Gstadt – Bürgermeister Bernhard Hainz fasste die Rückmeldungen aus dem Gstadter Gemeinderat zusammen, als es um den neuen Vertrag für den Weiterbetrieb des On-Demand-Verkehrssystems „Rosi“ ging: „Eine pauschale Ermächtigung wird es nicht geben.“
„Gesunde Füße“
für „Rosi“
Dass der Gemeinderat ihm keine Zustimmung zur Blanko-Unterschrift geben wollte, war ganz in seinem Sinn. Ebenso, dass die Räte und der Bürgermeister „Rosi“ nicht sterben lassen wollen. „Wir wollen, dass Rosi auf gesunde Füße kommt“, betonte Hainz.
Der Rat beschäftigte sich, wie auch in der Nachbargemeinde Breitbrunn, mit den neu zugesandten Vertragsmodalitäten für einen möglichen Weiterbetrieb des On-Demand-Verkehrssystems ROSI. Bürgermeister Hainz stellte das neue Preismodell und die geänderten Betriebszeiten vor. Eine Bezahlung in bar solle künftig so gut wie nicht mehr möglich sein, informierte er. Zudem werde die Aufteilung in Sektoren wieder aufgehoben. Hainz erinnerte auch daran, dass die Gemeinden Samerberg und Aschau aus dem Projekt ausgestiegen sind. Vom Rosenheimer Landratsamt sei die Gemeinde aufgefordert worden, einen Beschluss „zur Ermächtigung des Bürgermeisters zu fassen, einen Vertrag zu unterschreiben, der noch gar nicht vorliegt“, so Hainz. Da der Inhalt des Vertrags und die Höhe der Ausgaben nicht bekannt waren, wurde diese Ermächtigung abgelehnt.
Alexandra Wolf, Amtsleiterin im Landratsamt Rosenheim und mit der Causa „Rosi“ bestens betraut, zeigte Verständnis für den Frust der Bürgermeister. „Die Bürgermeister möchten natürlich wissen, was für Kosten auf die Gemeinden zukommen und wie es weitergeht“, sagte Wolf. Gleichzeitig sei sie aber sehr froh über das Engagement der Bürgermeister. „Das ist wirklich toll, dass sich alle einbringen“, unterstrich Wolf im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Sie erinnerte daran, dass „Rosi“ gleich zu Beginn viel besser angenommen worden sei, als überhaupt gedacht.
Auch über die Unterstützung durch das Logistik-Kompetenz-Zentrum sei sie sehr froh, so Wolf, die seit Mitte 2024 die Amtsleitung im Rosenheimer Landratsamt übernommen hat.
Besser angenommen
als zunächst gedacht
Aus dem Gstadter Gemeinderat kam bei der Sitzung nicht nur Kritik. Neben dem Wunsch des Bürgermeisters, dass Rosis Betrieb weitergehen möge, erklärte auch Michael Rappl von der Freien Wählergemeinschaft an: „Rosi jetzt wegsterben zu lassen, ist nicht in unserem Sinn!“