Andreas Danzer übernimmt Vorsitz der Forstberechtigten im Chiemgau

von Redaktion

Übriger Vorstand in Ruhpolding einstimmig im Amt bestätigt – Mitgliedsbeiträge bleiben unverändert

Ruhpolding – Erstmals steht mit der Neuwahl von Traunsteins Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) ein Nicht-CSU-Mann an der Spitze des Verbandes der Forstberechtigten im Chiemgau. Die gesamte Versammlung, einschließlich Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Altlandrat Siegfried Walch, der die Geschicke des Verbandes in den vergangenen elf Jahren bestimmt hatte, sprachen Danzer einhellig ihr Vertrauen aus.

Der Große Saal des „Hotel Zur Post“ war mit rund 250 Besuchern ausgelastet. Der Traditionsverband, im Februar 1952 von Altlandrat Leonhard Schmucker gegründet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Forstberechtigten in ihren Belangen zu beraten und zu vertreten. Bisher war immer der Landrat des Landkreises Traunstein Vorsitzender und die Geschäftsstelle des Verbandes im Landratsamt. Die Mitglieder, die bis aus Miesbach und Österreich kommen, zählen über die Jahrzehnte gleichbleibend etwa 800. Davon stammen rund 550 aus dem Landkreis Traunstein, 250 aus dem Berchtesgadener Land und einige aus anderen Landkreisen, da die jeweiligen Rechte nicht an Personen gekoppelt sind, sondern auf dem jeweiligen Hof liegen, der vererbt wird.

Bewährt ist weiterhin die übrige Vorstandschaft, alle einstimmig wiedergewählt unter der Wahlleitung von Landtagsabgeordnetem Konrad Baur: Allen voran die Zweite Vorsitzende und Geschäftsführerin Maria Stöberl, die für ihre engagierten Dienste seit über 20 Jahren mit einem großen Blumenstrauß bedacht und von vielen, darunter dem jetzigen Mitglied des Bundestags Siegfried Walch, mit lobenden Worten geehrt wurde. Im Amt bestätigt wurden auch Schriftführer Reinhard Kurz-Hörterer aus Unterwössen, Kassier Ludwig Böddecker, Sulzner von Ruhpolding, Zweiter Bürgermeister und Bezirksalmbauer, ebenso wie die Beisitzer Robert Glück aus Schleching, Martin Holzner aus Weißbach, Andreas Stanggassinger aus Bischofswiesen und Alois Speicher aus Reit im Winkl.

Neue Gesichter gab es lediglich bei der Neuwahl der zwei Rechnungsprüfer: Max Müller, Sohn und Hoferbe von Sepp Zeller („Großgstoder“) aus Ruhpolding, der selbst jahrzehntelang als Kassenprüfer gewirkt hatte, und Josef Meier junior, Hofnachfolger vom Knoglerhof in Ruhpolding.

In seiner kurzen Ansprache nach der Wahl wies Landrat Danzer darauf hin, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit am Landratsamt Traunstein bereits unter dem damaligen Landrat Jakob Strobl und Geschäftsleiter Erich Gimpl Kassier beim Verband der Forstberechtigten war und wisse, welch große Bedeutung der Verband für die Region hat.

Mit herzlichen Worten dankte Andreas Danzer dem Altlandrat Siegfried Walch für sein großes Engagement, seine klare Haltung für die Anliegen der Forstberechtigten.

Nicht vom Rednerpult aus, sondern direkt im Saal sprach Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Bayern sei das „Tourismusland Nummer eins“, stellte Kaniber in ihrer Funktion als Tourismusministerin fest. Grund sei, dass es hier eine einzigartige Kulturlandschaft und eine „Authentizität Leben“ gebe, dass hier gerne die ganze Welt zu Gast sei. „Es ist einfach Bayern“, schwärmte sie – „es geht wie beim FC Bayern – viele schimpfen über uns, aber bewundern uns doch und gehen wahnsinnig gerne zu uns.“

Der Kassenbericht von Ludwig Böddecker zeigte, dass der Verband finanziell gesichert dasteht und auch mögliche Rechtsstreitigkeiten durchstehen kann. Die Kasse geprüft hatten Sepp Zeller und Johann Meier, der den Prüfbericht vortrug, sodass die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde.

Einstimmig fiel auch der Beschluss aus, die Mitgliedsbeiträge, die seit 2001 unverändert sind, nicht zu erhöhen.

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