Landkreis muss sparen

von Redaktion

Traunsteiner Jugendhilfeausschuss stoppt höhere Zuschüsse für soziale Träger

Landkreis Traunstein – Jahr für Jahr beantragen etliche soziale Einrichtungen Zuschüsse beim Landratsamt. Weil deren Kosten steigen, werden auch die Summen höher, um die man beim Landkreis bittet. Doch jetzt wurde auf die Bremse gestiegen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Jugendhilfeausschuss alle höheren Zuschussanträge mehrheitlich abgelehnt.

Weniger freiwillige
Leistungen

„Wir haben einen Haushalt, der extrem zusammengestrichen wurde. Die Streichliste des Kreistags bei den freiwilligen Leistungen war lang“, so Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) in der Sitzung zu den Hintergründen. Konkret wollte der Kreisjugendring heuer 220.000 Euro an Zuschüssen, 10.000 Euro mehr als im Vorjahr, oder die Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Erzbistums München-Freising 15.000 Euro, 5.000 Euro mehr als im Vorjahr. Beide Erhöhungen wurden nicht genehmigt, sondern nur die gleichen Beträge wie 2025. Von einem angespannten Haushalt höre man seit Jahren, so Andreas Hunglinger, Zweiter Vorsitzender des Kreisjugendrings (KJR) in der Sitzung: „Gibt es besondere Gründe dafür? Ich muss mich bei unseren Vereinen ja auch rechtfertigen.“ Landrat Danzer entgegnete, er würde gerne mehr Geld zusprechen. „Ihr macht über Jahrzehnte gute Arbeit.“ Aber der Kreistag musste Kompromisse finden mit Gemeinden und Bürgermeistern. „Und wir wollten auch nicht die Kreisumlage erhöhen und so den Kommunen noch mehr wegnehmen“, so Danzer weiter. Die Zuschüsse an den Kreisjugendring gehen in etwa zur einen Hälfte direkt an die Jugendverbände der Vereine und fließen zur anderen Hälfte in Personalkosten und den Unterhalt der KJR-Geschäftsstelle.

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Erzdiözese München-Freising beantragte heuer 15.000 Euro statt der 10.000 Euro in den vergangenen Jahren. „Die Beratung muss erhalten bleiben. In den Familien können wir am frühesten mit Prävention beginnen“, so Waltraud Jetz-Deser vom Erzbistum. Die Kosten für Personal oder Mieten steigen, dagegen gibt es nicht mehr so viel Geld von der Erzdiözese. 10.000 Euro wurden gewährt, der höhere Zuschussantrag aber abgelehnt.

Vier weitere soziale Träger beantragten dieselben Summen wie im Vorjahr. Die Suchtprävention der Caritas 52.515 Euro. Hier geht es um Übernahme von zwei Dritteln der Personalkosten. Das Pädagogische Zentrum Achental, vormals Schloss Niedernfels, 15.000 Euro. Es verbindet Schule und Jugendhilfe, etwa die Hälfte der 140 Schüler kommt aus einer Jugendhilfemaßnahme.

Hilfe für Kinder
und Jugendliche

Und das Familienpflegewerk des Diözesanverbands beantragte 15.318,50 Euro. Es hilft, wenn Kinder wegen Krankheit oder Pflege ihrer Eltern sonst nicht versorgt würden. Zwei Euro je Einsatzstunde werden vom Landkreis bezuschusst. Die gleichbleibend hohen, beantragten Summen wurden vom Jugendhilfeausschuss genehmigt.

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