Grassau – Die Bodenplatte ist gegossen, die ersten Wände stehen, und in zwei Jahren wird hier, wo nun viele Bauarbeiter am Werk sind, Wissen an Schüler weitergegeben. In einem feierlichen Akt wurde symbolisch der Grundstein für den dritten Bauabschnitt des Schulprojekts, den Neubau, gelegt, eine Zeitkapsel befüllt und eingemauert. Der Schülerchor eröffnete den feierlichen Akt mit schönen Liedern.
Acht Jahre dauert bereits die Transformation des Schulkomplexes in eine moderne Schule. Nach dem Neubau der großen Sporthalle galt es, den Bestand zu sanieren. Nun aber wird an einem neuen, vierstöckigen und großen Gebäude gebaut. Bürgermeister Stefan Kattari konnte seine Bürgermeisterkollegen der Nachbargemeinden sowie einige Schulverbandsräte und weitere Ehrengäste begrüßen.
Architekt stellt
das Bauvorhaben vor
Mit dem Schulhaus-Projekt, angefangen von der neuen Sporthalle über die abgeschlossene Sanierung des Hochbaus und die gerade laufende Sanierung der Grundschule bis zum Neubau, habe die Gemeinde die größte Baumaßnahme begonnen, die je zu stemmen war – auch finanziell. Es werde in junge Menschen, in Bildung und Wissen sowie in die Zukunft investiert, betonte der Rathauschef. Er fügte hinzu: „Wir feiern heute, dass ein neuer Teil zum Schulhaus dazugebaut werden wird. Das gesamte Schulhaus-Projekt – angefangen vom Bau der neuen Sporthalle über die bereits abgeschlossene Sanierung des Hochbaus, die gerade laufende Sanierung der Grundschule bis hin zum Neubau – nicht zu vergessen die Schulcontainer auf dem Festplatz – ist die größte Baumaßnahme, die der Markt Grassau je begonnen und gestemmt hat, auch finanziell! Und sie dauert jetzt schon länger als eine komplette Schülergeneration. Aber sie ist es wert. Weil wir hier in junge Menschen, in Bildung und Wissen, in unsere Zukunft investieren. Und das feiern wir heute.“
Nach einem Lied und einem aufschlussreichen Gedicht der Klasse 2c über den Schulalltag auf der Schulbaustelle und die Wünsche und Hoffnungen der Schüler stellte Architekt Simon Bauer von „BEGS Traunstein“ die Baumaßnahme vor. Auch für ihn sei dies das intensivste und längste Bauvorhaben, das 2018 begonnen wurde. Nun freue man sich auf den Endspurt des dritten Bauabschnitts. „Das Ende ist langsam in Sicht“, sagte er.
Im Bauvorhaben seien auch keine Überraschungen ausgelassen worden, so Bauer. Er spielte damit auf die Sperrung der Turnhalle und Risse in den Leimbindern, auf den Wasserschaden im Hochgebäude und auf die jüngst erst entdeckte nasse Dämmung im Grundschulgebäude an. Schule sei ein Ort, an dem man sich treffe, Gemeinschaftssinn entwickle und viel lerne. Er sei stolz, die Räume mitentwickeln zu dürfen.
Im Erweiterungsbau würden Räume für den alltäglichen Schulbetrieb geschaffen. Bauer informierte, dass im Erdgeschoss die Pausenhalle und die Aula mit Bühnenbereich installiert und zudem ein überdachter und beheizter Verbindungsbau zur Sporthalle gebaut würden. Südlich sei zudem ein überdachter Freibereich und Pausenhof vorgesehen, sodass sich die Schüler auch bei schlechtem Wetter trocken draußen aufhalten könnten. Für den Pausenhof seien zudem tolle Spielgeräte vorgesehen, um die Aufenthaltsqualität zu steigern.
