Gstadt – Mehrfach äußerte der Gemeinderat Gstadts Bedenken hinsichtlich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Malerwinkel. Nun wurde das Gremium erneut von der Gemeinde Seeon-Seebruck um eine erneute Beteiligung beim vorhabenbezogenen Bebauungsplan gebeten.
Günther Lebesmühlbacher vom Bauamt merkte an, dass die Gemeinderäte schon zuvor auf die Möglichkeit der Einsichtnahme der mehrere 100 Seiten umfassenden Unterlagen auf der Homepage der Gemeinde Seeon-Seebruck aufmerksam gemacht wurden. Und fasste dann doch den aktuellen Sachstand in der jüngsten öffentlichen Sitzung zusammen.
„Seltsame
Außenfassade“
Im aktuellen Bebauungsplan wurden verschiedene Biotopflächen dem Bestand angepasst, die Berechnung des naturschutzrechtlichen Ausgleiches geändert und im Abschnitt D verschiedene Hinweise ergänzt beziehungsweise geändert. Auch wurden verschiedene Inhalte und Anlagen der Begründung und die Vorhaben- und Betriebsbeschreibung des Vorhaben- und Erschließungsplans aktualisiert. Lebesmühlbacher wiederholte die Anregungen der jüngsten Stellungnahme vom April vergangenen Jahres. So soll der Uferweg dauerhaft als öffentlicher Fuß- und Radweg gesichert sein und der Fuß- und Radverkehr darf nicht eingeschränkt werden. Eine Verlegung wird nicht befürwortet. Ebenso muss die Kapazität der gesamten Oberflächenentwässerung und Abwasserbeseitigung auch bei Spitzenzeiten gewährleistet sein. Zudem wird nochmals auf Bedenken zum Abfluss in den Söller Graben sowie auch in den Lienzinger Bach hingewiesen, da sich die Versiegelungsfläche erhöht. Und: Eine bessere Verträglichkeit der Außengestaltung zum bestehenden Ensemble wäre weiterhin wünschenswert.
Michael Rappl (FWG) begrüßte es, dass die Gemeinde Seeon-Seebruck bezüglich Oberflächenentwässerung und Radweg den Anregungen Gstadts entgegengekommen sei. Nichtsdestotrotz störe ihn „die seltsame Außenfassade.“ Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG) sagte: „Den Hinweis können wir gern noch einmal mitaufnehmen.“
Dominikus Schneider (FWG) betonte, dass der Radweg nicht umverlegt werden dürfe. Deshalb sollte man den Passus zum Radweg noch um die Worte „bestehende Trasse“ und „dauerhaft“ ergänzen. Sepp Gartner (FWG) wies darauf hin, dass der Baukörper enorm viel Wasser brauche, und das sei nicht gesichert. Zudem habe der Abwasserzweckverband nur „gewisse Kapazitäten.“ Er habe nichts gegen das Vorhaben Hotel, aber: „Die Dimension ist zu hoch.“
Florian Pletzenauer (FWG) sagte, dass in seinen Augen der Baukörper zu groß sei und dass er noch stets Bedenken habe bezüglich der Auswirkungen auf den Söller Graben. Auf Nachfragen von Maximilian Heindl (Bürgerliste) erklärte Bürgermeister Hainz, dass die Gemeinde stets die Möglichkeit habe, Hinweise zu geben. Somit werde „alles dokumentiert.“
Gerhard Kreisel (Bürgerliste) hingegen meinte, dass man sich nicht zuviel einmischen dürfe. Es gehe um ein Hotel, das eine gewisse Größe brauche.
Erneute
Stellungnahme
Bürgermeister Hainz beendete die Debatte. Die Verwaltung werde die Anregungen seitens des Gemeinderates in ihrer Stellungnahme erneut vortragen. Sei es, dass eine gefälligere Gestaltung der Außenfassade wünschenswert wäre, sei es, dass der öffentliche Fuß- und Radweg (Uferweg) auf der bestehenden Trasse dauerhaft erhalten werden müsse, oder dass der Söller Graben durch den Abfluss des Regenwassers nicht überbelastet werden dürfe.
Ebenso werde man als Hinweis mitaufnehmen, dass durch das Bauvorhaben der Bedarf zur Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung erheblich erhöht werde und dass das Gremium deshalb Bedenken hinsichtlich einer Überbelastung der Kapazitäten habe.
Mit 13:0 genehmigte der Gemeinderat diese Hinweise.