Prien – Stimmig mit Blick auf das nahende Osterfest konnten jetzt alle Votivtafeln der Stationen des Priener Kreuzwegs erneuert werden. Der Weg führt von der Prien-Brücke nahe dem Brucker Kreisel bis zur Wallfahrtskirche St. Salvator durch das idyllische Eichental.
Die Idee, den ehemaligen Kreuzweg von Prien zur Wallfahrtskirche St. Salvator wieder neu zu errichten, ergab sich 1992 im Rahmen der Retrospektive zu Ehren des 70. Geburtstags der Eggstätter Künstlerin Christine Stadler, die für ihre sakrale Kunst bekannt war. Ihre Ausstellung wurde auch von Joseph Kardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. besucht.
Betontafeln von
Efeu überrankt
Der damalige Bürgermeister Lorenz Kollmannsberger und der Marktgemeinderat und Kunstfreund Willi Kessler griffen diese Idee auf und initiierten die Umsetzung durch Christine Stadler, die bereits in den 1980er-Jahren dieselben Kreuzwegtafeln für die Bruder Konrad Kirche in Erbmannsdorf/Oberpfalz geschaffen hatte.
1994 wurde der Priener Kreuzweg eingeweiht. In der Darstellung der 14. Station weicht sie vom sonst üblichen Schema ab und stellt über der Grablegung Jesu seine Auferstehung als Heiland (Salvator) dar. Damit verweist sie auf die nahe Kirche St. Salvator.
Im Laufe der Zeit wurden die 14 ausdrucksstarken bronzefarbenen Betontafeln von Efeu überrankt und bekamen Risse. Damals nahm sich Hans Schuderer von der heimischen Kolpingsfamilie der Stelen an. Da der katholische Sozialverband sich nur in sozialen und nicht in kulturellen Angelegenheiten einbringen darf, rief er eine Spendenaktion zur Restauration ins Leben, um die am schlimmsten betroffenen Platten auswechseln zu können.
Auf Bitten von Schuderer führt die Kolpingsfamilie dieses Engagement nun fort und beauftragte die in der Nähe von Wolfratshausen angesiedelte Kunstgießerei Kirchner & Schnappinger, neue Bronzetafeln zu fertigen. Die Erlaubnis zum Nachguss erteilte der Neffe der 2001 verstorbenen Künstlerin. Anfang März brachte die Inhaberin Nicola Kirchner nun die glänzenden Votivtafeln nach Prien. „Es ist eine schöne Aktion der Kolpingsfamilie, diesen Kreuzweg wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Mein Dank gilt auch der Stiftung der VR-Bank Rosenheim für deren großzügige Spende in Höhe von 3.000 Euro. Wir hoffen auf weitere Zuwendungen“, sagte Bürgermeister Andreas Friedrich. Der katholische Pfarrer Philipp Werner erklärte, die Spendenaktion jetzt zur Fastenzeit zeige die Verbundenheit von weltlichen und kirchlichen Institutionen. Es sei schön, dass es nun gelungen sei, diesen traditionell sehr gut angenommenen Kreuzweg zu erneuern. Gerade an Karfreitag werde er gerne von vielen Gläubigen als Buß- und Bittgang genutzt. Er danke den Unterstützern, die dies möglich gemacht hätten. Der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der Volksbank-Raiffeisenbank Chiemsee Stiftung, Gerhard Ruf, sagte, er freue sich im Namen der Stiftung, dass man etwas dazu beitragen könne, den Erhalt dieses Kleinods zu sichern.
Bauhof installiert
Bronzeplatten
In den nächsten Tagen werden die Bronzeplatten vom ansässigen Bauhof installiert. Da immer noch Gelder zur Erneuerung fehlen, bitten die Verantwortlichen unter dem Verwendungszweck „Spende Kreuzwegstationen“ um Spenden auf das Konto der Marktgemeinde Prien, die das Geld treuhänderisch empfängt.