Grassau/Rottau – Die gut besuchte Bürgerversammlung in Rottau im Café König begann Bürgermeister Stefan Kattari nach der Begrüßung mit einem Überblick über die Bauprojekte des vergangenen Jahres. Der Bau der Schule ist noch nicht fertig. Die Gesamtmaßnahme kostet voraussichtlich 31,5 Millionen Euro, davon sind bis zu 15 Millionen Euro Fördergelder. Der Pumptrack in Rottau wurde im Dezember vergangenen Jahres eingeweiht. Zur Finanzierung trugen die Leader-Förderung und Spenden von Rottauer Bürgern bei. Der Pumptrack wird von der Jugend sehr gut angenommen. Für die Sanierung des Sportheimes sind Ausgaben von etwa 800.000 Euro vorgesehen.
Der Wasserschaden im Rottauer Kindergarten musste ausgebessert werden. Die gute Nachricht ist, am 30. März können die Kinder, die seit dem Schadensfall im Pfarrheim untergebracht waren, wieder in den Kindergarten zurückkehren. So steht der Pfarrsaal am Sonntag, 28. Juni, am „Tag der offenen Gartentür“ in Rottau zur Verfügung. Die Wärmeversorgung in Rottau ist nahezu abgeschlossen. In der Wärmeplanung ergab sich ein interessanter Ansatz, denn im Auslauf der Kläranlage ergibt sich ein erhebliches Wärmepotenzial. In Rottau sind beim Verlegen der Fernwärmerohre bereits in vielen Straßen Leerrohre für die Glasfaseranschlüsse mit verlegt worden. Die Firma Avacomm arbeitet bereits seit kurzer Zeit wieder.
In Rottau gebe es nichts Neues beim Mobilfunk. Die Telekommunikationsunternehmen hätten noch immer kein Interesse, einen Masten zu bauen, und es sei nicht die Aufgabe der Gemeinde, Masten zu bauen. Auch gebe es keine Fördergelder. Es werde angestrebt, mittelfristig einen Fahrbahnteiler in der Bundesstraße am Ortseingang von Bernau kommend zu bauen.
Ab 1. Juni fährt der Rufbus Traudl in den Gemeinden Chieming, Grabenstätt, Grassau und Übersee, der an allen Tagen von sechs Uhr bis 22 Uhr zur Verfügung steht. Das System besteht aus zwei bis drei rollstuhlgerechten Kleinbussen. Die Kosten für die Gemeinde betragen pro Jahr 100.000 Euro. Beim Carsharing entstünden hohe Defizite, deshalb solle 2028 der Betrieb beendet werden. Am Friedhof in Rottau werden in diesem Jahr Rosengräber erstellt.
Die Finanzlage bleibe nach Kattaris Worten weiterhin und voraussichtlich auf Jahre hinaus angespannt. Trotzdem könnten die freiwilligen Leistungen für Kinder, Familien, Kultur, Tradition und die Umwelt im Markt Grassau weiterhin aufrechterhalten werden. Für Kinder und Familien gebe die Gemeinde traditionell viel Geld aus. Aufgrund der Kostenentwicklung müssten die Elternbeiträge wie bei allen Nachbargemeinden zum kommenden Kindergartenjahr angehoben werden. Der neue Flächennutzungsplan ist in Kraft. Dafür zollte Bürgermeister Kattari dem Gemeinderat und der Verwaltung ein großes Lob für die rasche und zielgerichtete Arbeit.
Interessant seien die unterschiedlichen Einwohnerzahlen von Grassau. Beim Einwohnermeldeamt seien 7.238 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Grassau gemeldet gewesen, beim Zensus seien es nur 6.932 gewesen. Rottau habe 1.200 Einwohner gehabt. Die älteste Rottauerin sei 99 Jahre, der älteste Rottauer 93 Jahre alt gewesen. In sechs Einrichtungen stünden 75 Krippen- und 257 Kindergartenplätze zur Verfügung, sowie 50 Hortplätze. Es gebe auch eine Ferienbetreuung. Die herausragende Feier in Grassau im vergangenen Jahr war das Festwochenende mit der Feier des 900. Geburtstages von Grassau und Rottau, und der Höhepunkt dabei waren die gemeinsamen Plattler und Tänze der beiden Vereine. Im Punkt „Kultur“ lobte Kattari die größte Musikschule des Landkreises in Grassau, die fast ausschließlich ehrenamtliche Arbeit der Damen in der Bücherei sowie die Mitarbeiter des Museums Salz und Moor. Am Ortseingang von Rottau wurde eine neue Pestsäule eingeweiht.
Den Rückblick beendete der Bürgermeister mit einem Wunsch, nämlich dass jeder Bürger von Grassau, Rottau und Mietenkam sich wenigstens einmal im Leben ein Herz nehme, den Mut fasse und ein Vereins-amt übernehme und sich aktiv an der Gestaltung des Dorflebens beteilige! „Das würde auch unserer Demokratie gut tun!“
Im abschließenden Punkt „Wünsche und Anträge“ habe es vier Wortmeldungen gegeben. Zunächst sei es um die Abfahrtssperre an der Autobahn bei einem Stau gegangen. Wegen dieses Themas sei der Bürgermeister im Landratsamt in Traunstein gewesen. Dort hieß es, die Abfahrtssperre sei nur erfolgreich mit Kontrolle, die jedoch nicht geleistet werden könne. Bei der zweiten Wortmeldung sei es um den schlechten Handyempfang in Rottau gegangen, über den bereits zuvor gesprochen worden war. Ein Kranker im Sanka könne sterben, weil keine Verbindung zum Notarzt hergestellt werden könne. Dann seien die beiden Rufbusse Traudl und Rosi verglichen worden. Dieter Rossner verwies auf die einzigartige Almdatenbank für das Achental, die im Internet für jeden zugänglich sei.aj