Grassau – Die Leitung der Musikschule Grassau, vertreten durch Wolfgang Diem und Otto Dufter, zieht eine Zwischenbilanz zur Mitte des Schuljahres. Mit 1.100 Schülern bietet die Musikschule Grassau eine mehr als tausendfache Musikförderung, die sich nicht nur an Kinder und Jugendliche richtet. Das Angebot reicht von Zweijährigen bis zu über 80-Jährigen. Dies ermögliche vielen Menschen aus der Region, eigene Stärken zu entdecken, sich weiterzuentwickeln und die Erfahrung des Musizierens zu machen. Diese Erfahrungen seien wichtiger als jene in der digitalen Welt und dienten der Stärkung des Selbstbewusstseins.
Die Musikschule spiele eine maßgebliche Rolle beim Erhalt der lokalen Kultur im Achental. Musik werde bodenständig und bürgernah in allen Formen vermittelt. Alle Zweigstellen profitierten von intensiver Nachwuchsarbeit und dem großen Engagement der Lehrkräfte der Musikschule Grassau.
Dies führe zu einem blühenden Musikleben in den einzelnen Ortschaften, die per Zweckvereinbarung mit der Musikschule verbunden sind, was auch dem Willen der Bürgermeister im Achental entspreche. Die Musikschule sei stolz darauf, dass aus ihren Reihen zahlreiche Dirigenten, Chorleiter, Musikschullehrer sowie Profimusiker in großen deutschen Orchestern oder bekannten Bands hervorgegangen sind, die sich oft wiederum im Chiemgau stark engagieren. Davon profitierten die Blasorchester von Reit im Winkl, Unterwössen, Marquartstein, Grassau, Bernau und Staudach, sowie die neu entstandene Jugendkapelle in Schleching.
Besonders zeichne die Musikschule das gemeinsame Musizieren aus, das im größtmöglichen Umfang gefördert werde. Dies stelle eine nicht zu unterschätzende soziale und kulturelle Breitenförderung dar. Ähnlich wie im Sport unterstütze die Musikschule Fleiß und Begabung.
Als Beispiel wurde angeführt, dass in diesem Jahr 19 Kinder und Jugendliche der Musikschule Grassau am Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ in Traunstein teilnahmen und alle erste Preise erhielten. Dies entspreche einem Fünftel aller teilnehmenden Jugendlichen aus Südost-Oberbayern. 17 von ihnen könnten zum Landeswettbewerb nach Bamberg fahren, was eine große Motivation für die Jugendlichen sei und für das Qualitätssystem der Musikschule Grassau spreche.
Finanziell biete die Musikschule Grassau für Kinder der Mitgliedsgemeinden die niedrigsten Gebühren im Landkreis für Einzel- und Gruppenunterrichte. Dies gehe einher mit einem ausgesprochen breiten Unterrichtsangebot durch sehr gut qualifizierte Lehrkräfte, das neben Instrumentalunterricht auch Musikalische Früherziehung, Klassenmusizieren, umfangreiche Ensemblearbeit sowie Kinder- und Jugendkapellen umfasse. Ziel sei es, möglichst vielen den Musikschulbesuch zu ermöglichen, sowohl durch Sozialermäßigung als auch durch zusätzliche Förderstunden, die über die Fördervereine sowie die Wolfgang-Sawallisch-Stiftung und die Karl-und-Erna-Eigner-Stiftung finanziert würden.
Bedauerlicherweise habe die Gemeinde Staudach-Egerndach zum Schuljahresende die Musikschule Grassau verlassen, obwohl die geforderte Senkung der Zuschusshöhe auf 45.000 Euro erreicht wurde. Diese Kündigung werde viele betreffen: Den musikalischen Nachwuchs, die Blaskapelle durch den Wegfall des Dirigenten und insbesondere die Familien, denen das besondere Engagement der Lehrkräfte der Musikschule Grassau fehlen werde und die höhere Gebühren zahlen müssten, sollte sich die Gemeinde einer anderen Musikschule anschließen. Die Kinder aus Staudach-Egerndach seien jedoch auch künftig als Gastschüler willkommen.
Eine personelle Veränderung gebe es in der Musikschulleitung: Ab Februar kommenden Jahres werde Marlene Noichl die halbe Stelle von Wolfgang Diem in der Musikschulleitung übernehmen. Wolfgang Diem bleibe der Schule jedoch als Lehrer erhalten. Dies ermögliche es, Kontinuität und Veränderung gleichzeitig zu praktizieren, was für eine Bildungseinrichtung wie die Musikschule wichtig sei.
Im Jahr 2025 werde die Musikschule Grassau 50 Jahre alt und solle jung bleiben. lfl