Klare Verhältnisse in Chieming

von Redaktion

Bürgermeister Stefan Reichelt mit knapp 85 Prozent im Amt bestätigt

Chieming – Gegen 22.20 Uhr war die Kommunalwahl in Chieming am Sonntag entschieden und die 16 Gemeinderatsmandate vergeben. Wahlsieger ist die CSU mit acht Gemeinderäten plus Bürgermeister Stefan Reichelt. Die Fraktion der Grünen büßte einen Gemeinderatssitz ein, während die Chieminger Liste auf Anhieb ebenfalls vier Mandate erreichte.

Wahlbeteiligung
bei 66 Prozent

Bereits kurz nach 19 Uhr konnte sich Bürgermeister Reichelt darüber freuen, dass er weitere sechs Jahre im Chefsessel des Rathauses sitzen wird. Mit 2.113 von 2.657 abgegebenen Stimmen (84,6 Prozent) wurde Reichelt bei einer Wahlbeteiligung von 66 Prozent im Amt bestätigt.

Auf die Frage von Wahlleiterin Tanja Christlhuber sagte Reichelt: „Ich nehme die Wahl an.“ Unmittelbar nach der Wahl erklärte Reichelt: „Ich möchte, dass die großen laufenden Projekte wie der Kreisel in Egerer oder geplante Straßenbauten wie in Manholding zu Ende geführt werden. Das Wichtigste ist, dass die Gemeinde so bleibt, wie sie ist: lebenswert und liebenswert. Die Bürger sollen zufrieden sein mit dem, was die Gemeinde macht.“

Als neue Mitglieder des Gemeinderates wurden gewählt: Professor Dr. jur. Franz Hofmann (CSU – 1.003 Stimmen, Platz acht), Ferdinand Hecht (1.032 Stimmen, Platz drei) und Martina Uhlig (966 Stimmen, Platz vier), beide von Bündnis 90/Die Grünen, sowie Christoph Siglreitmaier (920 Stimmen, Platz drei) und Alois Ortner (752 Stimmen, Platz vier) von der neu gegründeten Chieminger Liste (CL).

Die Sitzverteilung im Chieminger Gemeinderat ist künftig: acht Sitze für die CSU plus Bürgermeister Stefan Reichelt (bisher sechs Sitze plus Bürgermeister), vier Sitze für Bündnis 90/ Die Grünen (bisher fünf) und vier Sitze für die Chieminger Liste (als Nachfolgeliste von BBW: zwei Sitze und UW: drei Sitze).

Mit Spannung erwartet wurde das Abschneiden der beiden bisherigen Gemeinderäte der BBW (Bürgerlich bäuerliche Wählergruppe) Heinz Wallner und Franz-Xaver Mayer, die nach deren Auflösung zur CSU-Liste gewechselt sind und für Irritation bei der Chieminger Liste sorgten, da ursprünglich eine Fusion der UW (Unabhängige Wähler) und BBW zur CL angedacht war. Beide Kandidaten konnten sich auf der CSU-Liste behaupten und zogen mit 1.310 Stimmen (Franz-Xaver Mayer, Platz fünf) beziehungsweise 1.070 Stimmen (Heinz Wallner, Platz sieben) erneut in das Gremium ein.

Weitere Gemeinderäte der CSU sind Benedikt Pöschl (Platz eins, 1.843 Stimmen), Christian Fischer (Platz zwei, 1.474 Stimmen), Josef Mayer (Platz drei, 1.473 Stimmen), Martin Pauli (Platz vier, 1.330 Stimmen) und Sabine Rohleder (Platz sechs, 1.283 Stimmen).

Für die Fraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“ behaupteten sich als Gemeinderäte Sebastian Heller (Platz eins, 1.298 Stimmen) und Angelika Maier (Platz zwei, 1.083 Stimmen). Für die Chieminger Liste wurden der amtierende Zweite Bürgermeister Markus Brunner (Platz eins, 1.755 Stimmen) und Siegfried Zenz (Platz zwei, 1.042 Stimmen) erneut in den Gemeinderat gewählt.

Zweiter Bürgermeister Markus Brunner hatte die CL in den Tagungsraum von Gut Ising eingeladen und ein 30-Liter-Fass Bier gespendet, das von Altbürgermeister Benno Graf angezapft wurde. Nach einem langen Wahlabend sagte Brunner: „Ich bin dankbar, dass mich die Wähler von 16 auf Platz eins vorgewählt haben.“ Gemeinsam mit den beiden neuen Gemeinderäten Christoph Siglreitmaier und Alois Ortner zog Brunner Bilanz: „Unsere Erwartungen wurden erfüllt. Wir freuen uns über das Ergebnis. Schade, dass die CSU die Mehrheit hat. Dem wollten wir eigentlich entgegenwirken, dass eine Partei dominiert. Wir haben einen dezenten Wahlkampf durchgeführt und keinerlei Kreisunterstützung. Nun hoffen wir auf eine gute Zusammenarbeit und ein gutes Ankommen im Gemeinderat. Die Themen sollen im Vordergrund stehen. Wir wünschen uns keine einseitige Interessenvertretung, sondern eine sachliche, bodenständige und brückenbauende Gemeindepolitik.“

Bürgermeister Reichelt fasste nach dem Wahlsieg der CSU beim Goriwirt in Egerer zusammen: „An der Arbeit im Gemeinderat wird sich nicht viel ändern. Mein Wunsch ist, dass es so weitergeht: Einvernehmlich mit allen drei Wählergruppen.“ Der neu ins Gremium gewählte Rechtswissenschaftler Professor Dr. Franz Hofmann sagte auf Anfrage: „Ich bin überwältigt vom Vertrauensvorschuss und bereit, mit voller Kraft voraus für Chieming einzustehen.“ Hofmann (44) sagte, er stamme aus Kronach in Oberfranken, wo er als Schüler und Student bereits Erfahrung im Bezirksverband der Jungen Union gesammelt hatte und 2020 in Chieming geheiratet hatte. Seit knapp acht Jahren wohnt Hofmann in Chieming, auch seine Kinder wurden hier geboren.

Nur noch drei Frauen
im Gemeinderat

Von der grünen Fraktion, die im Haus am See den Wahlabend verbrachte, kam zu später Abendstunde von Ortsverbandssprecherin Traudi Kraus noch eine Stellungnahme: „Unabhängig vom Stimmenergebnis sind wir auf dem richtigen Weg, unsere zwei bisherigen und zwei neuen Gemeinderäte werden ihr Bestes geben. Auch wenn wir einen Sitz verloren haben, ist das Ergebnis immer noch bemerkenswert. Wir sind damit der erfolgreichste Ortsverband im Landkreis. Wir hatten 16 engagierte Kandidaten. Dass im Gemeinderat nur mehr drei Frauen sitzen, davon zwei von den Grünen, ist sehr traurig.“

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