Marquartstein – In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Marquartstein wurde unter anderem über eine geplante Pensionspferdehaltung an der Alten Dorfstraße beraten. Dort sollen ein Reitplatz (792 Quadratmeter), zwei Liegehallen mit befestigtem Auslauf und eine Mistlege entstehen. Darüber hinaus werden ein Putzplatz für Pferde, Stellplätze für Fahrzeuge und Pferdeanhänger ausgewiesen sowie Stroh- und Heuraufen, Einzäunung, Koppeln, Baumbestand und geplante Bäume dargestellt.
Offenstall mit
Auslauf und Koppel
Gedacht ist die Anlage für eine Pensionspferdehaltung im Offenstall mit Auslauf und angrenzender Koppel für 16 Pferde. Erik Oberhorner von der Bauverwaltung trug weiter vor, dass ebenfalls ein Betriebskonzept vorgelegt wurde, in dem auch die Betriebsleiterqualifikation, der Mitarbeiterumfang und die Maschinenausstattung dargestellt sind.
Außerdem sind die Spartenpläne für Wasser und Abwasser zu beachten und vor Baubeginn vor Ort zu prüfen, da die genaue Lage der Wasserleitung laut GIS (Geo-Informationssystem) nicht zweifelsfrei bekannt ist. Auch die Dachform und die Dachüberstände der Mistlege sind aufgrund der widersprüchlichen Darstellung auf dem Plan noch zu prüfen. Der Gemeinderat priorisiert die Satteldachvariante. Die Privilegierung des Bauvorhabens ist durch das Landratsamt Traunstein zu prüfen.
Christian Dögerl (CSU) fand den Plan gut. Josef Moritz (CSU) fragte, ob die Mistlege eventuell die Nachbarn stören könnte, worauf Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) meinte, wenn der Vorbescheid so genehmigt werde, seien für ein „Mischgebiet“ landwirtschaftliche „Düfte“ nichts Ungewöhnliches. Mit einer Gegenstimme erteilte der Gemeinderat zu diesem Bauvorhaben grundsätzlich sein Einvernehmen.
Einstimmig wurde darüber hinaus das Einvernehmen für einen Bauantrag auf Rückbau einer alten Lagerhalle und Erweiterung der bestehenden Maschinenhalle im Ortsteil Donau erteilt. Der alte Unterstand beziehungsweise die Lagerhalle soll abgebrochen und dahinter erweitert sowie wieder an die bestehende Maschinenhalle, die ebenfalls erweitert werden soll, angeschlossen werden.
Der Antragsteller begründete in einem Schreiben an die Gemeinderäte, dass sein flächenstarker Betrieb mehr Technik und einen größeren Bestand an Maschinen erforderlich mache. Außerdem verwies er auf seine Vermietung an Feriengäste, wobei eine räumliche Trennung der Sicherheit diene.
Für eine Änderung des Bebauungsplans „Streunthal“ verlas Erik Oberhorner eine längere Vorgeschichte, die bereits im Jahr 2022 begann. Damals formulierte der Planer Toni Entfellner die Zielsetzung, das große Grundstück in Parzellen aufzuteilen und entsprechend kleinteilige Bebauung im Streunthal zu realisieren. Dies sei aus Sicht des Planers eine positive und städtebaulich richtige Vorgehensweise.
Nach Prüfung der Topografie durch ein digitales Geländemodell und Schnittzeichnungen wurde laut Planer deutlich, dass sich die skizzierten Gebäudekörper zweigeschossig ohne massive Erdbewegungen in das Gelände und Landschaftsbild integrieren lassen. Die Grundstücksgrößen sollten Flächen zwischen 370 und 950 Quadratmetern erreichen.
Im Mai 2022 fasste der Bau- und Umweltausschuss einstimmig einen Beschluss, der eine Überarbeitung für zwei Gebäude verlangte, Schnitte und Höhenschichtlinien erforderlich machte und nach dem ein städtebaulicher Vertrag für gedeckelte Mieten oder eine Einheimischen-Modell-Nutzung für ein Gebäude abzuschließen sei. Im Herbst vergangenen Jahres ging dann eine geänderte Bauvoranfrage ein.
Für die geplante Bebauung im Norden wurde nun ein Doppelhaus auf einer Grundstücksfläche von 1.024 Quadratmetern vorgesehen. Die südliche Fläche mit einer Größe von 937 Quadratmetern soll weiterhin mit einem Einfamilienhaus bebaut werden. Hierfür muss einer Bebauungsplanänderung zugestimmt werden, was in der Sitzung einstimmig erfolgte. Aktuell ging zudem ein Einspruch einer Bürgerin gegen diesen Änderungsbeschluss ein, der jedoch im Zuge des nun eingeleiteten Verfahrens behandelt wird.
Parkraumbewirtschaftung
an der Hochplattenbahn
Bekannt gegeben wurden zudem Beschlüsse aus nichtöffentlichen Sitzungen. Geschäftsleiter Florian Stephan trug vor, dass die Vergabe der Leistung über die Umstellung der Prozessleittechnik nach 2G-Abschaltung für die Trinkwasserversorgung für rund 17.600 Euro netto an die Firma Zach Elektroanlagen GmbH & Co. KG vergeben wurde. Eine Erneuerung sei aufgrund des Alters der Fernwirkanlage alternativlos und somit auch wirtschaftlich gerechtfertigt gewesen. Da die vorhandene Fernwirkanlage sowie verbleibende Einheiten bereits von der Firma Zach Elektroanlagen stammen und bisher sowie auch weiterhin betreut werden, wurde auf die Einholung weiterer Angebote verzichtet.
Im nächsten Tagesordnungspunkt ging es um die Montage von vier Leuchten für die Straßenbeleuchtung im Ortsteil Geisenhausen. Der Auftrag ging an die Firma HL-Lichttechnik aus Ruhpolding für rund 11.000 Euro netto.
Für die neue Parkraumbewirtschaftung an der Hochplattenbahn sind Tiefbauarbeiten zur Montage der technischen Anlagen erforderlich. Das Projekt wird im Wesentlichen durch den Bauhof realisiert. Das Angebot für die Maschinenleistungen wurde nach einer Besprechung und einer Ortsbesichtigung eingeholt. Die Tiefbau- und Erdarbeiten wird die Firma Aigner aus Marquartstein für circa 10.000 Euro übernehmen. Die Abrechnung erfolgt nach tatsächlichem Aufwand. Sybilla Wunderlich