Prien/ Vachendorf – Anfang Februar starteten die „Fluffy Paws“ bei den süddeutschen Meisterschaften im Cheerleading. Trainerin Elisabeth Kansy merkte vielen der sieben- bis zwölfjährigen die Nervosität an. Für Paula, mit sieben eine der Jüngsten, war Aufregung an diesem Tag kein Thema. „Ich war schon oft auf einer Meisterschaft, deswegen bin ich nicht aufgeregt“, sagt sie selbstbewusst. Fünfmal, um genau zu sein, die erste im Sommer 2024. Mit dem Cheerleading hat sie schon mit dreieinhalb Jahren angefangen. Aber eigentlich war Paula schon viel früher mit dem Cheerleading in Kontakt, denn Elisabeth Kansy ist ihre Mutter.
Abteilung des TSV Prien
feiert Zehnjähriges
Im Dezember 2025 qualifizierten sich die „Fluffy Paws“, eines von vier Einstiegs-Teams in Vachendorf, mit Platz sieben von 18 Gruppen bei den bayerischen Meisterschaften für die süddeutschen. „Meisterschaften sind am Ende meistens mit Tränen verbunden – entweder vor Erleichterung und Freude oder auch teilweise wegen der Enttäuschung“, sagt Kansy, die auch Abteilungsleiterin ist, im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Nach der jüngsten Meisterschaft in Neu-Ulm waren es eher Tränen der Enttäuschung. Trotz eines nahezu fehlerfreien Auftritts belegte das Team den elften Platz von 13 angetretenen Mannschaften.
Die Konkurrenz aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen trainiert teilweise bis zu viermal, in Vachendorf reicht die Hallenkapazität nur für zwei Trainings in der Woche. „Die Konkurrenz schläft nicht, das ist bei den Kinderteams echt krass“, so Kansy, die ihren Schützlingen das größere Teilnehmerfeld zwar immer erklärt, aber: „Kinder verstehen das manchmal noch nicht so ganz und wollen natürlich weit vorn landen.“
Gute-Laune-Lied
auf der Rückfahrt
Aber das vierköpfige Trainerinnen-Team hatte dafür ein Rezept mitgebracht: Nach der Siegerehrung wurde das Gute-Laune-Lied gesungen, im Bus auf der Rückfahrt verteilten dann Trainerinnen und Athletinnen untereinander Medaillen und sagten sich dazu etwas Positives – „und die gute Laune war wieder hergezaubert“.
Auch zwei Teams der „Chiemsee Cheer Company“ des TuS Prien traten in Neu-Ulm an. In der Kategorie „Senior Allgirl Level 3“ gewannen die „CCC Radiance“ Bronze, im „Youth Level 1“ ergatterte das Team „CCC Shine“ Platz sechs. Die Priener Cheerfamilie feiert in diesem Jahr das zehnjährige Bestehen. Die Fans werden zahlreicher, was sich auch in Neu-Ulm an lautstarker Unterstützung während den Routinen und einem pinken Farbenmeer im Publikum bemerkbar machte.
Für die in Grabenstätt lebende Kansy ist der schönste Moment auf so einer Meisterschaftsfahrt – dieses Mal begann die Reise um 4 Uhr und endete gegen 20 Uhr – wenn die Kinder vor dem Auftritt auf die Matte laufen und es endlich so weit ist. „Dann siehst du die gemeinsame harte Arbeit und die Zeit, die wir gemeinsam da reingesteckt haben“, erzählt sie begeistert. Vor allem weil die Leistung auf der Meisterschaft noch einmal besser als im Training sei, „wenn wir sehen, wie viel Spaß die Mädchen haben, strahlen und zeigen, dass das der geilste Sport der Welt ist.“
Wettkampf macht
am meisten Spaß
Dieser Moment war auch für Tochter Paula der schönste Moment: „Auf der Matte war es am coolsten.“ Generell mache der Wettkampf ihr mehr Spaß als das Training, die lange Busfahrt sei kein Problem, und die Frage, ob sie das jedes Wochenende machen könnte, beantwortet sie locker mit „ja“. Ihre Mutter sieht das anders, denn für sie ist ein solcher Tag auch mit viel Stress verbunden: „Ich freue mich, wenn alle Kinder gesund im Bus sitzen und alle da sind. Vor Ort sind wir Coaches natürlich fokussiert und haben einen gewissen inneren Stress. Die Uhr tickt, zu einer gewissen Uhrzeit müssen wir auf einer bestimmten Fläche stehen, wo dann alles reibungslos durchlaufen sollte“.
Die Belastung falle dann ab, wenn der Auftritt durch sei und es in den Händen der Jury liege. Hinter dem Vorhang können sich die Coaches dann die Routine noch einmal im Re-Live ansehen. „Da kommen dann viele Emotionen hoch, wenn wir die Sachen sehen, die gut funktioniert haben.“ Generell sei ein Tag der Meisterschaft immer etwas Besonderes: der Tag, auf den gemeinsam so lange hintrainiert wurde. In dieser Besetzung sind die Fluffy Paws seit März zusammen und trainierten für die Bayernmeisterschaft im Dezember und jetzt die Regionalmeisterschaft. Der nächste Sprung zu den Deutschen blieb dem Team verwehrt.
„Ein solches Event macht die Kinder schon stolz. Dabeizusein ist für das Teamgefühl auch sehr wertvoll“, sagt die Abteilungsleiterin, die selbst aktiv den Sport betreibt. Einige der Kinder wechseln jetzt in die nächsten Jugendteams. Ende März werden Probetrainings veranstaltet, um neue Mitglieder für die Altersklasse zu finden.
Im Dezember ist
die nächste Meisterschaft
Die nächste Meisterschaft ist dann wieder im Dezember, wenn es gegen die besten Teams aus Bayern geht. Um dann näher an der Konkurrenz zu sein, lief eine Crowdfunding-Aktion für einen „Safety Floor“ für die Trainingshalle in Vachendorf, der bei Sprüngen unterstützt – ein originaler Wettkampfboden.
Gute Voraussetzungen, dass die nächsten Tränen wieder einen freudigen Anlass haben.