Lob sprach Lambert Axthammer der Verwaltung aus. „Die gegenüber der Bäckerei in der Dorfmitte installierten Poller (Absperrpfosten) sind für die Kinder Gold wert“, sagte er unter Applaus.

Anlässlich der am 8. März stattfindenden Kommunalwahlen sprach Bartlweber ein Problem an, das in ganz Deutschland überhandnimmt: zerrissene und zerstörte Wahlplakate. Der Vandalismus ist auch in der Gemeinde Seeon-Seebruck auffällig. „Plakate unterschiedlicher Parteien wurden verunstaltet und runter- gerissen. Das ist kein Kavaliersdelikt, so was macht man nicht“, warnte Bartl-weber in allen drei Bürgerversammlungen. ga

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