Grassau – „Das war schon ein besonderer Arbeitsplatz“, resümierte die ehemalige Museumsleiterin Anette Grimm bei der kleinen offiziellen Entlassfeier im Rathaus im Beisein von Geschäftsleiter Peter Enzmann, Bürgermeister Stefan Kattari und dem neuen Museumleiter Alexander Weißer. Sie blickt auf interessante, erlebnisreiche Jahre zurück und ist froh ihr Museum in guten Händen zu wissen.
Als Museumsleiterin war Anette Grimm zugleich Mitarbeiterin der Verwaltung in Grassau und hatte viele Jahre ihr Büro im Dachgeschoss des Rathauses, bis sie in das sonnige Büro im alten Pfarrhaus umziehen konnte. Die Mitarbeiter im Rathaus waren ihre Kollegen, denen sie oft begegnete. Sie erinnerte sich, dass sie als Kassenkraft damals im Museum begonnen hatte und nie die Leitung übernehmen wollte. Nachdem Kattari die Leitung des Museums abgeben musste und als Bürgermeister die Leitung der Gemeinde übernahm, war diese Stelle wieder vakant und Anette Grimm bestens eingearbeitet. So ließ sich die studierte Biologin doch überzeugen und nahm die Leitung an. Ihr lag viel an einem pädagogischen Museumskonzept und so habe sie sich zur Museumspädagogin ausbilden lassen.
Nur das Handwerkliche sagte ihr nicht zu. Doch dafür konnte der stellvertretende Leiter Valentin Diem gewonnen werden. Ihre Anfangszeit war nicht einfach, denn die Corona-Pandemie verhinderte einen normalen Museumsbetrieb. „Trotzdem gelang es, uns den Betrieb aufrechtzuhalten, und einen Besuch und somit Ablenkung möglich zu machen“.
An die Sonderausstellungen, die immer besondere Anerkennung erfahren, erinnerte Geschäftsleiter Peter Enzmann und hob hier die Wolfsausstellung mit Rekordbesuch hervor, die von Anette Grimm und Valentin Diem perfekt vorbereitet und durchgeführt wurde. „Die Ausstellung war sensationell und es wurde viel diskutiert“, so Enzmann. Die Kinder- und Mitmachstationen im Museum seien ein Verdienst von Anette Grimm, lobte Kattari.
„Museumsbesucher sind immer sehr aufgeschlossen und auch die Kinder kommen gerne“, so Grimm. Abgehen wird ihr die Arbeit nicht und ihren Ruhestand habe sie bereits verplant, doch sie werde wohl am Klaushäusl das ein oder andere Mal vorbeikommen. „Der Abschied ist nicht schwer, weiß ich doch das Museum in den besten Händen“, sagte sie und verwies auf ihren Nachfolder Alexander Weißer, der sich in den letzten Wochen bereits einarbeiten konnte. tb