Franz Heuberger bleibt Vorsitzender

von Redaktion

Der VdK in Grassau verzeichnet ein starkes Mitgliederwachstum, was auch Sorgen bereitet. In der Jahreshauptversammlung wurde Franz Heuberger als Vorsitzender wiedergewählt und die zunehmende soziale Spaltung thematisiert.

Grassau – Der VdK Kreisverband und der Ortsverein wachsen. Der Ortsverein zählt mittlerweile über 760 Mitglieder, was mehr als zehn Prozent der Einwohner entspricht. Der Kreisverband vereint 16.324 Mitglieder und verzeichnete in den vergangenen fünf Jahren einen Zuwachs von 23 Prozent. In der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins widmete man sich dieser Frage und wählte zudem die Vorstandschaft. Franz Heuberger, zugleich Vorsitzender des Kreisverbands, wurde in seinem Amt als Vorsitzender einstimmig wiedergewählt.

Starke Stimme
gegen soziale Schieflage

„Irgendwas läuft da nicht so rund“, so Kreisgeschäftsführer Bernhard Oberauer mit Blick auf die steigenden Mitgliederzahlen. Das Interesse freut den Verband, doch der Grund für die Mitgliedschaften sind oftmals Hilfen bei Anträgen der Sozialversicherten. Für die sozialrechtlichen Sorgen der Bürger brauche es einen starken Sprecher, so Oberauer. Ziel ist die Vermeidung von Altersarmut und das Beibehalten der Rente mit 67 Jahren. Er gab auch einen Überblick über die Arbeit in der Kreisgeschäftsstelle, in der 1.539 Rentenanträge gestellt und 532 Widersprüche eingereicht wurden. 142 Klagen wurden weitergeleitet. Auch die Grassauer wurden 370-mal beraten und für Mitglieder 98 Anträge sowie 18 Widersprüche gestellt und viermal geklagt. „Wir sind die Rechtsberatung, ihr die Kümmerer vor Ort“, fasste Oberauer die Aufgaben zusammen und dankte dem rührigen Ortsverein.

„Der VdK setzt sich in der Sozialpolitik sichtbar, wirkungsvoll und erfolgreich ein und unsere Forderungen wurden an die Kommunalpolitik herangetragen“, betonte der Vorsitzende und nannte Beispiele wie Barrierefreiheit in Arztpraxen, Schulen und Kitas schaffen und Inklusion in der Kommune leben. Heuberger erklärte, dass statistisch gesehen jeder elfte Mensch eine Schwerbehinderung hat. Wichtig ist, behinderten Menschen eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. Auch fordert der VdK Bayern, den kommunalen und sozialen Wohnungsbau voranzutreiben und gegen hohe Mieten und Leerstand vorzugehen. Seniorengerechte Quartierskonzepte mit ambulanten Wohn- und Betreuungsformen sind wichtig. Zudem muss der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Bereich ausgebaut und Sozialtickets eingeführt werden. Heuberger betonte weiter, dass die medizinische Versorgung in den Händen niedergelassener Ärzte bleiben muss und nicht von gewinnorientierten privaten Gesellschaften betrieben werden darf. Zudem fordert der VdK, die Pflegeinfrastruktur auszubauen, die Kontaktpflege durch Einrichtungen wie Seniorencafé zu erweitern und den Hitzeschutz zu verbessern.

Mit 761 Mitgliedern konnte der Bestand um 41 Mitglieder gesteigert werden, obwohl immer wieder verdiente und langjährige Mitglieder verloren gehen. 415 Frauen und 345 Männer sind im Verein. Die stärkste Altersgruppe sind die 60- bis 69-Jährigen.

Grund für die positive Mitgliederentwicklung sei auch die „unermüdliche Arbeit der Vorstandsmitglieder, die ein soziales Miteinander vor Ort organisieren“. Sein besonderer Dank galt den Sammlern für die Aktion „Helft Wunden heilen“ mit einem Sammelergebnis von 2.000 Euro. Mit dem Anteil aus der Sammlung, der Spende der Marktgemeinde und aus den Mitgliedsbeiträgen war es möglich, vor Weihnachten bedürftige Bürger zu unterstützen.

Heuberger konnte den Besuch des Traunsteiner Frühlingsfests am Sonntag, 12. Mai, um 14 Uhr empfehlen. Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Koffler (SPD) und Bundestagsabgeordneter Siegfried Walch (CSU) werden zum Thema Pflegeversicherung referieren. Am Dienstag, 7. Mai, geht der Tagesausflug zum Grundl-see und das Kaffeekranzerl ist am Freitag, 14. Juni. Die Teilnahme an der „Langen Nacht“ am Samstag, 3. August, steht fest. Geplant ist ein Ausflug im Oktober und die Adventsfeier am Donnerstag, 28. November.

Noch vor der Wahl bedankte sich Heuberger bei der langjährigen Schriftführerin Gabi Winklmayr. Sie war von 2009 bis 2013 als Beisitzerin im Vorstand und von da an Schriftführerin. Keine einfache Aufgabe, die sie 13 Jahre ausübte. Für dieses Engagement dankte der Vorsitzende. Nach dem ausführlichen Kassenbericht von Barbara Münich und einstimmiger Entlastung wurde unter der Wahlleitung von Bürgermeister Stefan Kattari die Vorstandschaft gewählt.

„Es erschreckt, wenn man hört, der Verein wächst“, so Bürgermeister Kattari. Dies zeigt, dass die Gesellschaft härter wird. Die Familienstelle im Rathaus ist auch für Senioren zuständig, so Kattari. Er verwies auch auf öffentliche Verkehrsmittel sowie den Rufbus Traudl, der ab Juni den Regionalverkehr ergänzt. „Nützt diesen Rufbus, den die Gemeinde finanziert“, rief er auf.

Aufruf zur Nutzung
des Rufbusses

Einstimmig wurden Franz Heuberger zum Vorsitzenden und Christa Summerer zur Stellvertreterin wiedergewählt. Die Schriftführung übernimmt künftig Elisabeth Schnellinger. Kassenführerin bleibt Barbara Münich und Vertreterin der Frauen ist weiterhin Katharina Gruber. Ergänzt wird die Vorstandschaft durch die Beisitzer Helmut Zerbst, Sieglinde Heine, Julia Wiek, Monika Schlereth und Dr. Jürgen Nissl.

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