Veränderte Bestattungskultur

von Redaktion

Rimstinger Gemeinderat will Friedhof an die Wünsche der Angehörigen anpassen

Rimsting – Der Friedhof in Rimsting befindet sich in einer idyllischen Lage. Oberhalb der Gemeinde gelegen, schließt sich im Südteil der Hohlweg in Richtung Westenbachtal an, während sich an der Rückseite sanft abfallende Wiesen erstrecken.

Bereits im vergangenen Jahr beschäftigte sich der Rat mit dem Thema einer möglichen moderneren Gestaltung, die sich zum einen an den veränderten Beerdigungsriten orientiert und zum anderen die Verweilqualität für Besucher erhöht. Möglichkeiten wurden nun in der jüngsten Sitzung des Rats präsentiert.

Nachfrage nach
pflegeleichten Gräbern

Im Oktober 2025 besichtigte der Bau- und Umweltausschuss bei der Ortsbesichtigung das Friedhofsgelände in Rimsting sowie das in Greimharting. Im vergangenen Februar waren dann beide Örtlichkeiten nochmals Gegenstand einer Begehung, an der sich Bürgermeister Andreas Fenzl, die Verwaltung und der Bauhof beteiligten. In der Sitzung wurde erläutert, dass die Nachfrage nach Urnengräbern, die auch „pflegeleicht“ seien, immer weiter steige.

Daher sei es unumgänglich, für solche Urnengräber weitere Flächen auszuweisen. Bei der Ortsbegehung hatte die Verwaltung schon auf frei gewordene Flächen hingewiesen, die durch Grabauflassungen entstanden seien. Diskutiert wurden bei der Begehung auch Möglichkeiten, wie der Bauhof möglichst zeitnah und in Eigenregie Maßnahmen realisieren könnte.

Im Gemeinderat wurde die Möglichkeit erörtert, dass der Bauhof die bereits vorhandenen Bänke auf dem Friedhof um weitere ergänzt. Die Sitzflächen der bestehenden Bänke sollen noch hergerichtet werden. Mehrere neue Bänke, die von zwei Seiten nutzbar sind, sollen Friedhofs- und Beerdigungsbesuchern Möglichkeiten zum Ausruhen bieten.

Der Friedhofsbeauftragte der Gemeinde, Georg Heindl senior, werde immer wieder auf eine solche Ergänzung angesprochen, erklärte Bürgermeister Andreas Fenzl, der die Varianten in der Sitzung vorstellte.

Daneben wurde auch diskutiert, die bestehende Urnengemeinschafts-Grabanlage zu erweitern. Diese Möglichkeit der Beisetzung werde gerne angenommen, da lediglich der Name des Verstorbenen auf einem „Gemeinschaftsgrabstein“ angebracht werde.

Ein entsprechend gekennzeichneter Urnenplatz entfällt bei dieser Art der Beisetzung zwischen kleinen Büschen. Aus der Verwaltung kam der Hinweis, dass man die bestehende Buchenhecke problemlos erweitern könne, da nun entsprechende Flächen vorhanden seien.

Bürgermeister Fenzl stellte im Rat außerdem die Möglichkeit der Anlage eines Urnen-Beets vor, das ebenfalls sehr pflegeleicht sei. Die Beetbepflanzung könne so gestaltet werden, dass für die Mitarbeiter des Bauhofs wenig Arbeit anfalle. Zu überlegen sei aber, ob man für die bestatteten Urnen kleine Steinplatten mit Namen anbringen könne.

Oberhalb des Missionskreuzes, auf der linken Friedhofsseite, bestehe zudem die Möglichkeit, ein kreisförmiges Rondell um eine große Stele aus Stein anzulegen. Auch diese Fläche sei durch die Auflassung von vier Gräbern frei geworden, so Fenzl. Die Gemeinde sei bereits im Besitz dieser Stele, die den Räten während der Sitzung als Foto auch präsentiert wurde.

Kreative Ideen
für Urnenbestattungen

„Die Urnen könne man rund um die Stele im Beet beisetzen und den jeweiligen Ort mit einer kleinen, schrägen Namens-Steinplatte kennzeichnen“, erläuterte Fenzl. Bezüglich dieser Überlegungen gebe es auch für den Friedhof in Greimharting Gespräche; man sei hier aber noch im Austausch mit Hans Prankl, dem dortigen Friedhofsbeauftragten.

Der Gemeinderat beschloss in der Sitzung, die Buchenhecke (die an der jetzigen Örtlichkeit entfernt werden muss) für den Friedhof zu verwenden und einpflanzen zu lassen. Zudem sollen die steinernen Stelen im Besitz der Gemeinde hergerichtet werden. Bürgermeister und Verwaltung wurden zudem beauftragt, die Gestaltungsideen weiter zu verfolgen und umzusetzen.

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