Prien – Toni Obermair konnte jetzt seinen 90. Geburtstag begehen, zu dem ihm der Dritte Bürgermeister Martin Aufenanger recht herzlich gratulierte. Seit 65 Jahren lebt der gebürtige Breitbrunner in Prien.
Geboren 1936, wuchs Toni Obermair im „Gasthof zur schönen Aussicht“ auf, den seine Eltern Susanne und Kasper Obermair führten. Da seine Mutter eine ausgebildete Sängerin und als „Lerche vom Chiemsee“ bekannt war, war Tonis Kindheit von Musik geprägt. Ab seinem achten Lebensjahr bekam er Klavierunterricht, später kamen Flöte und Akkordeon hinzu. Eine Ausbildung im Internat der Regensburger Domspatzen musste nach drei Wochen abgebrochen werden, zu groß war das Heimweh, gestand der Jubilar. Im Alter von neun Jahren erlebte er das Kriegsende. Zehn amerikanische Panzer standen hinter dem Haus und die Soldaten kamen ins Wirtshaus, um nach Speisen und Getränken zu suchen. Auch an den Verfassungskonvent 1948 auf Herrenchiemsee hat er lebhafte Erinnerungen: Am „Bayerischen Abend“ trat seine Mutter als klassische und volkstümliche Sängerin und er als „Schuhplattler“ auf. Mit zehn Jahren sorgte er am Klavier beim Kindermaskenball in Breitbrunn für die stimmige Musik. Mit 20 Jahren gründete er die „Chiemsee Spatzen“, ein Trio – er am Akkordeon –, das bald zum Quartett und dann zum Quintett wurde. „Gespielt haben wir vom Oberkrainer bis zum Beat alles“, so Obermair lachend. Aufgetreten seien sie vor allem in Prien und Umgebung. 25 Jahre lang hätten sie die Tanzfahrten auf dem Chiemsee musikalisch ausgerichtet und im Münchner Hotel Hilton gespielt. Beruflich trat er eine Lehre zum Bankkaufmann in der Priener Filiale der Hypo-Vereinsbank an. Nach einigen Jahren wechselte er in die Zweigstelle nach München, kehrte zehn Jahre später nach Prien zurück, um als stellvertretender Leiter bis zum Renteneintritt zu bleiben. Seine Frau Ingrid lernte er 1960 beim Priener Fasching kennen, an dem er – wie sollte es anders sein – für die Musik verantwortlich war. Als Kassier beim TuS organisierte das Ehepaar 25 Jahre lang die Kindermaskenbälle des Vereins. Viele Pokale holte er als Tennisspieler im Rimstinger Verein, wo er 55 Jahre Mitglied und 30 Jahre Kassenprüfer war.
Aus der Ehe ging die Tochter Andrea hervor. Gefeiert wurde sein Ehrentag im Gasthaus, natürlich mit Musik. Auf Geschenke habe er zugunsten der Chiemseer Tafel verzichtet. Eine glückliche Ehe, eine harmonische Familie und viele gute Freunde seien der Garant für ein erfülltes Leben, das er sehr genossen habe.
„Ich habe ein zufriedenes und schönes Leben gehabt“, blickte der Jubilar mit Freude zurück. Er hoffe, dass es noch lange so bleibt. wp