Nußdorf – Die Ehrung langjähriger Mitglieder stand im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Bienenzuchtvereins Nußdorf-Traunwalchen-Chieming, zu der rund 45 Mitglieder in das Gasthaus zum Bräu nach Hart gekommen waren. Brigitta Essendorfer und Josef Schroll, die dem Imkerverein seit mehr als 25 Jahren angehören, wurden für ihre Verdienste um die Imkerei mit der goldenen Ehrennadel des Verbandes Bayerischer Bienenzüchter (VBB) geehrt. Mit dem Ehrenabzeichen in Silber würdigt der VBB das langjährige Engagement von Heidi Probst und Engelbert Georg. Die Ehrenauszeichnungen überreichten Luise Mitterreiter, Erste Vorsitzende, und ihr Stellvertreter Christian Lackner.
Die Vorsitzende Luise Mitterreiter blickte auf das letzte Vereinsjahr zurück: 88 Bienenzüchter gehören dem Verein an, mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren. Aktuell betreuen die Mitglieder 744 Bienenvölker und damit etwas weniger als im Jahr zuvor. „Das Bienenjahr 2025 ist leider sehr schlecht ausgefallen – ein Jahr mit insgesamt sehr wenig Ertrag“, so die Bilanz der Vereinsvorsitzenden. Der frühe Frühlingsbeginn mit guter Volksentwicklung habe sich zunächst positiv angelassen, doch wegen der anhaltenden Trockenheit gaben die Pflanzen wenig Nektar ab. In der anschließenden längeren Kälteperiode brauchten die Völker den eingetragenen Honig selbst. „Die Waldtracht ist komplett ausgefallen“. Ungewöhnlich war, dass es trotz magerer Honigernte mehr Schwärme gab als erwartet. Erfreulich war, dass die Bildung von Ablegern und die Königinnenzucht gut funktioniert haben. Der Befall an Varroamilben sei nach den Behandlungen etwas höher als üblich gewesen, aber nicht besorgniserregend, so Mitterreiter. Trotzdem sei die Überwinterung nicht bei allen Mitgliedern gut gelaufen, denn es gebe erste Nachfragen nach neuen Bienenvölkern. Um die Lage hinsichtlich der Völkerverluste realistisch einschätzen zu können, müsse aber noch abgewartet werden, forderte die Vorsitzende die Mitglieder auf.
Einmal mehr warnte Mitterreiter vor der „Asiatischen Hornisse“. Der Schädling ist in Nordbayern bereits angekommen. Die Vereinschefin hofft, dass es noch einige Zeit, vielleicht auch ein paar Jahre dauern wird, bis er auch in unserer Region auftritt. Sollte es den Verdacht auf eine „Asiatische Hornisse“ geben, forderte Mitterreiter zu schnellem Handeln auf: Möglichst ein Foto machen, den Ort der Sichtung notieren und an www.beewarned.de melden.
Mitterreiter informierte, dass die Belegstelle Thorau ab 21. Mai geöffnet und bis 23. Juli betrieben wird. Die Anlieferung ist immer mittwochs möglich. Anmeldung ist erforderlich. Der Verein bekommt heuer von der Fachberatung Imkerei des Bezirks Oberbayern ein leistungsgeprüftes Zuchtvolk zum Umlarven. Das Bienenvolk wird bei Franz Mädler in Manholding stationiert. Die Vorsitzende erinnerte die Vereinsmitglieder, dass Anträge um einen Zuschuss für geplante Investitionen bis Mitte April eingereicht werden müssen.
Der Bienenzuchtverein Nußdorf-Traunwalchen-Chieming besteht seit 100 Jahren. Das Jubiläum wird voraussichtlich im Oktober mit einem Fest begangen. Näheres steht noch nicht fest und wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. Die Vereinskerze ist noch in Anger in Produktion, sie wird voraussichtlich erst Ende Juli 2026 fertig sein.
Schriftführerin Britta Essendorfer verlas das Protokoll der letztjährigen Jahresversammlung und Florian Reiter informierte über den Stand der Vereinsfinanzen. Insgesamt steht der Verein auf einer soliden finanziellen Basis. Kassenprüfer Josef Pauli empfahl die Entlastung der Vorstandschaft, der die Mitgliederversammlung einstimmig folgte. pv