Staudach-Egerndach – Vor acht Jahren hatte die Blaskapelle Staudach-Egerndach beim Maibaumaufstellen ihren ersten Auftritt mit sehr beschränktem Repertoire. Unterstützung gab es von der Marquartsteiner Kapelle. Dieses Jahr wird wieder ein Maibaum aufgestellt, und die längst aus den Kinderschuhen entwachsene Kapelle benötigt hierfür keine Unterstützung mehr. Mittlerweile ist der Musikverein mit seiner Kapelle aus dem Jahreslauf nicht mehr wegzudenken und gestaltet das kulturelle Leben der Gemeinde mit. Andreas Holzner, Vorsitzender des Vereins, blickte in der Jahresversammlung auf ein aktionsreiches Jahr zurück und mit etwas Sorge in die Zukunft. Schließlich fehle immer noch ein Dirigent.
Gewaltiges
Programm
Die Liste der Veranstaltungen, die die Kapelle begleitete, ist lang. Andreas Holzner erinnerte an den Jahrtag der Vereine, die Standkonzerte, die Fronleichnamsprozession und den Auftritt auf großer Bühne beim Waikiki-Festival. Beim Gaufest Übersee wirkte die Kapelle ebenfalls mit und war auch beim Volkstrauertag präsent. Der Staudach-Egerndacher Advent wird ebenfalls vom Musikverein musikalisch begleitet. Erstmals war der Verein mit verschiedenen Gruppen auch beim Klöpfeln und konnte 1.800 Euro zusammentragen, die jeweils zu gleichen Teilen an die Einrichtungen Vergissmeinnicht Chiemgau und Schutzräume Duda gespendet wurden.
Glücklich zeigte sich Holzner, dass der Aufruf im vergangenen Jahr nach einem Schlagzeuger Früchte getragen hat und nun wieder ein Schlagzeuger den Takt angibt. Nach einem ausführlichen Kassenbericht von Regina Hildebrand und der Entlastung der Kasse meldete sich der aktuelle Kapellmeister Lothar Beyschlag zu Wort. Drei Jahre nunmehr habe er die Kapelle geleitet, und in dieser Zeit sei viel gemeinsam auf die Beine gestellt worden. Er erinnerte an das erste, noch etwas holprige Musizieren beim ersten Gaufest mit Kapelle und daran, wie die Kapelle nun ohne Probleme musizieren und marschieren könne. „Es macht total Spaß mit euch und ich freue mich auf jede Probe“, so Beyschlag. Bis Ende August, am Montag, 31. August, wird er die Kapelle noch leiten, und bis dahin müsse ein neuer Dirigent gefunden werden. Informationen gab es auch zum Kinder- und Jugendprogramm von Jugendwartin Kathi Schützinger. So wurde am Kinderferienprogramm teilgenommen und eine musikalische Schnitzeljagd veranstaltet.
Bürgermeisterin Martina Gaukler dankte für die Gestaltung der kirchlichen Feste und hob das Neujahrsanblasen hervor. Im Mai am Freitag, 1. Mai, ist die Kapelle dann bereits zum dritten Mal bei einem Maibaumaufstellen in der Gemeinde mit von der Partie. Sie informierte, dass die Gemeinde fristgerecht den Kooperationsvertrag mit der Musikschule Grassau gekündigt habe und nun gemeinsam neue Wege beschritten werden müssten. Sie wünsche sich eine offene Kommunikation. Auch freue sie sich auf die Kooperation mit der Musikschule Inzell, die die Lücke schließen werde und jungen Menschen den Zugang zur musikalischen Bildung vor Ort ermögliche. Hierzu werde ein Informationsabend für Eltern folgen. Auch werde die Musikschule einen Schnuppertag anbieten.
Holzner summierte 40 Musikproben und fünf Marschproben. Im Ausblick verwies er auf das Zweigstellenkonzert am Freitag, 27. März, um 18 Uhr in der Kirche und erklärte, dass die Kapelle auch beim Jahrtag der Vereine, natürlich beim Maibaumaufstellen, bei den Standkonzerten und beim Bergener Musikfest mitwirken werde.
Ein fester Termin sei zudem das Waikiki-Festival am Samstag, 18. Juli, und die Teilnahme am Gaufest in Marquartstein. Wie es dann nach den Sommerferien weitergehe, dazu meinte Holzner nur: „Schau ma mal“. Er dankte dem Dirigenten Lothar, der den Musikern schon sehr ans Herz gewachsen sei.
Elisabeth Schmid, Zweite Vorsitzende, sprach von einem harten Schlag, als bekannt wurde, dass die Gemeinde aus der Kooperation mit der Musikschule Grassau austrete. „Das hat die Stimmung stark auf den Boden gedrückt“, bedauerte sie. Durch diese Kündigung verliere die Kapelle auch ihren Dirigenten, der bei der Musikschule Grassau angestellt sei. Es sei nicht einfach, einen neuen Dirigenten und musikalischen Leiter zu finden, so Elisabeth Schmid.
Gefragt wurde Vorsitzender Holzner, wie es nun weitergehe mit der Kapelle. Holzner erwiderte, dass ein Antrag an die Gemeinde gestellt werde, da die Kapelle die Finanzierung eines Dirigenten nicht allein stemmen könne. Altbürgermeister Hans Pertl bedauerte, dass die Gemeinde aus dem Musikschulverbund ausgestiegen sei und verwies auf den Blasmusikrabatt, der einst ausgehandelt wurde.
Angespannter
Gemeindehaushalt
Bürgermeisterin Gaukler verwies auf die angespannte Haushaltslage. Schon jetzt könne die Gemeinde ihren Haushalt nicht ausgleichen, müsse aber ihre Pflichtaufgaben erfüllen. Trotzdem werde der Musikschulunterricht der Kinder weiter gefördert, erklärte sie. Lösungen für die Leitung der Blaskapelle schienen in Sicht, wie auch Andreas Holzner andeutete. Über eine finanzielle Unterstützung der Musikkapelle werde schon in der kommenden Gemeinderatssitzung beraten.