Bergen – Spannender kann eine Wahl nicht sein! In der Tourist-Information verfolgten die drei Bürgermeisterkandidaten Katharina Hallweger (Grüne), Josef Gehmacher (CSU) und Andreas Schultes (FW/ÜW BBH) die Auszählung der Stimmbezirke. Es folgte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. So trennen den Erstplatzierten Josef Gehmacher, der 37 Prozent erhielt, gerade einmal 80 Stimmen zum zweiten Andreas Schultes, der 34,1 Prozent der Wähler von sich überzeugen konnte.
Respektabel ist auch das Ergebnis von Katharina Hallweger mit knapp 29 Prozent. Nun heißt es für Schultes und Gehmacher, nochmals die Ärmel hochzukrempeln und die Wähler für die Stichwahl in zwei Wochen zu mobilisieren.
Die ersten Wahlbezirke waren relativ schnell ausgezählt, die letzten dauerten und stellten alle auf eine Geduldsprobe. In der vollen Lobby der Tourist-Information war die Stimmung gespannt, zwischen Hoffen und Bangen.
„Ich bin ganz entspannt. Jetzt kann ich ohnehin nichts mehr ändern“, meinte Katharina Hallweger. Währenddessen blickten alle gebannt auf den Bildschirm und kurz vor 19 Uhr dann das Ergebnis. Alle drei Kandidaten gratulierten sich gegenseitig, vor allem zum fairen Wahlkampf.
„Für mich ist das eine neue Erfahrung“, erklärte Andreas Schultes, der sich der Bürgermeisterwahl zum ersten Mal stellte. „Es war aufregend und spannend zugleich und ich freue mich, dass wir einen so fairen Wahlkampf geführt haben. Wir werden weiterhin an unseren Strategien festhalten und so weitermachen wie bisher. Ich habe in der Zeit des Wahlkampfes sehr viel gelernt und viele neue Erfahrungen machen dürfen“, erklärte Schultes.
Er würde es wieder so machen, wohlwissend, dass es auch Verbesserungen gebe. „Ich danke meiner Familie und natürlich meinen Wählern, meinem Wahlkampfteam für die Unterstützung in der vergangenen Zeit. Nun warten wir den Wahlausgang für den Rat ab, denn wir sind nur Einzelkämpfer und haben nur eine Stimme im Rat“, so Schultes. Feiern geht nun erst mal nicht, er muss mit klarem Kopf weiterarbeiten.
„Der Wahlkampf war, abgesehen von ein paar Störfeuern, sehr fair“, reflektiert Josef Gehmacher. „Es gibt schließlich auch eine Zeit nach der Wahl. Eine Grundharmonie ist wichtig und wir brauchen keine Reibungsverluste. Die Wähler hatten die Möglichkeit, uns alle kennenzulernen, und die Wahlbeteiligung war hoch“, so Gehmacher.
Er erklärt, dass diese Wahlbeteiligung meist bei Stichwahlen etwas nachlässt. Deshalb sein dringender Aufruf, zur Stichwahl zu gehen. Bei diesem Wahlkampf, so erklärt Gehmacher, musste man viel breiter aufgestellt sein. Informationen wurden schneller nach außen getragen. Das hatte seine Vor- und Nachteile. „Das Vertrauen, das mir die Wähler entgegengebracht haben, ist sensationell und dafür bin ich dankbar. Mein Dank gilt meiner Familie und vor allem meiner Frau, die mir den Rücken freigehalten hat, und meinem Team und den Gemeinderatskandidaten.“
Was sich beide Kandidaten für die Zukunft wünschen? „In Bergen gehen wir nach der Sitzung zum gleichen Wirt und das ist ein Zeugnis dafür, dass wir uns alle trotz unterschiedlicher Meinungen gut verstehen“, sagt Gehmacher und Schultes stimmt ihm dabei zu. tb