Letzte Reise mit Herzenswunsch Hospizmobil

von Redaktion

Das Herzenswunsch Hospizmobil erfüllt letzte Träume von Schwerstkranken. Dank einer großzügigen Spende der Grassauer Heinzelmädchen kann das Team um Florian Halter weiterhin Hoffnung und Freude schenken und Fahrten ans Meer oder in die Berge für Betroffene ermöglichen.

Grassau – Noch einmal ans Meer, das Wasser und die Wellen beobachten, mit Unterstützung noch einmal Salzwasser auf der Haut spüren. Oder vielleicht ein letztes Mal in die Berge und den Blick ins Tal genießen. Diese und viele weitere Herzenswünsche todkranker Menschen erfüllt das Team um das Herzenswunsch Hospizmobil.

Rührende Momente
und herzhaftes Lachen

Von rührenden Momenten, von tiefer Ergriffenheit, aber auch von Lachen und einmal nicht an Krankheit denken müssen berichtet Florian Halter, Kreisbereitschaftsleiter BRK und Koordinator des Herzenswunsch Hospizmobils, beim Treffen mit den Grassauer Heinzelmädchen. Fünf Spielzeugmärkte wurden organisiert, zehn Prozent des Verkaufserlöses einbehalten und so 1.500 Euro gesammelt, die nun gespendet wurden.

„Wir sind alle Mütter und wir alle sind so dankbar, gesunde Kinder zu haben“, erklärt Anita Moka, Leiterin der Initiative Spielzeugmarkt. Insgesamt sind es rund 50 Mitarbeiterinnen, die den Spielzeugmarkt ehrenamtlich zweimal im Jahr organisieren, auch um mit dem gesammelten Geld Vereine und Institutionen zu unterstützen. Einstimmig wurde entschieden, nun das Herzenswunsch Hospizmobil zu unterstützen. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen waren von dieser Initiative überzeugt und begeistert.

Florian Halter und seine Frau Steffi kamen mit dem kleinen Hospizmobil nach Grassau, um sich und das Fahrzeug sowie ihre Motivation vorzustellen. Viele Jahre war Florian Halter als Sanitäter unterwegs, musste dabei viel Leid sehen, durfte helfen und retten. Für manche Menschen gab es jedoch keine Hilfe mehr, aber die Möglichkeit, einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen.

„In unserem großen Fahrzeug können wir sowohl sitzend als auch liegend transportieren. Das Auto ist wie ein Rettungswagen ausgerüstet, wobei alle Geräte auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Und unser Hospizmobil hat zudem einen schönen Sternenhimmel“, erzählt Florian Halter. Das große Fahrzeug konnte nicht besichtigt werden, da es unterwegs ist, um einen Herzenswunsch zu erfüllen. Aber mit dem „kleinen Hospizmobil“ war das Paar in Grassau.

Wie Florian Halter erzählte, seien es ganz unterschiedliche Wünsche. Meist werden die Wünsche von Angehörigen oder aus Arztpraxen herangetragen und die Patienten vorgestellt. Dann werde vom Team geprüft, ob es eine Möglichkeit gebe, den Wunsch zu erfüllen. „Wir organisieren die letzte Reise bis ins kleinste Detail, suchen das passende, behindertengerechte Hotel, buchen und gestalten auch die Tage vor Ort“, informiert Steffi Halter. Viel Arbeit im Vorfeld ist nötig und manchmal muss es auch sehr schnell gehen. Oftmals trauen sich Angehörige nicht zu, den schwerstkranken Patienten den letzten Wunsch zu erfüllen, und oftmals ist das ohne entsprechendes Fahrzeug ist es manchmal auch nicht möglich.

Gefragt nach besonderen Erinnerungen, erklärte Halter, dass alle Fahrten besonders seien, nicht traurig, sondern von Vorfreude geprägt. Oftmals komme am Freitag der Anruf und am Samstag geht es bereits los. Steffi Halter erinnerte sich an eine Fahrt ans Meer. Als das Hotel von dem Hospizmobil erfuhr, wurde der Frau, die ein letztes Mal ans Meer wollte, eine besondere Überraschung bereitet: ein fünfgängiges Menü direkt am Strand.

Kinder- und Jugendfahrten
besonders herausfordernd

Neben mehrtägigen Fahrten werden auch Tagesausflüge unternommen, Familienmitglieder des Erkrankten besucht, zur Taufe des Urenkels oder zur Hochzeit des Enkelsohns gefahren. Besonders herausfordernd sei es, wenn es mit Kindern oder Jugendlichen auf letzte Fahrt geht. Da wird ein Fußballspiel der Lieblingsmannschaft, der Besuch eines Reiterhofs oder eines Tierparks zum absoluten Höhepunkt.

„Wir arbeiten alle ehrenamtlich“, erklärt Halter. Das Herzenswunsch Hospizmobil finanziert sich vollständig aus Spenden. Das Hospizmobil ist regional für Südostbayern, speziell in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein, zuständig.

Das Herzenswunsch Hospizmobil kann über die 08651/959046 angefordert werden. Alle Anliegen werden vorher geprüft und mit den Ärzten abgeklärt. Das Spendenkonto ist auf der Homepage hinterlegt.

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