Freibier auf Lebenszeit

von Redaktion

Nach 22 Jahren an der Spitze der „Wirtshaus D´Feldwies AG“ trat der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert E. Graus ab und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neu in das Gremium wurde bei der Jahresversammlung der Aktionärsgemeinschaft Benedikt Gschwendner gewählt.

Übersee – Bei der alljährlichen Jahresversammlung der Aktionärsgemeinschaft (AG) des Wirtshaus D´Feldwies am Josefitag gab es wichtige Veränderungen: Der jahrzehntelange Vorsitzende des Aufsichtsrates, Professor Herbert E. Graus, auch Gründungsvorstand der AG, trat nach 22 Jahren nicht mehr zur Wahl an.

Neben den bisherigen Mitgliedern des Aufsichtsrates, Bürgermeister Herbert Strauch und Altbürgermeister Franz Gnadl, wurde Benedikt Gschwendner neu in den Aufsichtsrat gewählt. Sein Vater Wolfgang Gschwendner konnte aus Gesundheitsgründen nicht an der Versammlung teilnehmen.

Rückblick auf
22 erfolgreiche Jahre

In seinem Bericht über die abgelaufenen 22 Jahre seit Gründung der AG blickte Herbert Graus auf erfolgreiche Jahrzehnte zurück, als es das unter Denkmalschutz stehende Wirtshaus durch die Anstrengungen der Gemeinde und vieler engagierter Bürger zu einem der „100 besten Wirtshäuser Bayerns“ geschafft hatte. Dieses Zitat stammt vom heutigen Ministerpräsidenten Markus Söder, der damals als Finanzminister auch das Heimatministerium leitete. Bei ihrer Gründung sei die AG einmalig in Deutschland gewesen, sagte Graus. Danach seien viele Anfragen aus ganz Deutschland gekommen, um das Modell zu übernehmen.

Vom Leerstand zum
Gemeinschaftsprojekt

Das historische Wirtshaus D´Feldwies, dessen Anfänge auf das Jahr 1522 zurückgehen und dessen Biergarten unter Denkmalschutz steht, wurde erstmals im Jahr 1554 erwähnt. Ab den 1990er-Jahren stand es leer, bis sich im Jahr 2002 – als das Haus schon zum Verkauf ausgeschrieben war – der gebürtige Überseer Wolfgang Gschwendner zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Franz Gnadl und dem Unternehmer Professor Herbert Graus, der damals direkt gegenüber wohnte, daran machten, das Wirtshaus für die Gemeinde zu erhalten.

Die Gemeinde kaufte das Gebäude und nahm sämtliche möglichen staatlichen Förderungen in Anspruch. Vor allem aber wurden die Feldwieser und Überseer Bürger gebeten, bei den Arbeiten mitzuhelfen. Trachtenverein, Theaterverein, Bulldogfreunde, viele Betriebe und Handwerker aus der Umgebung arbeiteten am Feierabend und am Wochenende mit. Rund 7.500 Arbeitsstunden wurden geleistet, Sach- und Geldspenden gingen ein, bis im Mai 2004 alle Sanierungsarbeiten abgeschlossen waren.

Damals gab die Wirtshaus AG 1.000 Namensaktien à 100 Euro aus, um Geld für den Betrieb des Gasthauses zu sammeln. In den folgenden Jahren kamen weitere 1.750 Aktien hinzu, wobei die Aktionäre nicht nur aus Übersee, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet und Europa bis aus Singapur, den USA, Namibia und Thailand kamen.

Einzigartiges
Aktionärsmodell

Die erste AG-Versammlung fand am 19. März 2005 statt. Seither kommen viele Aktionäre jedes Jahr in den schönen Wirtshaussaal, um das Neueste über die AG zu erfahren und vor allem frische Weißwürste und Bier – jeder so viel er will – zu genießen. Seit 2022 sind die Brüder Benedikt und Vincent Gschwendner Pächter. Auch heuer spielte eine siebenköpfige bayerisch-tirolerische Blasmusikgruppe auf höchstem Niveau zur Unterhaltung auf.

Ehrung für
scheidenden Vorsitzenden

Im Mittelpunkt stand die Ehrung des scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Professor Herbert Graus, der auf einstimmigen Vorstandsbeschluss und unter viel Applaus aus der Versammlung zum Ehrenaufsichtsratsvorsitzenden ernannt wurde. Bürgermeister Herbert Strauch überreichte ihm die gerahmte Ernennung, die verbunden ist mit Freibier auf Lebenszeit, gespendet vom Hofbräuhaus.

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