Tausende Tonnen CO2 eingespart

von Redaktion

Projekt Klimabonus läuft in Traunstein erfolgreich ohne Bundeszuschuss weiter

Traunstein – Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die nationalen Klimaschutzziele Deutschlands, das sich vorgenommen hat, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Im Jahr 2019 wurde vom Bund das Projekt „Klimabonus“ im Rahmen der Nationalen Klimaschutz Initiative (NKI) in den fünf Regionen Chiemgau, Flensburg, Lüneburg, Leipzig und Burgwald-Ederbergland mit Marburg ins Leben gerufen. Nach dem Ende des dreijährigen Förderzeitraums ziehen die heimischen Projektverantwortlichen nun Bilanz.

Erfolgsgeschichte
im Chiemgau

Besonders im Chiemgau hat sich der Klimabonus als Erfolgsgeschichte erwiesen, sowohl für private als auch gewerbliche Investoren und die Region insgesamt. Projektmanagerin Elke Mathe vom Traunsteiner Büro des Klimabonus betont: „Bei dem Projekt kommen regionales Wirtschaften und der Klimaschutz zusammen. Da kommt zusammen, was zusammengehört.“ Sie berichtete erfreut, dass im Chiemgau insgesamt 355 Klimaschutz-Maßnahmen gefördert wurden.

Im Berichtszeitraum der vergangenen drei Jahre umfassten diese unter anderem den regelmäßigen Bezug von Gemüseabokisten (153), die Installation von Balkonkraftwerken (137) und die Anschaffung von elektronischen Thermostaten (47). Auch die regelmäßige Teilnahme am Carsharing (16) und die Dämmung mit Naturmaterialien (zwei) gehörten dazu. „Damit wurden rund 1.540 Tonnen CO2 eingespart“, zeigt sich Elke Mathe von der Konzeption und Annahme des Klimabonus bei Bürgern, Firmen und Organisationen überzeugt.

Das Konzept des Klimabonus ist einfach und regional, wie Elke Boehringer vom Klimabonus-Büro erläutert. Unternehmen oder auch Privatpersonen können ihren CO2-Ausstoß kompensieren, indem sie in den Chiemgauer Klimafonds einzahlen. Die eingezahlten Gelder werden in Form der Regionalwährung Chiemgauer für Belohnungsaktionen ausgeschüttet.

Elke Boehringer macht deutlich, dass sich die Beantragung der „Belohnung“ einfach gestaltet: „Einfach ein Projekt wie beispielsweise ein Steckersolargerät (Balkonkraftwerk) kaufen, installieren und anschließend den Kaufbeleg auf unserer Internetseite hochladen. Nach der positiven Prüfung werden Chiemgauer Scheine zugesandt oder als Guthaben auf die Regiocard gebucht.“ Der Klimabonus ist ein innovatives Klimaschutzprojekt des Chiemgauer e.V., das seit 2019 vom Bund gefördert wird. Die Finanzierung der Maßnahmen läuft über einen regionalen Klimafonds, der sich durch Spenden und Sponsoring von Firmen, Kommunen, Vereinen, Organisationen und auch von Privatpersonen speist.

Für viele Firmen ist der Klimafonds ein wichtiger Partner, wie beispielsweise für die Feuerbestattung Südostbayern in Traunstein. Deren Geschäftsführer Paul Engmann betont, man habe sich für die Kompensation der anfallenden Emissionen über den Chiemgau Klimafonds entschieden, da die Emissionen in Traunstein anfallen. „Wir wollten direkt vor Ort kompensieren.“

Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer betont die Bedeutung des Klimabonus-Projektes: „Eine einmalige Gelegenheit den lokalen Handel zu fördern und das Klima zu schützen. Deshalb haben wir als Stadt Traunstein sehr gerne mit dem Klimabonus zusammengearbeitet.“ Die Stadt Traunstein entwickelte im Förderzeitraum zwei attraktive Programme, die einen Anreiz für die Umsetzung klimafreundlicher Maßnahmen geboten haben. Dabei konnte im Zeitraum zwischen März 2021 und September 2024 ein Minderungseffekt von mehr als 50.000 Tonnen CO2 im Stadtgebiet Traunstein erzielt werden.

Nachdem die Klimabonus-Belohnungen drei Jahre lang im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative entwickelt wurden, wird die Aktion des Klimabonus fortgesetzt.

„Das hat sich bei mir sehr bewährt und läuft genauso weiter“, so Elke Boehringer, die selbst Belohnungen über ihr „Jeanslazarett“ in Waging am See ausgibt. Der Klimabonus wird in den Regionen Chiemgau, Leipzig und Flensburg fortgesetzt, weitere Regionen sind geplant.

Einfaches
Belohnungssystem

„Kompensationszahlungen sind weiterhin möglich und auch die Belohnungsaktionen werden fortgeführt, auch wenn die Projektförderung auf Bundesebene zu Ende geht“, betont Sabine Wiendl vom Klimabonus. Sie fügt hinzu: „Klimaschutz zahlt sich immer aus, auch im Geldbeutel oder auf dem Konto in Form von Chiemgauer.“

Artikel 1 von 11