Ruhpolding – Die Biathlon-Weltcups in Ruhpolding laufen weiterhin wie geschmiert. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die offiziellen Zahlen zu den Wettbewerben vom 14. bis 18. Januar präsentiert. Timo Gerhold, Geschäftsführer der „Chiemgau Arena GmbH“, kam zu dem Schluss: „Wir sind damit, auch auf der internationalen Bühne, ein Aushängeschild.“ 85.250 Zuschauer waren zusammengerechnet an den fünf Tagen in der Chiemgau Arena. Das sind gut 4.000 mehr als im Vorjahr und damit der beste Wert seit 2018. Die Umsätze, die mit den Ticketverkäufen erzielt wurden, lagen heuer über 14 Prozent höher als im Vorjahr.
Ansturm könnte
noch größer werden
2026 ist damit jenes Jahr, das am meisten Geld über Eintrittskarten in die Kassen spült. „Wir haben all diese Zahlen gesteigert und dafür das Werbebudget im Vergleich zu 2023 um mehr als die Hälfte halbiert“, so Gerhold. Für den Ruhpoldinger Biathlon-Weltcup werde inzwischen viel mehr digital in sozialen Netzwerken geworben, was die Kosten enorm senke. Der Wettkampftag mit dem größten Zuschauerinteresse war der Sonntag – sowohl an der Strecke als auch vor dem Fernseher. Bis zu 3,9 Millionen Menschen schauten in der Spitze das ZDF, als die Verfolgungswettbewerbe ausgetragen wurden. Trotzdem: Im TV gingen die Zuschauerzahlen an allen Wettkampftagen um 600.000 zurück.
Und was hat der Ort davon? Die Vereinshütten im Stadion hätten über sechs Prozent mehr Umsatz erzielt, rechnete Timo Gerhold vor. „Die Ruhpoldinger Vereine, allen voran der Skiclub, erzielten nur im Stadion 158.000 Euro an Erlösen.“ Auch die Übernachtungszahlen in der Biathlon-Woche gingen hinauf: 25.194 Übernachtungen in Ruhpolding, was einem Plus von 3,3 Prozent entspricht. In der kommenden Saison stehen die Zeichen womöglich noch besser: Die Wettkämpfe vom 5. bis 10. Januar 2027 fallen komplett in die bayerischen Weihnachtsferien, inklusive des Feiertages „Heilige Drei Könige“.
Positiv entwickelt haben sich inzwischen auch die Zahlen der Chiemgau Arena GmbH. Daher sieht sich Ruhpolding gerüstet für eine Bewerbung um Biathlon-Weltmeisterschaften. 2032 und 2033 könnte es so weit sein. „Wir wollten noch die Zahlen des letzten Weltcups und die Entwicklung bei der Chiemgau Arena GmbH abwarten“, so Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU). Die Gesellschaft gibt es erst seit 2022, seit 2024 ist die Gemeinde Ruhpolding Alleingesellschafterin. Dem Gemeinderat wurde nun der Jahresabschluss vorgelegt.
Verbindlichkeiten
der GmbH sinken
Die wichtigste Nachricht: Die „Chiemgau Arena GmbH“ kommt vom Schuldenberg herunter. Der Fehlbetrag, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist, beträgt noch 151.000 Euro im Vergleich zu 847.000 Euro im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten sinken deutlich von gut einer Million Euro auf 362.000 Euro – den größten Anspruch darauf hat wiederum die Gemeinde Ruhpolding. „Das ist also keine effektive Belastung“, so Timo Gerhold. Unterm Strich kann man im vorigen Geschäftsjahr, das von Mai 2024 bis April 2025 lief, einen Gewinn von 696.000 Euro ausweisen. Im Jahr zuvor verzeichnete man noch ein Minus von 526.000 Euro.