Bernau – Vier Monate Auszeit vom Alltag – und plötzlich wird daraus ein Abenteuer, das einmal um die halbe Welt führt. Am 4. November startet Matthias Gerold, 54 Jahre alter Bauingenieur aus Bernau, von Auckland aus zu einer der anspruchsvollsten Wanderungen der Welt: dem Te Araroa, Neuseelands längstem und zugleich härtesten Fernwanderweg. Die Route führt ihn über kurze Teile der Nordinsel und rund 1.500 Kilometer über die Südinsel – durch Berge, Flüsse und nahezu unberührte Landschaften. 81 Tage später erreicht der Chiemgauer den südlichsten Punkt seiner Reise: Bluff. Dazwischen liegen etwa 45.000 Höhenmeter, tagelanger Regen, gefährliche Flussquerungen und „Sandflies“ in Schwarmstärke.
Neuseelands längster
Fernwanderweg
Einmal muss Gerold sogar per Hubschrauber evakuiert werden, nachdem ein Waldbrand eine Hütte bedroht, in der er sich aufhält. Der Fernwanderweg gilt als einer der anspruchsvollsten der Welt. Gerold erlebte dabei nicht nur spektakuläre Landschaften und körperliche Grenzerfahrungen, sondern auch Momente, die sich tief ins Gedächtnis eingebrannt haben – etwa die Überquerung des Waiau-Passes, wo sich nach drei Wochen auf dem Trail plötzlich eine alpine Szenerie auftut, die er bis heute als einen der eindrucksvollsten Augenblicke seiner Reise beschreibt. Und noch etwas begleitet ihn während der Tour: die Suche nach dem Kiwi, dem scheuen Nationaltier Neuseelands. Der flugunfähige und nachtaktive Vogel gilt als extrem selten zu sehen – viele Neuseeländer bekommen ihn in ihrem ganzen Leben nie zu Gesicht. Für Gerold wird der Kiwi unterwegs zum Symbol seiner Reise.
Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erzählt er auch, dass Durchhaltewillen auf einem solchen Trail entscheidend ist – und dass viele Geschichten bleiben, wenn man einmal bis ans Ende der Welt gegangen ist.