Schleching – Vor genau 57 Jahren fand das erste Arbeitstreffen der Kernphysiker in Schleching statt und ist bis heute eine gute Tradition. Coronabedingt treffen sich die Physiker zum 55. Mal im Bürgersaal, um sich auf hohem Niveau auszutauschen. Die Teilnehmer sind heute internationaler geworden und die Themen immer komplexer. Vormittags halten Seniorphysiker Vorlesungen und führen in die Themen ein, während nachmittags junge Physiker lernen und die Thematiken ergänzen.
Erholung in
der Landschaft
Bürgermeister Josef Loferer begrüßte die Teilnehmer und sah es als große Wertschätzung für Schleching, dass die Arbeitstreffen schon so viele Jahre hier stattfinden. Junge und gestandene Physiker aus aller Welt zeigen, wie die Welt durch gemeinsame wissenschaftliche Arbeit zusammenwächst und die Ergebnisse eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellen. Loferer erklärte den neuen Teilnehmern, dass der Ort eine kleine ländliche und forstwirtschaftlich orientierte Gemeinde ist, die den Wissenschaftlern hoffentlich zwischen den verschiedenen Vorträgen und Seminaren auch etwas Erholung in der schönen Natur bieten kann.
Ideen dazu hatte Elisabeth Keihl, die Tourismuschefin im Achental, die die Physiker einlud, im Tourismusbüro in Unterwössen vorbeizuschauen, um die Ausstellung „Almenwelt“ zu besuchen oder sich über andere Aktivitätsmöglichkeiten zu informieren.
Bürgermeister Josef Loferer informierte, dass dies sein letzter Auftritt als Bürgermeister vor so hochrangigem Publikum sein wird, da er das Amt nach der Wahl nicht weiterführen wird. Jedes Mal wird dabei ein wissenschaftliches Thema angesprochen, das von hochqualifizierten Dozenten verschiedener Universitäten verständlich und humorvoll vorgetragen wird. In diesem Jahr geht es um den „Urknall – Sternenstaub und die Frage, ob wir im Universum allein sind“ von Professor Andreas Burkerd.
Der Leiter des Arbeitstreffens, Professor Dr. Frank Maas, berichtete gegenüber der Chiemgau-Zeitung, dass diesmal drei Themen für das Arbeitstreffen vorgesehen sind. Zum einen geht es um die traditionelle Kernphysik und die neuesten Entwicklungen von elektromagnetischen Eigenschaften von Kernen. Ein weiteres, gerade brandheißes Thema sind die Quantencomputer, die auch in der Kernphysik Anwendung finden. Das dritte Thema befasst sich mit Quantensensoren. Diese hochpräzisen Messgeräte sind wichtig für Mikrokalorimeter und Sensoren für feine Magnetfelder.
Topthema sind
die Quantencomputer
Bei einer anschließenden lockeren Zusammenkunft am ersten Abend konnten die vielen Wissenschaftler über die anstehenden Themen diskutieren.
Einige junge Physiker standen auch mit Elisabeth Keihl zusammen und ließen sich auf der Karte mögliche Wanderrouten zeigen.