Im ersten Obergeschoss würden zwei gleichwertige Lernküchen eingerichtet. Darüber hinaus würden in diesem Bereich die Verwaltungsräume sowie das Sekretariat installiert. In den weiteren Stockwerken seien weitere Klassenräume mit entsprechenden Gruppenräumen und weitere Büros für die offene Ganztagsschule vorgesehen.
Zur Gestaltung berichtete der Architekt, dass die aufgereihten, unterschiedlichen Gebäudetypen mit mehr als 100 Metern durch die Fassadengestaltung gegliedert würden. So wechsle sich eine verputzte Fassade mit einer holzvertäfelten Wandgestaltung ab. Das neue Gebäude werde komplett mit Holz verschalt und erhalte zudem ein Walmdach. Wichtig sei es gewesen, neben hellen Flächen auch flexible Raumstrukturen mit flexiblen Trennwänden zu planen. Zudem erhielten alle Klassenzimmer einen Gruppenraum mit Sichtfenster. Eine hohe Aufenthaltsqualität solle geschaffen werden, und das Gebäude werde barrierefrei errichtet. Bauer lobte die perfekte Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung, vor allem der zuständigen Bauabteilung mit Bernd Fleindl und den am Bau beteiligten Firmen.
In einem Sketch der Schüler kamen alle zu Wort: der Architekt, der Baumeister, die Schüler. Sehr humorvoll wurde aus Sicht der Schüler das Projekt vorgestellt. Auch die Schülerband durfte aufspielen und so die Gäste unterhalten.
Stolz zeigte sich Schulleiter Marcus Ullrich hinsichtlich der Aufführungen und der Gestaltung des kleinen Festes durch die Schüler. Ein Bau sei eine Belastungsprobe, und er bedankte sich für die viele Geduld. Auch werde ein Bau meist teurer als angenommen, und hier dankte Ullrich dem Markt für die Entscheidung, in diesem Umfang in die Schule zu investieren. „Das ist außergewöhnlich, dass eine Gemeinde so hinter ihrer Schule steht“, lobte er. Doch das Geld sei richtig investiert. Wenn der nunmehr begonnene dritte Bauabschnitt beendet sei, dann habe die Schule einige Highlights wie eine Aula, Schulküchen und einen festen Ort für die Verwaltung, die für das Funktionieren einer Schule wichtig sei.
Eigentlich passe der Ausdruck Grundsteinlegung nicht, da mit dem Bau bereits begonnen worden sei, erklärte Bürgermeister Kattari. Auch werde nicht Stein auf Stein gelegt, sondern vielmehr Beton gegossen. Ihn freue, dass es nun richtig losgehe und hierfür auch ein Zeichen gesetzt werde. Er zeigte eine noch leere Zeitkapsel.
Schulleiter Ullrich füllte diese mit einem USB-Stick. Wie Kattari erinnerte, sei das Raumschiff Voyager mit einer Schallplatte, der damals modernsten Technik, losgeschickt worden; heute sei es der USB-Stick mit verschiedenen Inhalten. Sein Beitrag sei ein selbst geschriebener Brief, Bleistift auf Papier. In diesem Brief bekunde der Bürgermeister seine Wünsche für die Schule. So wünsche er sich, dass alle Menschen unfallfrei in die Schule ein- und ausgingen, Menschen offen und respektvoll miteinander umgingen, Neugier und Wissen herrschten und er wünsche sich, dass in diesen Mauern stets Gerechtigkeit herrsche.
Eine Zeitkapsel für
die Nachwelt
Brief, USB-Stick und eine Tageszeitung wurden in die Kapsel gelegt, gut verschlossen und dann in einen Stein, der im Gebäude eingebaut werde, eingemauert. Michael Mayer, Chef der ausführenden Baufirma, übernahm dabei die Maurerarbeiten. Mit einem Segensgebet der Schüler schwebte der Grundstein mit Zeitkapsel mittels eines Krans in die Baustelle. Mit einem Dank an Architekten und am Bau beschäftigte Firmen, Schulleitung und Kollegium und vor allem an die Schüler für die Gestaltung wurde die Grundsteinlegung beendet.