Neues Heft zur Ortsgeschichte

von Redaktion

Grassau-Ost: vom Weiler zum größten Siedlungsgebiet

Grassau – Uta Grabmüller stellte in der Bürgerversammlung das neue Heft zur Grassauer Ortsgeschichte vor, das sich dem Phänomen Grassau-Ost widmet. In Grassau-Ost, dem größten Siedlungsbereich der Marktgemeinde Grassau, wohnen an die 3.000 Bürger. Dieser Bereich ist aus kleinen Weilern und Einöden entstanden.

Geladen vom
königlichen Amtsgericht

In einem 130 Seiten starken Heft, das als Ergänzung zur zwölf Bände umfassenden Chronik der Gemeinde dient, beschreibt sie die historischen Siedlungskerne, die Entwicklung nach 1945, das Wirtschafts- und Sozialleben und lässt auch Menschen zu Wort kommen. Wie Uta Grabmüller eingangs informierte, ist dieses Heft das dritte seiner Art, das sich über die Chronik hinaus mit einem besonderen Themenbereich beschäftigt, nämlich dem Siedlungsbereich Grassau-Ost. Im zweiten Heft stand der Ortsteil Viehhausen im Zentrum. Sie informierte, dass es vor genau 184 Jahren schon einmal eine Bürgerversammlung in Grassau gab. Geladen hatte das königliche Landgericht, und zwar die 26 Brückenbauern, Landwirte, die um die Brücke herum ihre Grundstücke hatten. Thema war der Erhalt der Achenbrücke bei Staudach. Die Landwirte wurden verpflichtet, die Brücke zu bekiesen.

Grassau, so wusste Grabmüller aus Quellen, durfte Wegzoll über die Brücke erheben, um mit den Einnahmen die Brücke zu erhalten. Der Brückenzoll galt als sichere Einnahmequelle, denn es gab nicht viele Brücken und diese Brücke war stark frequentiert. Ab 1842 musste für die Tiere, die über die Brücke geführt wurden, Maut bezahlt werden. Günstig war dies nicht, denn für ein Pferd, so erklärte die Autorin, mussten drei Kreuzer (heute umgerechnet 4,50 Euro) bezahlt werden. „Eine nette kleine Geldquelle… Sage einer, man lerne nichts aus der Geschichte“, so Uta Grabmüller mit Blick auf den Bürgermeister.

Sie erklärte weiter, dass die Brücke auch wichtig für den Salzhandel war und der Bahnhofstraße folglich besondere Bedeutung zukam. Die Soleleitung jedoch bewirkte, dass gepflanzte Bäume in der Salzlake nicht wuchsen.

Sie informierte über den Inhalt des Heftes, das am Beginn auf das Thema hinführt und sich den historischen Siedlungskernen Guxhausen, Reifing, Reit, Nussbaum, Brandstätt, Grafing und Nachmühl widmet. Anschließend beleuchtet sie das Gebiet nach 1945 und zeigt auf, wie viele Betriebe, Einzelhandelsgeschäfte und Handwerker es gab.

Vor allem durch die Ansiedlung der Radio-Körtingwerke wuchs das Gebiet enorm. Rege Bautätigkeit herrschte, um den teils über 2.700 Beschäftigten Wohnraum zu bieten. Es entstanden die Siedlungsbereiche und das Gebiet wuchs enorm an. Dies, ebenso wie den Einzelhandel, die Gastronomie und die Infrastruktur, beschreibt sie im vierten Kapitel.

Persönliche Einblicke und
lesenswerte Lektüre

Im letzten Teil des Heftes lässt Uta Grabmüller Menschen, die im Grassauer Osten wohnen, zu Wort kommen und aus ganz unterschiedlichen Perspektiven ihre Erfahrungen schildern. Eine interessante Lektüre und Betrachtung der Grassauer Geschichte, einfühlsam, abwechslungsreich geschrieben, mit einem Wechsel von damals zum Hier und Jetzt.

Sicherlich nicht nur für die Grassauer Bevölkerung interessant zu lesen. Das Heft kann in der Gemeindeverwaltung erworben werden.

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