Feldbahnlok „Molly“ fährt wieder

von Redaktion

120.000 Euro an Spenden für Sanierung der maroden Verladehalle des Torfbahnhofs Rottau gesammelt

Grassau – Trotz geringerer Öffnungstage konnten die Besucherzahlen annähernd stabil gehalten werden, informierte Vorsitzender Stephan Bieber in der Jahresversammlung des Museumsvereins Torfbahnhof Rottau. „Nur die Aktiven sind rar“, bedauerte er. Die größte Herausforderung wird die Restaurierung der Verladehalle werden, für die 120.000 Euro gesammelt werden müssen.

Schulen besitzen
großes Interesse

In der vergangenen Saison wurde das Museum nur noch an den Wochenenden und an Feiertagen geöffnet, was Personal spart. Auch die Feldbahnfahrten seien mit mehr Passagieren lustiger, da an den Wochenenden mehr Gäste an Bord seien. Bieber bedauerte den Mitgliederschwund bei den Aktiven und betonte, künftig mehr in die Mitgliederwerbung eintreten zu müssen. Hierfür soll auch der Museumstag mit dem Motto „Museum dahoam“ am 17. Mai dienen.

Zudem wurden unzählige ehrenamtliche Stunden investiert, insbesondere bei der Reparatur der Feldbahnlok „Molly“, die nun wieder einwandfrei läuft. Besonders hob Bieber das Interesse der Schulen hervor, denn insgesamt waren 190 Schüler unterschiedlicher Schulen und Klassen zu Gast und konnten für das Moor sensibilisiert werden.

Die Teilnahme an der Kulturmeile zum 900-jährigen Bestehen der Gemeinde Grassau erforderte ebenfalls viel Aufwand. Dafür wurden im Kurpark Gleise verlegt und eine Lok nach Grassau transportiert, sodass Gäste mit der Feldbahn fahren konnten. „Es war ein massiver Aufwand, der sich jedoch gelohnt hat“, so Bieber, da einiges gespendet wurde.

Ein weiteres schönes Event war der schaurige Erzählabend im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage, bei dem aufgrund der Wetterlage in das Gebäude ausgewichen werden musste und aus Platzgründen einige Interessierte abgewiesen werden mussten. Der Verein nahm am Kinderferienprogramm teil und unterhielt Kinder aus Bernau, Übersee und Grassau mit einer interessanten Schnitzeljagd.

Einen ausführlichen Kassenbericht unterbreitete Rainer Stark, wobei vor allem die Finanzierung des Projekts Verladehalle interessierte. Hierfür konnten bereits Spenden über 60.000 Euro gesammelt werden. Im Modell wurde das Projekt gezeigt. Der mittlerweile restaurierte und privat untergestellte Dreiachser soll dort dann wieder untergestellt werden. Er musste entfernt werden, da die Halle einsturzgefährdet war.

Auch durfte die Feldbahn nicht mehr durch die Galerie, früher ein besonderer Höhepunkt, fahren. Nur ein Teil der Halle könne erhalten bleiben. Der hintere Teil sowie die Galerie müssen komplett erneuert werden. Wie Stark informierte, war diese Verladehalle 1920 mit Drehscheibe und Waage auch der erste Baukörper des Torfbahnhofensembles. Das imposante Torfbahnhofgebäude folgte schon wenige Monate später. Es wundere ihn, warum die Verladehalle nicht als Denkmal anerkannt wurde.

Bieber ergänzte, dass die Verladehalle befahrbar sein solle und als weitere Ausstellungsfläche dienen werde. Ein sehr schönes Exponat, der Dreiachstraktor, findet erst nach dem Bau der Verladehalle wieder einen Platz am Torfbahnhof. Ebenfalls notwendig für die Verladehalle sei ein Beleuchtungskonzept, das einige Aktive, allesamt Experten auf dem Gebiet, in Eigenleistung selbst entwickeln und installieren können. Dennoch bleiben die Baukosten, die sich auf 120.000 Euro belaufen.

Wie der Vorsitzende informierte, könnte es eine Leader-Förderung geben. Dann würden 50 Prozent der Nettosumme gefördert. Notwendig hierfür ist, dass der Verein Vereinsvermögen von 10.000 Euro einbringt und sich um den Erhalt der Halle kümmert. Hierfür wurde ein Mitgliederbeschluss benötigt und alle stimmten dem Leader-Förderantrag zu. Kommt der Verein in den Genuss der Förderung, kann schneller mit Restaurierung und Neubau begonnen werden, zumal auch Bernau und Übersee jeweils 7.000 Euro beisteuern würden.

Eigentlich sollte sie nur als Schwangerschaftsvertretung die Schriftführung übernehmen, so erklärte Brigitte Stark. Aus dieser Vertretung seien nun 14 Jahre geworden und für sie sei der Punkt gekommen, das Amt weiterzugeben. Die engagierte Schriftführerin und aktive Mitarbeiterin bei Führungen, an der Kasse und bei Arbeiten im und am Torfbahnhof, erklärte, dass ihr die digitale Welt nicht liege und sie die digitale Welle überholt habe. „Ich gebe das Amt zurück, bleibe aber aktives Mitglied“, betonte sie. Als neue Schriftführerin konnte Angelika Kirn gewonnen und einstimmig gewählt werden.

Museum öffnet
ab 18. April

Bereits am 18. April wird das Museum wieder öffnen. Vorher heißt es für die Mannschaft aufräumen, putzen und herrichten. Gleise, Glaswaage und Drehscheibe der Verladehalle müssen gesichert werden. Auch in dieser Saison wird an den Öffnungstagen am Wochenende festgehalten. Zusätzlich werden Gruppenführungen angeboten.

Für Gruppen sollen die Preise neugestaltet werden. Auch ein neuer Flyer wurde entworfen. Für Kinder ist ein Besuch immer spannend. Nun haben Angelika Kirn und Lotti Loscar ein lustiges, wunderschön illustriertes und spannend erklärtes Heftchen für Kinder erarbeitet. Auf kindgerechte Art wird die Entstehung des Moors sowie des Torfbahnhofs erklärt.

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