Ruhpolding – Der erste Schritt ist gemacht: Ruhpolding könnte sich wieder offiziell für die Austragung einer Biathlon-Weltmeisterschaft bewerben. Jüngst traf der Gemeinderat eine Richtungsentscheidung. Mit 18 zu einer Stimme sprach man sich dafür aus, die Grundlagen für eine Bewerbung zu erarbeiten. Für die WM-Austragung kommen die Jahre 2032 oder 2033 infrage.
Offizielle Bewerbung
startet in zwei Jahren
In Stein gemeißelt ist Ruhpoldings Bewerbung mit dem Gemeinderatsbeschluss aber noch nicht. Erst in zwei Jahren muss man bei der Internationalen Biathlon-Union (IBU) offiziell den Hut in den Ring werfen. Er wolle keine Weltmeisterschaft nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“, so Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) im Gemeinderat. Vielmehr gehe es darum, die Infrastruktur in der Chiemgau-Arena wieder auf ein höheres Niveau zu heben. „Der Biathlon-Weltcup ist unser täglich Brot. Und mit einer Weltmeisterschaft könnten wir die Arena nachhaltig dafür entwickeln“, so Pfeifer. Timo Gerhold, Geschäftsführer der Chiemgau Arena GmbH, war sich sicher: Bekommt Ruhpolding 2032 oder 2033 die WM, ist auch die Weltcup-Austragung für acht weitere Jahre gesichert.
Während ein Weltcup, inklusive Eröffnungsfeier, fünf Tage dauert, sind es bei einer Weltmeisterschaft rund zwei Wochen. Fast 200.000 Zuschauer wurden bei der letzten Biathlon-WM in Ruhpolding 2012 allein an der Strecke gezählt. Schon vor fünf Jahren unternahm der damalige Leiter der Chiemgau-Arena, Engelbert Schweiger, erste Vorplanungen für eine WM-Bewerbung. Wegen der Neugründung der Chiemgau Arena GmbH 2022 und wirtschaftlicher Unsicherheiten wurde das Vorhaben aber erst mal nicht weiterverfolgt.
Im Oktober 2025 fanden dann Gespräche zwischen dem Deutschen Skiverband (DSV) und dem Ruhpoldinger Organisationskomitee statt. Seit 4. Februar hat man es im Ruhpoldinger Rathaus schriftlich: Der DSV würde eine WM-Bewerbung vollumfänglich unterstützen. Allerdings müsste mit der Austragung noch bis mindestens 2032 gewartet werden. Denn fürs Jahr 2031 wird sich der DSV auf internationaler Ebene schon für die Ausrichtung der Nordischen Ski-WM (Langlauf, Skispringen, Kombinierer) in Oberstdorf starkmachen. Zwei Weltmeisterschaften im Wintersport im gleichen Land wären nicht realistisch.
Für die kommenden Jahre sind die Biathlon-WM-Austragungsorte bereits vergeben: 2027 im estnischen Otepää, 2028 in Hochfilzen, 2029 in Oslo. 2030 findet wegen der Olympischen Spiele in Frankreich keine WM statt.
Bereits viermal
WM-Ausrichter
Ruhpolding war schon viermal Ausrichter dieses Höhepunkts der Biathlon-Saison: 1979, 1985, 1996 und 2012. Die Zuschauerzahlen sind dabei jedes Mal sprunghaft gestiegen. 1985 waren es noch 30.000 an der Strecke, 1996 schon 50.000 und 2012 schließlich 196.000 Fans im Stadion. Zur jüngsten Ruhpoldinger Biathlon-WM wurde auch das Hauptgebäude in der Chiemgau-Arena neu gebaut.