Übersee – In nur wenigen Spielminuten hatte sich der freche Kobold Hugo in die Herzen gespielt und nicht nur jedes Kind, sondern auch so manchen Erwachsenen in der sehr gut besuchten Premierenvorstellung in seinen Bann gezogen.
Der Volksbühne Übersee gelang es, 18 Kinder im Alter zwischen acht und 17 Jahren in das Stück „Hugo, oder ein Mann für Mama“ aus der Feder von Werner Schulte hervorragend zu integrieren und ein über eineinhalbstündiges aktionsreiches Stück auf die Bühne zu bringen, das für kurzweilige Unterhaltung und Begeisterung sorgte.
Die Aufregung der Kinder und Jugendlichen legte sich schnell, und kaum war der Vorhang oben, überraschte bereits das Bühnenbild, eine kleine Wohnung mit Stockbett für die Kinder, die gemeinsam mit ihrer Mutter noch immer dem vor vielen Jahren verstorbenen Vater nachtrauern. Doch wer traurig ist, bekommt einen Freund, einen imaginären Freund, einen lustigen Hugo (Raphael Hartl), der die Welt auf den Kopf stellt. Nur Stefan (Anton Maier) kann den kleinen, quirligen Klabautermann sehen, der gerne auf einem Bein hüpft und Späße macht. Er lässt auch das Hausmeisterehepaar auf dem Tisch tanzen, zwickt und piekst mit einer Gabel.
Gerne würde sich Mutter Maibach (Johanna Maier) wieder verlieben und ein interessanter Mann (Bruno Lerchenberger) scheint auch in der Nähe. Doch traut sie sich nicht. Während Sohn Stefan eher skeptisch ist, sucht Tochter Marie mit ihren Freundinnen nach einem Mann für Mama. Doch das gefällt dem kleinen Kobold gar nicht und er vertreibt mit Späßen potenzielle Väter.
Nachdem Stefan Stimmen hört und mit sich spricht, prüft Frau Dr. Nervenruh (Emilia Saffert) mit ihrer Helferin Frau Lieblich (Magdalena Pfisterer) den geistigen Zustand des jungen Patienten Stefan. Nach einigem Hin und Her, lustigen Begegnungen, komischen Zwischenfällen, die der kleine zaubernde Hugo verursacht, löst sich alles in Wohlgefallen auf. Ob Mama schließlich einen Mann bekommt, wird nicht verraten. Die Aufklärung hierzu gibt es bei den nächsten Aufführungen am Samstag, 14. März, um 18 Uhr und am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr im Saal des Wirtshauses D‘Feldwies.
Hervorragend inszeniert und gut gewählt waren die Charaktere. Die Begeisterung der spielenden Jugend übertrug sich auf den Saal und häufiger Szenenapplaus freute die jungen Schauspieler. Der Beifall gebührt auch Organisation und Leitung von Andrea Leitner, Sabrina Haßlberger, Birgit Kastner und Doris Maier. Den Damen gelang es, 18 Spieler auf der Bühne zu motivieren und für das Theaterspiel zu begeistern. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Theaterstück für die ganze Familie. Ein wechselndes Bühnenbild machte die Aufführung noch aktionsreicher. In weiteren Rollen waren Felia Wengbauer, Carolina Biebl, Louis Vilsmaier, Leonie Maier, Kilian Estermeier, Lilly Günther, Luise Estermeier, Isabel Gschwendner, Katharina Maier, Johanna Haßlberger und Johannes Stefanutti zu sehen.
Der Bühnenbau oblag Stefan Gries und Julia Estermeier und um die Technik kümmerte sich Sabrina Haßlberger. Für die Maske zeichneten sich Andrea Leitner und Doris Maier verantwortlich. Ihnen gelang es, Hugo sympathisch und die anderen Kinder erwachsen scheinen zu lassen. Kaum benötigt aber unerlässlich agierte Souffleuse Christina Huber.
Nach der Vorführung ist eines ganz sicher: Um talentierten Nachwuchs braucht sich die Volksbühne nicht zu sorgen. tb