Breitbrunn – Ein „richtig altes, gebundenes Schätzchen“ präsentierte Monika Vodermaier in der vergangenen Ratssitzung und hielt damit eine authentische „Sekundär-Quelle“ in der Hand, wie Historiker klassifizieren würden. In gestochen scharfer Schrift wurden in diesen Sitzungsbüchern die Protokolle der Gemeinderatsbeschlüsse niedergeschrieben. Damit diese vor dem „Zahn der Zeit“ und etwaigen Schäden inhaltlich bewahrt werden, hat der Rat beschlossen, diese zu digitalisieren.
Vodermaier von der Gemeindeverwaltung hatte als Anschauungsobjekt nicht nur ein schon gebundenes Sitzungsbuch mitgebracht, sondern auch ein altehrwürdiges im Gepäck. Diese lagern ebenfalls im Archiv im Keller des Rathauses, aber „wenn es eventuell einmal zu einem Wasserschaden kommen sollte, dann haben wir sie noch digitalisiert“, erklärte Vodermaier. Durch die Verwaltung wurden die original ausgefertigten Sitzungsniederschriften, soweit diese noch nicht in Buchform gebunden worden sind, mittels OCR-Texterkennung gescannt und als PDF-Dokument digitalisiert. Sie erläuterte den Sachstand: So sei ein Sitzungsbuch versuchsweise an ein Archivcenter versandt worden. Das Buch sei getrennt, eingescannt und wieder gebunden worden, mit einem zufriedenstellenden Ergebnis. Die Suchfunktion der eingescannten Seiten funktioniere.
Was bei den neueren Sitzungsbüchern funktioniere, gehe aber bei den alten nicht. Bei den sehr alten Protokollbüchern ist der Aufwand größer, die Sitzungsbücher neueren Datums können einfach aufgetrennt und eingescannt werden. Die alten Sitzungsprotokollbücher der Gemeinde Breitbrunn sollen, wie auch ihre moderneren Ableger, digitalisiert werden. Sie können aber nicht aufgetrennt und wieder gebunden werden. Von der Firma liege ein Angebot für die Sitzungsbücher der gesamten Verwaltungsgemeinschaft vor. Für die Gemeinde Breitbrunn betragen die Kosten für die Digitalisierung von 16 der moderneren Sitzungsbüchern rund 1.700 Euro brutto. Die Abrechnung erfolge nach tatsächlichem Aufwand seitengenau.
Die Kosten für die Digitalisierung von acht alten Büchern liegen bei 500 Euro brutto. Auch hier erfolge die Abrechnung seitengenau. „Wir sollten das machen“, meinte Bürgermeister Anton Baumgartner und bezifferte den geschätzten Kostenaufwand auf circa 2.500 Euro. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag zu. daa