Chiemsee – Einen ganzen Strauß an Themen sprachen die Bürger in der Bürgerversammlung auf der Fraueninsel im „Klosterwirt“ an. Vom oft niedrigen Pegelstand des Chiemsees über die viel besseren Mülleimer auf der Herreninsel bis zur Pächtersuche für den Traditionsgasthof „Linde“ reichten die Themen. Die Ankündigung von Georg Klampfleuthner, einen Insel-Förderverein gründen zu wollen, in dem auch Nicht-Insulaner Mitglied werden können, stieß auf breite Zustimmung.
Förderverein soll
Inselleben stärken
Es sei mehr als nur ein Gedanke, erklärte Georg Klampfleuthner im Ausspracheteil der jüngsten Bürgerversammlung auf der Fraueninsel. „Ich möchte einen Inselverein ins Leben rufen“, erklärte Klampfleuthner. Ihm schwebe ein Mitgliedsbeitrag in Höhe von 25 bis 30 Euro vor und ein Verein, in dem jeder Mitglied werden kann, so das Gemeinderatsmitglied.
Ziel soll unter anderem die Stärkung der Dorfgemeinschaft sein, aber auch „das kulturelle Leben nach vorne zu bringen“, betonte Klampfleuthner, der in Sachen Kultur schon stark engagiert ist. Klampfleuthner ist seit 2023 auch Vorsitzender des Kulturfördervereins Prien und weiß daher über die Ausstellungslandschaft und Themenschwerpunkte bestens Bescheid.
„Wir könnten zum Beispiel Feste veranstalten“ und „wir sollten die Torhalle übernehmen“, so seine Vision. Denn in dieser würden Ausstellungen präsentiert, die „von wenig künstlerischer Kompetenz“ zeugen, und er könne sich auch Lesungen und Harfenkonzerte vorstellen.
Überhaupt sei er kein Freund der Darstellung der Insel nach außen, so Klampfleuthner. „Im Winter ist sie tot und im Sommer ist sie total überlaufen“, unterstrich er seinen Eindruck über das Image der Fraueninsel. Ihm schwebe vor, dass sich Interessierte in einer Wirtschaft treffen sollten („wenn mal wieder eine auf hat“) und die potenziellen Mitglieder in einem Brief ein- oder zweimal im Jahr über die Aktivitäten informiert werden.
An den Bürgermeister und seine Gemeinderatskollegen gewandt, betonte Klampfleuthner, dass „so ein Verein ganz andere Möglichkeiten hat“, um für Unterstützung zu werben als eine Kommune. „Das ist eine gute Idee“, fand auch Armin Krämmer und sagte seine Unterstützung zu.
Zuvor hatten etliche Insulaner moniert, dass die immer häufigeren Niedrigst-pegelstände des Chiemsees problematisch für die älteren Insulaner seien. Die Menschen würden im Alter ja nicht beweglicher, seien aber auf die (privaten) Schiffe angewiesen, und es sei zum wiederholten Male zu Stürzen gekommen, so der Tenor der Wortmeldungen. Bürgermeister Krämmer betonte, dass er um die Dringlichkeit wisse, und versprach, jetzt nochmals mit beiden Landräten zu sprechen, denn auch die Rampe der Fähre sei dann nicht mehr zu befahren.
Kurzfristig wurde diskutiert, ob die Fraueninsel nicht ähnlich verschlossene Abfalleimer anschaffen sollte wie die Herreninsel. Angesichts der Anschaffungskosten, die Konstantin Buchner auf Nachfrage mitteilte, wurde aber Abstand genommen.
Viele Fragen musste sich der Chef der Schloss- und Gartenverwaltung, Konstantin Buchner, bezüglich der noch ausstehenden Neuverpachtung des Traditionsbetriebs „Linde“ gefallen lassen. Denn die Inselbewohner hatten gehofft, dass bereits zu Ostern Hotel und Gasthof wieder offen wären. Doch nach der Insolvenz und der Rückgabe zum Jahreswechsel ist offiziell noch keine Ausschreibung über die Liegenschaftsverwaltung der Bayerischen Schlösserverwaltung auf dem Markt.
Offene Fragen zur Zukunft
des Gasthofs „Linde“
„Ich habe aber schon etliche Interessenten an diese weitergeleitet“, erklärte dazu Bürgermeister Armin Krämmer. Denn mögliche Pächter riefen irrtümlich bei der Gemeindeverwaltung an, weil offiziell noch nichts ausgeschrieben sei. Buchner erläuterte, dass einige Arbeiten im Haus, besonders hinsichtlich der Personalzimmer, nicht abgeschlossen seien. Deshalb könnten auch noch keine Führungen mit möglichen Pächtern stattfinden, so Buchner mit dem Hinweis, dass „auch das Finanzministerium mit eingebunden sein muss“.