Breitbrunn – Kurz hintereinander standen gleich zwei Entscheidungen über den Weiterbetrieb des On-Demand-Verkehrssystems „Rosi“ auf der Agenda des Breitbrunner Gemeinderats. In der März-Sitzung lagen neue Zahlen auf dem Tisch.
Als Grundlage für weitere Schritte sah der Rat wichtige Hürden ausgeräumt. Stimmte das Gremium bereits im Februar Systemanpassungen bezüglich der Preisstruktur, der Sektorenauflösung und der geänderten Fahrzeiten zu, erfolgte im März nun auch das vorläufige „Okay“ für das Gesamtpaket.
Neue Zahlen und Entwar-
nung vom Landratsamt
„Da hat sich einiges ergeben“, fasste Bürgermeister Anton Baumgartner die Ergebnisse der jüngsten Besprechungen auf Landkreisebene zusammen.
Er erinnerte an die Sitzung im Februar 2026, bei der der Rat zwar den Anpassungen zugestimmt, die angestrebte Ermächtigung für den Bürgermeister jedoch versagt hatte. Baumgartner hatte nun die aktuellen Zahlen dabei und erklärte, dass seitens des Landratsamtes keine „Ermächtigung des Bürgermeisters“ für den noch nicht vorliegenden Vertrag mehr gefordert werde.
Vielmehr sei es nun vollkommen ausreichend, wenn „die Unterschrift in Aussicht gestellt wird“, erklärte der Rathauschef. Baumgartner präsentierte ein umfangreiches Zahlenwerk, in dem Kosten, Defizite und Förderungen aufgeschlüsselt waren. Im ersten Jahr lief ein Defizit von fast 3.500 Euro auf, im zweiten Jahr waren es über 5.000 Euro. Inklusive des dritten Betriebsjahres verzeichnet die Gemeinde ein zusätzliches Defizit von 8.780,32 Euro gegenüber der ursprünglichen Kalkulation.
Für das fünfte Betriebsjahr prognostiziert das Logistik-Kompetenzzentrum (LKZ) Kosten von rund 9.507 Euro. Die Förderung beläuft sich künftig auf 35 Prozent der Betriebskosten. Die Gesamtkosten für den Projektzeitraum seien aufgrund dieser Entwicklung laut Baumgartner „überschaubar“. Durch die neue Förderstruktur ergibt sich im letzten Jahr sogar eine Ersparnis von rund 5.000 Euro gegenüber früheren Planungen. Trotz der Zustimmung sparte der Bürgermeister nicht mit Kritik. „Rosi“ sei zwar „grundsätzlich gut“, aber die „Umsetzung war grausam“ und „fast schon stümperhaft“. Er konnte seinen Ärger über die vergangenen organisatorischen Mängel nicht verbergen. Auch Sabine Huber (Bürgerliste) bedauerte den Ärger und vermutete, dass die bereits ausgestiegenen Gemeinden Samerberg, Aschau und Eggstätt unter anderen Umständen wohl dabei geblieben wären.
Anna Regnauer (ÜWG) forderte, dass man die neuen Anpassungen bei Preisen und Fahrzeiten nun schnell publik machen müsse, damit die Bürger über die Fortführung informiert sind. Der Gemeinderat beschloss daraufhin die anteilige Übernahme der Defizite für Breitbrunn rückwirkend ab dem Projektstart 2022.
Der Abschluss des Vertrages wurde in Aussicht gestellt. Damit ist die Teilnahme am On-Demand-System bis zum Projektende im April 2028 vorerst gesichert. Der nächstmögliche Kündigungsstichtag für die Gemeinde wäre der 30. April 2027.