Letzte Ruhestätte soll moderner werden

von Redaktion

Breitbrunn möchte seinen Friedhof modernisieren und ein halbanonymes Urnenfeld schaffen. Während die unpraktische Hanglage bereits aus den Plänen gestrichen wurde, bleiben Details zur Gestaltung und ein Unterstellplatz für Besucher offen. Ab Mai soll der neue Gemeinderat entscheiden.

Breitbrunn – Mit einem Rundweg soll ein parkähnliches Umfeld geschaffen werden, das an einem halbanonymen Urnengrabfeld vorbeiführt und den Besuchern die Möglichkeit gibt, der Verstorbenen in einer angemessenen Atmosphäre zu gedenken. Die Gemeinde Breitbrunn hat sich bezüglich der Umgestaltung eines Friedhofsteils eine hohe Latte gelegt.

Zwei Varianten
für das Urnenfeld

In Zusammenarbeit mit der Firma „Grünwerk Landschaftsarchitekten“ aus Bad Aibling wurden nun im Rat verschiedene Aspekte der vorgelegten Planungen diskutiert. Eine Entscheidung wurde getroffen: Im Hangbereich soll ein solcher Erinnerungsort nicht geschaffen werden, da dieser Bereich einfach zu wenig geeignet ist.

Im Breitbrunner Rat hingen die vorgestellten Entwürfe an der Wand und konnten von den Ratsmitgliedern in der jüngsten Sitzung begutachtet werden. Angedacht war die Schaffung eines halbanonymen Urnenfelds und die Verlagerung vom „alten“ Teil des Friedhofs in den „neuen“. Die Planer hatten zwei Varianten, mit Erweiterung in die aktuell freie Fläche nach Osten im unteren Friedhofsbereich, ausgearbeitet.

Mit einem wassergebundenen Rundweg würden die neuen halbanonymen Urnenerdgräber parkmäßig eingefasst werden. Auf mehreren Stelen könnten die Namen der dort bestatteten Personen aufgeführt werden. Der direkte Bestattungsbereich wäre als einfach zu pflegende Rasenfläche gestaltet.

Zusätzlich könnten Pflanzbereiche, analog zum Rathausvorplatz, angelegt werden. Diese wären jedoch entsprechend pflegeintensiver.

Der ebenfalls bei den Vorgesprächen gewünschte Unterstellplatz wurde in den bisherigen Planungen nicht berücksichtigt, da er unabhängig vom neuen Bestattungsbereich umgesetzt werden kann.

Bürgermeister Anton Baumgartner ging auch auf den Rat der Fachfirma ein, die bezüglich einer etwaigen Positionierung von einer Hanglage abrate. „Weil sich da die Besucher nicht verabschieden können“, so deren Erfahrung, erklärte Baumgartner. Außerdem müsse man immer davon ausgehen, dass die Besucher dort auch immer „mal etwas abstellen, etwa Blumen und Kerzen“.

Baumgartner präsentierte verschiedene Formen eines solchen anonymen Urnenfelds. Als Beispiel zeigte die Verwaltung eine schon anderswo bestehende Lösung mit zwei Stelen, auf denen die Namen der Verstorbenen in Blattform angebracht sind. Er wies darauf hin, dass an diesen Stellen die Friedhofsverwaltung auch immer wieder aufräumen müsse.

Konrad Plank (Bürgerliste) und Karl Stettner (Bürgerliste) fragten beide nach einem Verbleib des Hangareals in künftigen Planungen, wobei Anna Regauer (ÜWG) skeptisch einwandte, dass „es ohne Hang besser ist“, weil Menschen mit Rollatoren dort Schwierigkeiten hätten. Baumgartner machte den Vorschlag, sich als Gemeinderat einmal unterschiedliche Friedhöfe anzusehen und Ideen zu sammeln. Regauer hatte zuvor angeregt, durch einen Pavillon die Aufenthaltsqualität zu steigern. Sie brachte ihre Erfahrung mit ein, „dass sich Friedhöfe dann zu richtigen Treffpunkten entwickeln“. Viele ältere Menschen nutzten den Besuch auf dem Friedhof, um sich mit anderen zu unterhalten und sich zu verabreden.

Diskussion um Lage und
Aufenthaltsqualität

Letztlich traf der Rat einhellig die Entscheidung, den Hangbereich aus den Planungsüberlegungen herauszulassen. Bezüglich der Weggestaltung wurde keine Entscheidung gefällt, gleiches betraf auch Überlegungen hinsichtlich einer Unterstellmöglichkeit bei schlechtem Wetter (Pavillon). Dass diese beiden Entscheidungen zurückgestellt wurden, lag an der Überlegung, dass der neu gewählte Gemeinderat sich ab Mai 2026 damit beschäftigen solle. Dies gelte auch für eine angedachte Rundfahrt zu verschiedenen Friedhöfen, um Ideen zur Gestaltung zu sammeln.

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