Digitale Souveränität für mehr Datensicherheit

von Redaktion

Gut besuchter Abend des „Informationskreises der Wirtschaft“ zu KI, Cyberangriffen und Energiezukunft in Traunstein

Traunstein – Hackerangriffe auf Unternehmen und Betriebe der kritischen Infrastruktur, ein großflächiger Blackout wie im April vergangenen Jahres in Spanien oder problematische Software-Monopole amerikanischer Tech-Giganten: Diese Problemfelder und Abhängigkeiten können im Zuge weltpolitischer Veränderungen und Spannungsfelder schnell an Brisanz gewinnen. Vor diesem Hintergrund stieß ein Informationsabend des Informationskreises der Wirtschaft (IdW) Traun/Alz beim Unternehmen „MaxSolar“ in Traunstein auf großes Interesse. Rund 120 Firmenchefs sowie Fachleute aus Behörden, Betrieben und Kommunen informierten sich dort aus erster Hand und diskutierten über das Thema „Digitale Souveränität und Energieversorgung der Zukunft“.

Franz Obermayer senior, IdW-Vorsitzender und Vorstand der „complimant AG“, machte die wachsende Aktualität des Themas Cyber- und Energiesicherheit deutlich. Bundesweit belief sich der Schaden durch Diebstahl, Sabotage und Industriespionage im vergangenen Jahr nach einer Statistik des Branchenverbands Bitkom auf 289,2 Milliarden Euro. Weltweit liege der Schaden, so Obermayer, sogar bei über zehn Billionen Euro. Kriminelle setzten dabei immer stärker Künstliche Intelligenz (KI) ein und unterhielten im Darknet einen regen Handel mit illegal erlangten Unternehmensdaten.

Umgekehrt könne KI auch zur Verbesserung der unternehmenseigenen Cybersicherheit und zur automatisierten Darknet-Überwachung eingesetzt werden, zur Erledigung zeitintensiver Routineaufgaben und zur Optimierung der Energieressourcen. Dies alles sorge allerdings für einen steigenden Energiebedarf und Datenverkehr. Risikofaktoren für die Datensicherheit und Funktionsfähigkeit der Betriebs-IT sah Obermayer mittelfristig in großen zentralisierten Rechenzentren wie in Frankfurt oder den Softwarelösungen der großen Tech-Giganten aus den USA, deren Chefs eine auffällige Nähe zu US-Präsident Donald Trump zeigen. Kritisch zu sehen sei auch der Datenhunger der großen Techkonzerne und der Einfluss der Geheimdienste. Das Land Schleswig-Holstein habe diese möglicherweise bald fatalen Abhängigkeiten erkannt und setze auf frei verfügbare Open-Source-Lösungen in der Landesverwaltung. Es gebe aber auch Alternativen, die dem Klimaschutz nützen, die Informationssicherheit erhöhen und die regionale Unabhängigkeit und Kreislaufwirtschaft stärken, erklärte Obermayer. Etwa ein regionales Rechenzentrum, das zu 100 Prozent mit Photovoltaik betrieben wird.

In der anschließenden Diskussion fragte Moderator Paul Marschner von der „Chiemgau GmbH“ nach den Vorteilen der Dezentralisierungsstrategien für die Energieversorgung. Christoph Strasser verwies auf die Verletzlichkeit zentraler Strukturen, wie der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeige. Eine weitere Frage betraf die schlechte Nutzung variabler Stromtarife. Strasser verwies auf die Vorteile des Einbaus von Smart Metern, die die Abrechnung nach aktuellen und variablen Börsenstrompreisen ermöglichen. eff

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