Wer kommt wann und wie mit dem ÖPNV wohin?

von Redaktion

Absprachen der Gemeinden zum „Flexiblen Bedarfsverkehr Südost“ dauern an

Siegsdorf – Bürgermeister Thomas Kamm und Amtsleiter Hermann Haslinger informierten den Siegsdorfer Gemeinderat über die laufenden Verhandlungen zum „Flexiblen Bedarfsverkehr Südost“ (FBSO) und gaben Einblick in die Historie und den derzeitigen Sachstand.

Wie Hermann Haslinger dazu erklärte, hatte er an einer Informationstagung zu „Mobilen Verkehrskonzepten“ teilgenommen und sich dabei laufende Projekte verschiedener Landkreise angesehen. Für Flexiblen Bedarfsverkehr als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV stellt der Freistaat Bayern den Landkreisen auch Fördermittel zur Verfügung.

Auf Initiative der Gemeinde Siegsdorf trafen sich deshalb im November 2025 Bürgermeister Kamm und Amtsleiter Haslinger zu einem Vorgespräch mit den Verkehrsplanern des Landratsamtes. Hier wurde erneut auf die fehlende Anbindung an den ÖPNV verschiedener Siegsdorfer Ortsteile, wie Hochberg, Hörgering, Vorauf-Feichten, Riedl, Maria Eck oder Knappenfeld, hingewiesen und auch die fehlende direkte Verbindung zwischen den Nachbargemeinden Bergen und Siegsdorf angesprochen.

Die Gemeinde hatte diese fehlenden Anbindungen auch bei der Erstellung des Nahverkehrsplans im Juni 2022 angeregt, worauf sie vom Landkreis in die Schwachstellen-Analyse des Planes aufgenommen worden waren. Für das vom Landkreis 2023 aufgelegte Förderprogramm „Gemeindeübergreifende Bedarfsverkehre“ laufen bereits Projekte wie „Rupi“ im Bereich Waginger See oder im unteren Achental der Bedarfsverkehr mit den Gemeinden Chieming, Grabenstätt, Übersee und Grassau.

Die Gemeinde Siegsdorf hat zu diesem Thema vor einiger Zeit Kontakt mit den Nachbargemeinden Bergen und Surberg aufgenommen und sich dann im Februar 2024 zu einem Gespräch mit den Verkehrsplanern des Landratsamtes und den Nachbargemeinden getroffen. Hier signalisierten alle Beteiligten ihre grundsätzliche Bereitschaft, sich, vorbehaltlich der Entscheidungen der Gemeinderäte, an einem gemeindeübergreifenden Projekt zu beteiligen.

Zwischenzeitlich konnte vom Landratsamt ein grobes Konzept mit wesentlichen Eckpunkten des flexiblen Bedarfsverkehrs mit Anforderungen an Haltestellen, Fahrplan-Bedienzeiten, Geo-Koordinaten, Kostenschätzung und Finanzierungskonzept erarbeitet werden, auf dessen Basis eine grobe Kostenschätzung erstellt werden konnte.

Während der Ausarbeitung des Feinkonzeptes bekundeten auch die Stadt Traunstein und die Gemeinde Nußdorf ihr Interesse an einem „Flexiblen Bedarfsverkehr Süd-Ost“ und eine eventuelle Beteiligung. Der bereits vorhandene Bedarfsverkehr im städtischen Bereich muss dazu aber mit dem Schülerverkehr und dem geplanten FBSO zusammengeführt werden. Hierzu wurde auch ein externes Gutachten beauftragt, das aber noch nicht belastbar erscheint, und auch der Dienstleistungsvertrag für den städtischen Berufsverkehr läuft noch. Erst im Anschluss daran könnte anderweitig disponiert werden.

Der Traunsteiner Stadtrat hat aber bereits einstimmig seine Bereitschaft signalisiert, in ein Verkehrssystem FBSO einzutreten, und auch das positive Signal der Gemeinde Nußdorf wurde vom Siegsdorfer Gemeinderat sehr begrüßt. fkr

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