CSU bleibt stärkste Kraft im Kreistag

von Redaktion

Sitzverteilungen des Traunsteiner Kreistages und der Stadträte in Traunstein, Traunreut und Tittmoning stehen fest

Landkreis Traunstein – 70 Mitglieder hat der Traunsteiner Kreistag und könnte als kleines Landkreis-Parlament bezeichnet werden. Auch hier sind inzwischen fast alle Stimmen ausgezählt, die Sitzverteilung dürfte feststehen. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 62 Prozent. Zusammengefasst haben sich zwei Sieger herauskristallisiert: die Freien Wähler und die Alternative für Deutschland (AfD). CSU und Grüne büßen dagegen jeweils über fünf Prozentpunkte ein. Die Namen der 70 Gewählten standen zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Grünen-Fraktion
rutscht auf Platz drei

Die CSU wird im Kreistag aber klar stärkste Fraktion bleiben. Die Partei von Christine Schuhegger und Siegfried Walch, die die ersten beiden Plätze auf der Liste einnahmen, kommt auf 33,8 Prozent. 24 Sitze dürften die Christsozialen im neuen Kreistag bekommen. Auf Platz 2 die Freien Wähler, angeführt von Landrat Andreas Danzer, mit 20,4 Prozent und 14 Sitzen – ein Plus von 7,2 Prozent. Die Grünen-Fraktion rutscht auf den dritten Platz ab. Noch 13,4 Prozent entschieden sich für die Grünen, was einem Minus von 5,5 Prozent entspricht. Noch neun Räte bleiben der Partei im neuen Kreistag. Einen großen Sprung macht die AfD, muss sich aber trotzdem mit dem vierten Rang begnügen. Sie hat ihr Wahlergebnis mehr als verdoppelt und kommt jetzt auf 10,7 Prozent beziehungsweise acht Sitze. Mit einem kleinen Minus kommt dahinter die SPD auf 8,6 Prozent, gefolgt von der Jungen Liste mit 4,5 Prozent. Die ÖDP und die Bayernpartei/Chiemgau-Ruperti-Liste verlieren und schaffen noch 2,9 beziehungsweise 2,8 Prozent bei der Kreistagswahl. Zu den Gewinnern darf sich auch Die Linke zählen: Auch sie hat ihr Ergebnis mehr als verdoppelt, kommt jetzt auf 2,8 Prozent und zwei Sitze.

Ähnlich wie im Kreistag heißen die Gewinner im Traunsteiner Stadtrat Unabhängige Wähler/Freie Wähler und Die Linke. Die UW steigert sich von vier auf sechs Stadträte, Die Linke hat jetzt zwei Sitze statt einem. Die CSU vom alten und neuen Oberbürgermeister Christian Hümmer bleibt bei zehn Sitzen, Grüne und SPD verlieren zwei beziehungsweise einen Sitz. Die Traunsteiner Liste und die Initiative Traunstein bleiben bei zwei Stadträten.

Veränderung
durch Kumulieren

Durchs Kumulieren haben die Traunsteiner Wähler die Parteilisten teils ordentlich durcheinandergebracht: bestes Beispiel Simon Schreiber. Er war auf der CSU-Liste nur auf dem zwölften Platz, wurde aber auf Rang 2 hinaufgewählt. Neu im Gremium sind unter anderem Martina Wenta (Grüne), Tobias Heigermoser (UW), Trudi Klapfenberger-Öttl (Linke), Simon Filser (Traunsteiner Liste) oder Sabine Garbarino (Initiative Traunstein). Nicht mehr im Stadtrat sind unter anderem Patrick Nepper (Grüne), Susanne Deckert (Initiative Traunstein), Simon Steiner (Traunsteiner Liste) oder Isabelle Thaler (CSU).

In Traunreut gibt es zwei Auffälligkeiten: Die CSU-Fraktion hat deutlich zugelegt und es gibt zwei Fraktionen weniger als bisher. Die AfD und die Bayernpartei sind heuer nicht mehr angetreten. Die CSU von Hans-Peter Dangschat – der gleich im ersten Wahlgang mit über 76 Prozent als Bürgermeister wiedergewählt wurde – kommt jetzt auf 14 Sitze statt zehn. Freie Wähler und Grüne sind mit einem Stadtrat weniger vertreten als bisher, die „Liberale Initiative Zukunft“ von Michael Mollner verdoppelt sich dagegen auf vier Sitze.

Einen großen Vertrauensbeweis brachten die Traunreuter Wähler Hans Kneffel entgegen. Er war auf der CSU-Liste nur auf dem letzten, 30. Platz, wurde aber auf Platz 10 hinaufgereiht – und ist damit wieder im Stadtrat. Markus Schupfner oder Stephan Mirbeth saßen bisher für die Bayernpartei im Stadtrat und sind dieses Mal über die CSU-Liste eingezogen. Nicht mehr im Stadtrat sind unter anderem Günther Dorfhuber (CSU), Matthias Bauregger (FW), Helga Zembsch (Grüne) oder Gerti Winkels (SPD).

Gleich sechs Fraktionen wird künftig der Tittmoninger Stadtrat haben: die AfD ist am Sonntag mit drei Vertretern eingezogen. Stärkste Kraft bleibt aber die CSU von Bürgermeister Andreas Bratzdrum mit sieben Sitzen. Er muss sich in der Stichwahl gegen Barbara Danninger beweisen – ihre Freien Wähler konnten sich auf fünf Sitze im neuen Stadtrat steigern. Ökoliste, SPD und die Fraktion „mitBürger“ schnitten dagegen schlechter ab und verloren jeweils ein Stadtratsmandat. Nach Prozenten ist die AfD in Tittmoning auf dem vierten Platz.

Sechs Fraktionen im
Tittmoninger Stadtrat

Im kommenden Tittmoninger Stadtrat wird es einige neue Gesichter geben: Jutta Otto-Brandl und Robert Drössler von der CSU zum Beispiel, genauso wie Stefan Reiter (Freie Wähler), Thomas Winkler (Ökoliste) oder Janosch Weiß von der AfD. Nicht mehr in den Stadtrat geschafft haben es dagegen unter anderem Ilse Englmaier (Ökoliste), Gottfried Ganisl (mitBürger) oder Martin Gramsamer (CSU). Auch Josef Wittmann von der SPD wurde nicht wiedergewählt.

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